Unterwegs im Kiez

Ein Spaziergang rund um den Körnerpark

Ein Spaziergang rund um den Körnerpark
Der namensgebende Körnerpark ist das Schmuckstück des Kiezes und zieht auch Menschen aus anderen Wohngebieten an.
Gleich hinter dem beliebten Kreuzkölln liegt der Körnerkiez. Rund um den hübschen Park ist die Gentrifizierung noch weniger fortgeschritten als in Nord-Neukölln. Die Anfänge der Aufwertung sind zwar nicht zu übersehen, doch hier ist bislang noch viel von dem alten, gelassenen aber auch vernachlässigten Neukölln übriggeblieben.

Der Körnerkiez ist ziemlich klar abzustecken. Im Osten wird er durch die Karl-Marx-Straße abgegrenzt, im Westen durch die Hermannstraße. Im Norden bildet die Thomasstraße mit der grünen Thomashöhe und dem St. Thomas Kirchhof den Abschluss und im Süden schneidet die Ringbahn durch den Bezirk. Daraus ergibt sich ein überschaubares Rechteck, in dem es im Vergleich zu den angrenzenden Hauptstraßen sehr ruhig zugeht. Von der Ringbahnstation Neukölln gelangt man über die Emser Straße in den Kiez. Schon dort nimmt das Tempo dank der eher engen Straßenführung ab. Hier rasen keine Autos hindurch – generell sind eher wenige Autos im Kiez unterwegs.

(Noch) wenige Hipster und mehr altes Neukölln

Außerdem herrscht nicht überall die entspannte Samstagnachmittag-Stimmung, wie man sie etwa aus dem Reuterkiez kennt. Dazu fehlen noch die Cafés und Shops, welche die trendsuchenden SpaziergängerInnen anlocken würden. Wer hier in der Sonne sitzen möchte – und nicht schon im Körnerpark ist – trinkt mal eben den Coffee to go auf der Bank vor dem Kiosk.

Über die Hälfte der BewohnerInnen hat einen Migrationshintergrund aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien oder arabischen Ländern, in den Backstuben gibt es arabische Spezialitäten und auf den Parkschildern wird auf Türkisch übersetzt – das klassische internationale Neukölln eben. Aber auch die Zahl der Arbeitslosen liegt hier höher als im Berlin-Durchschnitt. Das alles bringt einige soziale Probleme, vor allem in Hinblick auf Bildungschancen mit sich. Daher gibt es hier einige Anlaufstellen für verschiedene Arten der nachbarschaftlichen Hilfe und Beratungszentren.  

Die löchrigen und teils verdreckten Gehwege und das Graffiti an den Wänden sollte also weniger romantisiert und vielmehr als Bestandteil einer Gegend mit einfacher Wohnlage gewertet werden. Doch auch hier wird es für diejenigen, die neu in den Kiez ziehen möchten, immer teurer. Neukölln wird schließlich seit einigen Jahren als neuer Hotspot von Kreativen erschlossen. Im Gebiet um den Körnerpark zeigt sich die Aufwertung vor allem in der Emser Straße. Dort befinden sich einige Galerien, die in Prenzlauer Berg nicht weiter aufgefallen wären, hier jedoch (noch) zwischen den Hauseingängen, Elektronik-Läden und Bäckereien hervorstechen.

Schmuckstück Körnerpark

Der namensgebende Park ist vor allem im Sommer ein echter Hingucker. Doch schon im März, wenn die Bäume noch überwiegend kahl sind und die Straßen grau wirken, steht der Körnerpark mit seinem weißen Steingelände und den Gartenanlagen im starken Kontrast dazu. Zwischen 1912 und 1916 wurde der Park im Stil des Neobarock in einer ehemaligen Kiesgrube angelegt, die dessen Eigentümer Franz Körner an die Stadt Rixdorf übergab. Heute steht der Park unter Denkmalschutz, ist ein beliebter Sonnen- und Entspannungsplatz und wird von den KiezbewohnerInnen gern besucht – und in Aufräumaktionen gepflegt. 

Die Menschen im Körnerpark kommen aus verschiedenen Milieus, hier sieht man Gruppen von rauchenden Jugendlichen, aber auch kunstaffine, eher bürgerliche oder hipster-mäßige (Neu-)NeuköllnerInnen. Die kommen vor allem wenn das Café im Körnerpark  zur Saison wieder aufmacht und man auf der Terrasse vor der Galerie mit einem Latte Macchiato auf dem Tischchen den schönen Park überschauen kann. Da lohnt es sich auch, mal aus den anderen Berliner Stadtteilen in den Körnerkiez zu fahren.

Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8, 12051 Berlin

Telefon 030 56823939

Webseite öffnen
E-Mail schreiben


Montag bis Sonntag von 10:00 bis 20:00 Uhr

XMAS Newsletter

Weitere Artikel zum Thema Wohnen + Leben

Ausbildung + Karriere | Service | Wohnen + Leben

Werde freier Redakteur (m/w/d) bei QIEZ!

Dein Berlin. Dein Bezirk. Dein Kiez! Du erzählst gern selbst die Geschichten vor deiner Haustür […]
Wohnen + Leben

Döner essen und dabei Gutes tun

Seit 2012 versucht die Kampagne "One Warm Winter", junge Menschen für Obdachlosigkeit zu sensibilisieren. Gemeinsam […]
Ausbildung + Karriere | Wohnen + Leben

Plan B: Das Betahaus zieht um

Das Betahaus ist groß geworden, die Kinderschuhe zwicken – nächstes Jahr wird die Coworking-Location zehn […]