Kiez-Serie

Darum ist es in der Spandauer Vorstadt am schönsten

Darum ist es in der Spandauer Vorstadt am schönsten
Wer sucht, findet in Mitte Perlen fernab vom Rummel der Touristen. Zum Beispiel die Rosenhöfe.
Die Spandauer Vorstadt reicht vom Hackeschen Markt bis zur Friedrichstraße und ist ein Teil der Ur-Berliner Geschichte. Wer mit der Gegend nur Shopping und Touristenfallen verbindet, sollte sich dringend mal ein bisschen Zeit zum Entdecken nehmen. Denn es handelt sich um einen der schönsten Berliner Kieze ...

1. … Das Offensichtliche zuerst: Weil man sich überhaupt nicht anstrengen muss, um hier den Tag zu vertrödeln. Cafés und Shops reihen sich aneinander und trotz der höheren Preise muss man meist keine Angst haben, in die Tourifalle zu tappen. Denn in Mitte rechtfertigen sie sich in der Regel tatsächlich durch Qualität.

2. … Da wir schon dabei sind: Die Gegend vom Hackeschen Markt bis zur Torstraße sticht in Sachen Shopping einfach jede schnöde Mall aus. Berliner Labels, kleine Manufakturen und außergewöhnliche Boutiquen sind natürlich der Hauptgrund für einen Einkaufsbummel in dem schicken Kiez. Aber durch die tolle Lage besucht man sie doppelt gerne. Das soziale Modelabel People Berlin findest du zum Beispiel in den Hackeschen Höfen, Flagship Stores bekannter Label rund um die Rosenthaler Straße und Whisky & Cigars ist mit seinem 17-jährigen Bestehen ein Beispiel für die lang etablierte Shoppingkultur in der sonst sehr wandelbaren Ecke.

3. … Obwohl Kommerz und Style untrennbar mit dem Alltag der Spandauer Vorstadt verbunden sind, bleibt sie alternativ. Auch nachdem das berühmte Kunsthaus Tacheles geräumt wurde, ist die freie Kunstszene hier aktiv. Wer die Augen offen hält, entdeckt an vielen Wänden Street Art, oft stecken namhafte Artists aus der Szene hinter den Bildern, Fliesen oder Stickern. Ein Highlight ist die Freie Republik Haus Schwarzenberg – und zwar nicht nur dank der bunt gestalteten Wände. Wo früher eine Fabrik war, gibt es heute fast zwanzig Ateliers, ein Programmkino oder ein Monsterkabinett mit von Künstlern gestalteten Maschinen.

 

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Ein Beitrag geteilt von Elke Fasterding (@lalaelke) am Jun 30, 2019 um 1:36 PDT

4.  … Nicht nur Street Art, auch moderne Kunst ist fest im hippen Zentrum von Mitte verwurzelt. Seit der Wende haben sich immer mehr Galerien in der Auguststraße angesiedelt, die Gemälde, Fotos und Co. zeigen. Für die Stärkung zwischendurch ist mit vielen gemütlichen Cafés in der Gegend gesorgt.

5. … Auch ein paar der besten Restaurants in Mitte befinden sich in der Spandauer Vorstadt. Diese hier zählen zu unseren Favoriten: Mediterran-israelische Tapas bekommst du im Night Kitchen,  israelisch-französisch wird’s im Mani. Und wer auf der Suche nach einem fantastischen Spot zum Mittagessen ist, kann es sich entspannt im Garten von The Klub Kitchen gemütlich machen.

6. … Die Unterhaltung kommt hier ebenfalls nicht zu kurz, und zwar in ganz unterschiedlichen Facetten. Die Sophiensäle in der Linienstraße zeigen Tanz- und Theaterprojekte aus der freien Szene. Das Chamäleon Theater ist die Anlaufstelle in Berlin für moderne Zirkusshows, also ausgefallene Artistik und Akrobatik. In ihrer mehr als 100-jährigen Tradition hat die berühmte Volksbühne den Charakter als Arbeiterbühne und experimentelles Theater erhalten. In der Strandbar Mitte kannst du im Monbijoupark unter freiem Himmel tanzen. Der spannendste Spot ist aber sicherlich Clärchens Ballhaus, in dem schon seit 1913 „jeschwooft“ wird! Wer noch mal mit übers altehrwürdige Parkett schweben möchte, sollte sich aber beeilen: Ende 2019 muss das Haus saniert und das Ballhaus für die Bauarbeiten vorübergehend geschlossen werden.

 

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Ein Beitrag geteilt von Clärchens Ballhaus (@claerchens_ballhaus) am Apr 21, 2019 um 12:18 PDT

7. … Die spannende Mischung aus urban und schick zieht natürlich auch eine Menge Schaulustige an. Entsprechen international ist die Mischung der Menschen, die sich hier bewegen. Du bummelst mit Touristen, trinkst Kaffee mit Zugezogenen und shoppst mit Kosmopoliten. Das kann den gemeinen Berliner echt nerven. Aber wer hier nicht schnell und zielstrebig von A nach B hetzt, sondern sich mit den Besucher*innen treiben lässt, taucht selbst ganz schnell in eine Sightseeing Tour in der eigenen Stadt ein. Und entdeckt so vielleicht ganz neue Ecken, die nicht nur sehr charmant sind, sondern auch tatsächlich bewohnt werden!

8. … Weil hier jede Wand Geschichte atmet. Am Hackeschen Markt steht der älteste Bahnhof der Berliner Stadtbahn. In den denkmalgeschützten Hackeschen Höfen wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts gefeiert und eingekauft. Auch das historische Scheunenviertel liegt im Osten der Spandauer Vorstadt: Es reicht vom Hackeschen Markt bis zum Rosa-Luxemburg-Platz. Im 17. Jahrhundert standen hier tatsächlich Scheunen. Später war es mit seinen schmalen Gassen als dicht besiedeltes Armutsviertel bekannt. Die Neue Synagoge zeugt als wichtiges Berliner Baudenkmal von der Geschichte und dem Schicksal vieler Juden, die früher in der Gegend lebten. Das Anne-Frank-Zentrum ist nur einer von vielen Gedenkorten für die jüdische Vergangenheit des Viertels – und den Holocaust.

9. … Gründerzeitbauten, alte Backsteinmauern und schmale Straßen machen die Spandauer Vorstadt besonders schön. Unser Alltime-Favourite um die tolle Architektur zu genießen ist aber ein Bummel über die vielen Hinter- und Innenhöfe. Neben den berühmten Hackeschen Höfen sind die nahen – und weit weniger überlaufenen – Sophie-Gips- und Heckmann-Höfe einen Abstecher wert. Hier lohnt es sich, einen Tag lang Touri zu sein!

 

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Ein Beitrag geteilt von Meike aus Berlin (@meike_aus_berlin) am Jul 18, 2019 um 6:52 PDT

 

 

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