Tapas Bar Gastón

Leckerer Kurzurlaub in 'Neu-Barcelona'

Leckerer Kurzurlaub in 'Neu-Barcelona'
Nice! Das Gastón von Außen. Hier bilden sich gerne mal Warteschlangen für die heiß begehrten Draußen-Plätze. Zur Foto-Galerie
Weserstraße - Ein lauer Sommerabend, spanische Gesprächsfetzen tänzeln um's Ohr, auf dem Tisch stehen Papas Arrugadas, Pulpo a la Gallega und eine alkoholische Leckerei aus Andalusien. Wir sind in Barcelona, Madrid oder Granada - zumindest fast. Kaum möglich, dieser Fantasie im "Gastón" nicht zu erliegen. Die Eins-a-Tapas-Gerichte verwandeln Neukölln in 'Neu-Barcelona‘. Ein kulinarischer Erfahrungsbericht mit einer Lektion Tapas-Kunde und hochprozentigem Finale.

„What, please?“ Alles klar, hier wird nur Englisch gesprochen. Der sogleich einsetzen wollende Aufreg-Reflex – immerhin sind wir in einem Restaurant mitten in Berlin – wird allerdings im Keim erstickt. Herzlich werden wir von Josep an der Bar empfangen. Wir müssten noch kurz auf unseren Tisch warten, könnten aber schon mal ein Bier bestellen. Das ist keine Frage, sondern eine Aufforderung. Er hat uns. Die Sprache der Gastfreundschaft ist international.

Josep und Ingrid vom Gastón
Und auch draußen geht’s multikulturell weiter: „Wir Spanier sind hier die neuen Türken“, sagt der für die PR zuständige Josep mit einem Augenzwinkern. Er spielt auf das international gefärbte Kreuzkölln an, in dem es, ganz besonders seit der Wirtschaftskrise, viele Spanier gibt. Er hat uns eingeladen, das Angebot des kleinen aber feinen Ladens auszuprobieren – Chef Bruno lässt aus dem Urlaub grüßen. Man scheint also überzeugt von der Qualität der eigenen Küche.

In einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Spanisch (wir schonen niemanden mit unserem Urlaubs-Vokabular!) philosophieren wir dann erst einmal über die verschiedensten Tapas-Bräuche. Josep ergänzt unser profundes Halbwissen: Im Süden Spaniens gibt es eine ganz andere Tapas-Kultur als im Rest des Landes. Hier wird zu jedem Bier eine Gratisportion Tapas gereicht. In Barcelona, wo er herkommt, sei das anders. Und im Norden sowieso. Da werden Speisereste und Serviertten einfach auf den Boden geworfen. Gracias für die Aufklärung!

Wir kriegen Hunger und bestellen: Für zwei Personen ordern wir gebratene Knoblauchgarnelen (6 Euro pro Portion), galizischen Oktopus, die berühmten Albóndigas (Fleischbällchen), eine Portion Champignons für schlappe 3,50 Euro und Papas Arrugadas (Kartoffeln mit sanft scharfem Dipp). Als Appetizer werden Oliven gereicht und auch die Boquerones en vinagre (Essig-Sardellen) will uns Kellnerin Ingrid nicht vorenthalten. Da hört man sich nicht ’nein‘ sagen.

Mhhh, das schmeckt!
Während wir in aller Ruhe essen und es langsam dunkel wird, bilden sich immer wieder wartende Grüppchen vor der Tapas-Bar. Beim Essen merken wir: Dass sich die Leute wie Geier auf frei werdende Tische stürzen, ist nicht nur dem Wetter geschuldet. Die Tapas, und das hat sich rumgesprochen, sind schlicht und ergreifend gut. Alles ist lecker, doch der Tagessieger ist der schön salzige Pulpo a la Gallega (7,50 Euro) auf einem Kartoffel-Bett. Zudem empfehlenswert sind die Garnelen. Alles in allem kann man hier herrlich unaufgeregte und authentische Tapas ohne viel Schnickschnack und Extravaganzen genießen.

Zum Schluss überzeugt uns Ingrid noch, die Crema Catalana zu probieren. Dazu gibt es dann einen Orujo (ein Galizischer Tresterbrand) und einen Pacharán (ein Likör aus Navarra). Leicht alkoholbeseelt freuen wir uns über den sehr gelungenen spanischen Abend in Kreuzkölln und stellen fest, dass die Lebendigkeit und Offenheit dieser Ecke nichts mit dem pseudo-internationalen Chic zu tun hat, wie man ihn in den zentraleren Ecken der Stadt findet.

Hunger bekommen? Dann werd noch hungriger und klick dich oben durch unsere Fotogalerie. Weitere Infos zum Restaurant gibt’s hier.

Foto Galerie

Gaston, Weichselstraße 18, 12045 Berlin

Telefon 030 22343156

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täglich von 15:00 bis 02:00 Uhr
Küche von 16:00 bis 22:00 Uhr

Gaston

Ein Wein-Schwein?!

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