Interview

Judoka mit Leib und Seele

Judoka mit Leib und Seele
Der Gründer Lothar Nest, selbst zweifacher 9. Dan.
Vor 40 Jahren ging Lothar Nest mit seiner Sportschule in Mariendorf an den Start - heute ist sie fast schon eine Institution. Wie er das geschafft hat und welche Sportarten er selbst unterrichtet, das hat er uns im Interview erzählt.

Eine Sportschule, die bereits heute eine lebende Legende ist. Wie haben Sie das geschafft?

L.N.: „Eine Sportschule zu begründen, die sich vor allem auf den Judosport spezialisiert hat, scheint überholt. Heute nennt man das Fitness-Center oder auch Kampfsport. Doch vor 40 Jahren mit einem bescheidenen Startkapital von 10.000 DM hatten mir das außer meinem Freund Erhard Jung nur wenige zugetraut. Doch meine Schule und ich, wir sind heute noch in Mariendorf, Alt-Mariendorf 21, wo unser Domizil ist. Das macht mich stolz. Dabei war es nicht immer ganz einfach. Ich musste mit all den Judomatten einige Male umziehen. Von der Reulestraße in das Viktoria-Kino an der Eisenacher Straße 21, kurze Zeit später an den Mariendorfer Damm, bis ich schließlich 2006 mit der Sportschule in dem Flachbau Alt-Mariendorf 21 auf mehr als 1.200 Quadratmetern Fläche mit insgesamt 15 Räumen einen optimalen Standort gefunden habe. All das wäre nicht möglich, wenn die Angebote, die in der Sportschule geboten werden, nicht die Menschen ansprechen würden.“

Sportschule! Was verbirgt sich dahinter?

L.N.: „Ich bin Judoka, und das mit Leib und Seele, also ein Kampfsportler. Seit meiner Jugend treibe ich Sport. Es waren schließlich die Erlebnisse auf der Straße, die mich 1960 zum Judo brachten. Ich wollte mich wehren. Wehren gegen die Machenschaften von Straßenbanden. Über die Jahre hinweg konnte ich in meiner Sportschule ein breites Spektrum an Sportarten aufbauen. Neben Judo für Erwachsene sind es spezielle Kurse für Kinder. Zudem haben wir unsere Trainings- und Wettkampfprogramme Tae-Kwon-Do, eine koreanische Sportart, Kick-Boxen, Ju-Jutsu, Karate und Kung-Fu aufgenommen.“

Welche Sportarten unterrichten Sie?

L.N.: „Ich bin der Spezialist für Judo und Selbstverteidigung. Die anderen Sportarten werden unter der fachgerechten Anleitung von Spezialisten trainiert. Die Faustregel, die wir jedem Sportler auf den Weg geben: ‚Ein Kampfsportler greift niemals zuerst an, weder geistig noch körperlich.‘ Das gilt grundsätzlich außerhalb der Wettkampfstätten. Auf der Matte muss er sich natürlich beweisen. Doch der Sieg alleine zählt nicht. Ich bin beispielsweise auf eine Niederlage stolz. So habe ich gegen Judo-Olympiasieger Nakatani nur mit 1:2 verloren! Der Fight war so genial und zugleich so fair, dass es Spaß gemacht hat, auf der Matte zu kämpfen. Ich bestritt 681 öffentliche Kämpfe in fünf Kampfsportarten weltweit, von 1960 bis 1987! Und international geht es auch bei uns in der täglichen Arbeit zu. Denn oft können wir Größen der verschiedensten Kampfsportarten hier begrüßen und mit ihnen auch trainieren. Das sind die Überraschungseffekte, die nicht angekündigt werden, die einfach passieren. Es lohnt sich daher allemal, hier regelmäßig zu trainieren.“


Quelle: kompakt

Lothar Nest, Alt-Mariendorf 21, 12107 Berlin-Tempelhof

Lothar Nest

Der Gründer Lothar Nest, selbst zweifacher 9. Dan.

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