Brandy Melville, Lululemon, hippe Restaurants, zahlreiche nachhaltige Fashion-Labels und sogar ein Apple-Flagship-Store: Das Viertel rund um den Hackeschen Markt und die Hackeschen Höfe in Berlin-Mitte ist eines der beliebtesten und lebendigsten Shopping- und Lifestyle-Areale Berlins. Berlin-Mitte und das Umfeld des Hackeschen Marktes gelten als die gefragtesten Adressen für kurzzeitige Pop-up-Stores, Marken-Launches und Events. Auch im Rahmen der Berliner Fashion Week finden hier immer wieder trendige Veranstaltungen statt. Und wer eine Auszeit vom Dauershoppen braucht, kann entspannt über die Einkaufsmeile flanieren oder sich in schicken Bars oder Cafés inmitten der historischen Jugendstil-Höfe niederlassen.
Qiez zu Google hinzufügenKurzum: Das Viertel ist aus dem modernen Berlin im Prinzip gar nicht mehr wegzudenken. Doch das war noch nicht immer so – wir nehmen dich mit auf eine Zeitreise und zeigen dir, wie sich der Hackesche Markt im Laufe der Zeit entwickelt hat.
Gründung und jüdisches Kulturzentrum
Seinen Namen verdankt der Hackesche Markt dem preußischen Generalleutnant und Berliner Stadtkommandanten Friedrich Graf von Hacke. Dieser sollte im Auftrag von König Friedrich II. die ungenutzten Sumpf- und Freiflächen direkt vor der alten Festungsmauer bebauen lassen. Mitte des 18. Jahrhunderts, nach dem Abtragen des Festungswalls, ließ er den Platz anlegen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war der Ort von hölzernen Marktbuden und provisorischen Ständen geprägt. Die Tradition des Händlermarkts hat sich in gewisser Weise bis heute erhalten.
Bereits vor Errichtung des Platzes, ab dem späten 17. Jahrhundert, entwickelte sich das Viertel zum Zentrum jüdischen Lebens. Jüdische Familien siedelten sich rund um die Rosenthaler Straße und Oranienburger Straße an. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Umgebung des Hackeschen Marktes zu einem der wichtigsten Orte jüdischer Kultur, Wissenschaft und Gemeinschaft in Berlin. Heute noch prägen der alte jüdische Friedhof und die Neue Synagoge das Bild des Viertels.
Verfall und anschließende Restaurierung
1906 eröffnete am Hackeschen Markt Deutschlands größter geschlossener Hofkomplex: Der Architekt Kurt Berndt entwarf ein für damalige Verhältnisse revolutionäres Konzept der Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe, Kultur und Gastronomie. Bevor die Höfe entstanden, befand sich auf dem Grundstück der Betrieb des Glaswarenfabrikanten Hans Quilitz, dessen Erbengemeinschaft angesichts des Industrie- und Einwohnerwachstums angrenzende Grundstücke kaufte, um ein zusammenhängendes Großprojekt zu realisieren. Die berühmte, farbig geflieste Jugendstil-Fassade im ersten Innenhof sowie die Festsäle wurden vom Architekten und Künstler August Endell gestaltet.
1924 übernahm der Unternehmer Jakob Michael die Mehrheit an den Hackeschen Höfen. Als Hauptmieter zog die Emil Köster AG ein, die den Gebäudekomplex unter anderem als Büro-, Lager- und Logistikzentrum für das „Deutsche Familien-Kaufhaus“ (DeFaKa) nutzte. Wenig später wurde Jakob Michael jedoch aufgrund seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt. Er emigrierte in den 1930er-Jahren in die USA. Im Jahr 1940 wurden die Hackeschen Höfe im Rahmen der arisierenden Gesetzgebung zwangsversteigert und landeten schließlich beim Mieter: der Emil Köster AG.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Komplex 1951 von den DDR-Behörden enteignet und in „Volkseigentum“ überführt. Während der DDR-Zeit verfiel die historische Bausubstanz der sogenannten Spandauer Vorstadt zusehends. So kam es dazu, dass die Höfe und Wohnungen vergrauten und Gewerbe verstaatlicht oder geschlossen wurden. Erst nach dem Mauerfall zogen wieder viele Künstler, Theatermacher – wie etwa das große Chamäleon-Varieté – sowie Hausbesetzer in das Viertel. Ab 1994 setzte schließlich die großflächige, denkmalgerechte Sanierung ein. So konnte das Viertel schlussendlich wieder seinen alten Glanz zurückgewinnen und sich Schritt für Schritt in seine heutige Form verwandeln.
Umfangreiche Sanierungen beeinträchtigen das Shopping-Erlebnis
Aktuell beeinträchtigen umfangreiche Baumaßnahmen den Shopping-Spaß. Tausende Touristen und kauflustige Berlinerinnnen und Berliner drängeln sich jeden Samstag über die engen Bürgersteige. Aktuell wird der Bewegungsradius noch durch umfangreiche Gleisbauarbeiten der BVG beeinträchtigt. Das dauert auch noch fast bis zum Ende des Jahres (13.12.2026). Erst zum Vierten Advent soll alles wieder normal laufen am Wochenende. Aber die Geschäfte haben geöffnet und man kann nach Herzenslust in den Parfümerien, Schmuck- und Modeläden stöbern.
Mehr Shopping-Inspirationen findest Du hier:






