Freizeitforum Marzahn

Vertrag für Frauensporthalle unterzeichnet

Vertrag für Frauensporthalle unterzeichnet
Lachende Partner: VSJ-Vorsitzende Claudia Zinke und Stefan Komoß (r.) nach der Vertragsunterzeichnung. Neben ihnen steht Dr. Wolfgang Kieke vom Bezirkssportbund.
Marzahn-Mitte – Ab Januar 2015 sind Frauen und Mädchen in der Sporthalle des Freizeitforums an fünf Tagen in der Woche unter sich. Der Verein für Sport und Jugendsozialarbeit fungiert als Betreiber der Halle und bietet dort künftig Kurse an. Ziel des vom Bezirk Marzahn-Hellersdorf initiierten Modellprojekts: Die Zahl der im Verein Sport treibenden Frauen soll erhöht werden.

Ausgangspunkt war eine Statistik: Nur rund ein Drittel der Mitglieder in den Sportvereinen des Bezirks sind weiblich, dafür über die Hälfte der Kunden in privaten Fitnessstudios. Eine Umfrage ergab, dass sich Frauen von Sportangeboten einen geschützten, sicheren Rahmen, gute Erreichbarkeit, angenehme Räumlichkeiten und Geselligkeit wünschen. Mit dem Konzept einer generationenübergreifenden Frauensporthalle will man diesen Erwartungen nun unter einem Dach gerecht werden. Auch Frauen, die aus kulturellen und religiösen Gründen nicht gemeinsam mit Männern trainieren möchten, sollen sich angesprochen fühlen.

Aufgrund der Maßgaben an die Räumlichkeiten entschieden sich die Bezirksverordnetenversammlung und die für die Nutzung der Sportanlagen zuständige Kommission nach längerer Suche für die Halle im Freizeitforum. „Dieser Standort ist optimal für die Bedarfe der Frauen“, findet Bezirksbürgermeister und Sportstadtrat Stefan Komoß (SPD). Diskussionen gab es wegen der weiteren Nutzer des Forums; für die Realisierung des Konzepts müssen außerdem weitere Räume umgebaut werden. Dem Vorsitzenden des Bezirkssportbunds, Dr. Wolfgang Kieke, war daher klar: „Es wird Geld angefasst werden müssen.“ Die Kosten für die gesamten Umbaumaßnahmen beziffert Komoß auf rund 270.000 Euro; sie werden aus dem Etat des Schul- und Sportamts und aus dem Sanierungsprogramm für Schul- und Sportstätten beglichen. In der Bezirkspolitik waren diese zusätzlichen Ausgaben nicht unumstritten; die Linke hatte sich dagegen ausgesprochen.

Freitags und samstags auch für Männer

Den Betrieb und die Koordination der Frauensporthalle, die am 17. Januar 2015 eröffnen soll, übernimmt der Verein für Sport und Jugendsozialarbeit e.V. (VSJ). Dessen Vorsitzende Claudia Zinke und Bürgermeister Komoß unterschrieben am Freitagvormittag den entsprechenden Vertrag. Der VSJ ist eine Ausgründung des Landessportbunds und der Sportjugend Berlin und beschränkt sich gemäß seiner Satzung auf die Arbeit mit jungen Menschen unter 27 Jahren. Für die Angebote, die sich an Erwachsene richten, wird deshalb ein neuer Verein gegründet, der Mitgliedsbeiträge erhebt.

Der gefundene Kompromiss zur Nutzung der Halle sieht vor, dass diese von Sonntag bis Donnerstag Frauen vorbehalten bleibt. Mutter-Kind- sowie Oma-Kind-Kurse sind an diesen Tagen ebenfalls möglich. Freitags und samstags dürfen dort dann auch gemischtgeschlechtliche Gruppen Sport treiben. Die Sportvereine des Bezirks sollen mit bestehenden und neuen Angeboten als Nutzer integriert werden. Der VSJ will vor allem Kurse in den Bereichen Gesundheit, Gymnastik, Fitness, Tanz, Ausdauer und Selbstverteidigung organisieren. Neben der Sporthalle, in der noch eine Boulderwand zum Klettern errichtet wird, steht dafür ab Januar ein kleiner Bewegungsraum zur Verfügung. 2015 wird außerdem eine Brachfläche innerhalb des Freizeitforums umgebaut; dort entstehen weitere Flächen für Bewegung und Fitness.

Für die Projektleitung hat der VSJ die junge Berliner Sportwissenschaftlerin Lea-Katharina Seid eingestellt, die auch Tanz- und Erlebnispädagogin ist. Nach einem Jahr soll der Erfolg der Frauensporthalle evaluiert werden.

Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 51-55, 12679 Berlin
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