• Montag, 20. August 2012
  • von Ricarda Terjung

Wettbewerb Mittendrin Berlin!

Spandauer Altstadtmeile: Die Urlaubszauberer

  • Altstadtmeile Spndau - Kunst verbindet
    V. l. n. r.: Bezirksstadtrat Carsten-Michael Röding (CDU), Schmuckdesignerin Kathrin Germershausen, Wirtschaftshof-Vorsitzende Gabriele Fliegel, PfS-Geschäftsführer Sven-Uwe Dettmann und junge Gäste. Foto: externe Quelle - ©Müller/PfS

Seit 2005 zeichnet die Zentren-Initiative "Mittendrin Berlin!" kiezbezogene Stadtentwicklungsprojekte aus. In diesem Jahr steht der Wettbewerb unter dem Motto "Laufend Neues erleben". Acht Projekte, die sich für die Barrierefreiheit, Fußgängerfreundlichkeit und Service in der Stadt einsetzen, wurden am 15. Juni in die Endauswahl aufgenommen. QIEZ stellt Ihnen die Standortinitiativen im Rennen um das Fördergeld vor. Das Projekt "Spandauer Altstadtmeile – Kunst verbindet" will mit drei Tagen voller Kultur und Urlaubsfeeling überzeugen.

Flanieren, Kunst bestaunen, shoppen, bis die Nacht anbricht: Wenn es nach Gabriele Fliegel geht, soll genau das im Sommer kommenden Jahres in Spandau möglich sein. Als Vorsitzende der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V. hat sie das Projekt "Spandauer Altstadtmeile – Kunst verbindet" mit ins Leben gerufen, das am Wettbewerb Mittendrin Berlin! teilnimmt. "Wir kreieren einen Altstadtsommer", bringt die Spandauerin die Idee des Wettbewerbsbeitrags auf den Punkt. "Wir wollen drei Kunsttage von A bis Z gestalten", sagt sie.

Das Projekt: Urlaubsgefühl, Kunst, Shopping

An drei Samstagen im kommenden Jahr, so der Plan, soll im gesamten Areal der Spandauer Altstadt und sogar über deren Grenzen hinaus ein ganztägiges, an Urlaub erinnerndes Treiben herrschen, bis hin zu den Spandauer Arkaden im Süden und zur Zitadelle im Norden - eben von A bis Z. Die Gäste sollen durch die Stadt schlendern, sich kulinarischen Genüssen in den Restaurants hingeben, nach Herzenslust shoppen können bis lange nach Einbruch der Dunkelheit und dabei auf Schritt und Tritt dem Kulturgenuss frönen. "Der Mittelpunkt des Treibens soll der Marktplatz sein", erklärt Fliegel. "Von dort aus können die Besucher erst bis zum einen Ende der Altstadtmeile schlendern, dann durch die Gassen auf einem andere Weg bis zum gegenüberliegenden Ende flanieren und schließlich zum Markt zurückkehren. Es wird viel Musik, Kleinkunst und Theater auf Open Stages geben."

Welche der künstlerischen Darbietungen am  1. Juni, 17. August und 21. September nicht schon aus der Entfernung mit den Ohren zu erahnen sind, werden dennoch leicht zu finden sein. Der Trick: Mit gelber Straßenfarbe wird der Asphalt auf den Straßen und Plätzen, ja sogar in vielen der Höfe markiert. So weiß jeder Bescheid: Hier, da und dort passiert was! Selbst in den U-Bahnstationen werden gelbe Linien den Besucherstrom Richtung Altstadtfest lenken. Und weil Spandau schon vor Jahren vom Beauftragten für Behinderte für seine Barrierefreiheit ausgezeichnet wurde, wird laut Fliegel zufolge auch jeder, der mit Rollstuhl zu dem Event kommt, alles anschauen und erleben können. Geschäfte, die für gewöhnlich über Stufen zu betreten sind, werden beispielsweise mit Rampen ausgestattet sein.

Die Akteure: Ökonomen und Kreative arbeiten Hand in Hand

Ausgedacht haben sich die Idee zum Konzept die Wirtschaftshof-Mitglieder, die Spandau GmbH und das Spandauer Bezirksamt. Das Ziel: "Die Gäste sollen genießen, Lust haben, zu verweilen, ein Glas Wein zu trinken und auch einzukaufen", so die Wirtschaftshof-Vorsitzende. Schließlich geht es zwar auf der einen Seite darum, den Besuchern Spandau als gastfreundlichen Bezirk vorzustellen. Auf der anderen Seite, so Fliegel, wollen sie und ihre Mitstreiter aber auch "etwas tun, damit es unseren Gewerbetreibenden gut geht." Damit das funktioniere, sei es besonders wichtig, möglichst viele Akteure zusammenzubringen. Je mehr Kreative und Gewerbetreibende sich am Projekt Spandauer Altstadtmeile beteiligen, desto besser für die Spandauer Wirtschaft: "Wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Mechanismen müssen ineinandergreifen." Im Idealfall so gut, dass der Altstadtsommer, dessen Konzept derzeit in wöchentlichen Meetings ausgebaut wird, nicht nur 2013, sondern auch in den Folgejahren verwirklicht werden kann. "Wenn man so ein Projekt aufzieht, muss man auch so überzeugen, dass es auch 2014, 2015 und 2016 funktioniert", sagt Fliegel, die eigentlich Lehrerin ist, mit Nachdruck.

Die umfassende Einbindung von Geschäften, Gastronomie und Kultur trug laut Elke Plate von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt auch dazu bei, dass der Spandauer Wettbewerbsbeitrag in die zweite Runde kam. Zwar seien die Idee und der Bezug zum aktuellen Motto der Ausschreibung das Wichtigste und ein gehöriges Maß an Kreativität in der Interpretation des Mottos unabdingbar. Doch wie gut das Netzwerk der Beteiligten aufgestellt sei, gehöre ebenfalls zu den Kriterien, an denen sich die Teilnehmer messen lassen müssen. Der Spandauer Wirtschaftshof und die Spandau GmbH haben neben lokalen Unternehmen bereits rund 20 Kreative ins Boot geholt, die den kulturellen Part der Altstadtmeile konzipieren. Fotografen sind darunter, eine Grafikerin, die örtliche Jugendtheaterwerkstatt und viele Ehrenamtliche.

Die Jury und der Gewinn: Rund 33.000 Euro zur Realisierung

Erst Ende 2012 werden die Gewinner des Wettbewerbs bekanntgegeben. Auf ein genaues Datum will man sich in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt derzeit noch nicht festlegen. Doch allzu viel Zeit bleibt dem Spandauer Wirtschaftshof und seinen Konkurrenten im Run um den Gewinn nicht. "Am 12. Oktober um 17 Uhr müssen wir abgeben", weiß Fliegel aus dem Effeff. Dann werden die Beiträge zum letzten Mal von den Jurymitgliedern geprüft, darunter Vertreter der IHK, der Senatsverwaltungen für Wirtschaft und Stadtentwicklung, von Galeria Kaufhof, Rewe und Edeka.

Wenn die Jury die eingereichten Projekte abschließend bewertet hat, steht für die drei Erstplatzierten ein Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. Es stamme zur Hälfte aus der privaten Wirtschaft und zur Hälfte aus der öffentlichen Hand, so Elke Plate. Zusammen mit 30 Prozent Eigenanteil ergibt sich ein nettes Sümmchen, mit dem Spandau und seine Gäste dann ordentlich auf den Putz hauen könnten. Die ersten Anschaffungen hat die Initiative jedenfalls schon jetzt besorgt: Palmen und Liegestühle für alle Beteiligten. So geht den Urlaubs-Zauberern die Motivation zum Sieg sicher auch in den nächsten Monaten nicht verloren. Schließlich ist gut geprobt schon halb gewonnen.   

Mehr Informationen zum Wettbewerb Mittendrin Berlin! gibt’s auf www.mittendrin-berlin.de.

Weitere Artikel zum Wettbewerb Mittendrin Berlin! lesen Sie hier:

So viel mehr als Castingallee

Barrierefreiheit: Uhlandstraße for all

Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e. V.

Breite Straße 37
13597 Berlin

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Quelle: QIEZ
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