Stadtentwicklung

Bald kannst du wieder in der Spree schwimmen

Bald kannst du wieder in der Spree schwimmen
Im Juni kannst du wieder testen, wie erfrischend die Spree wirklich ist...
Ein heißer Tag in Mitte – zur Abkühlung springst du einfach in die Spree... Was absurd klingt, könnte bald Alltag werden. Der Verein Flussbad Berlin arbeitet mit vielen Unterstützern an der Umsetzung dieser kühlenden Vision.

Vielleicht kostet es ein wenig Überwindung, in den Spreekanal zu springen, aber die Wasserqualität ist besser als ihr Ruf. Viel besser, deshalb will der Verein Flussbad Berlin schon ab 2021 temporäre Öffnungen des Bades erreichen. Bis dahin musst du aber nicht warten, weil am 25. August 2019 das jährliche Schwimmen stattfindet, bei dem du den Flussbad-Pokal erringen kannst. Der ursprüngliche Termin am 16. Juni musste aufgrund der Unwetter abgesagt werden: Zu viel Abwasser wurde in den Spreekanal gespült. Wer weniger ehrgeizig ist, kann auch einfach so schwimmen – anmelden müssen sich allerdings alle online.

Wasser aus der Spree wird gefiltert

Bis das Bad jeden Tag und immer zur Verfügung steht, dauert es aber doch noch. Der Verein Flussbad Berlin muss noch einiges stemmen, hat aber auch schon etliches geschafft. Das Projekt ist im Koalitionsvertrag verankert und erhält tatsächlich auch enorme Unterstützung aus dem Abgeordnetenhaus. Vor zwei Jahren nahm dann das Filterschiff Hans Wilhelm seinen Dienst auf: Auf dem 42 Meter langen Kahn sind eine Filteranlage und ein Wasserbecken eingebaut, um die Spree auf natürliche Art zu reinigen. Das Spreewasser weist zwar trotz Filterung einen hohen Sulfatgehalt auf, solange es aber nicht in großen Mengen getrunken wird, ist das völlig problemlos. „In manchem Mineralwasser ist mehr Sulfat enthalten als in der Spree“, sagt Professor Heiko Sieker, Bauingenieur für Urbane Hydrologie an der TU Berlin. Und: Die guten Ergebnisse der letzten Jahren sind auch der Grund, warum der Verein schon 2021 öfter Schwimmer ins Wasser lassen will.

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von rbb24 (@rbb24) am Jul 2, 2018 um 6:26 PDT

Das Flussbad Projekt ist in drei Teile aufgeteilt: Zur Filterung des über 800 Meter langen Flussbads zwischen Bode-Museum und Lustgarten soll zusätzlich zum Filterkahn ein vorgelagerter, 400 Meter langer, ökologischer Pflanzenfilter mit Kiesbett eingesetzt werden. Der Anfang der Spreeabzweigung wird zu einem flachen, renaturierten Flusslauf umgewandelt, der den ökologischen Zustand des Gewässers verbessern soll. Am Humboldtforum wäre dann der Einstieg ins Bad. Die Treppe dazu soll bis 2023 fertig sein. Denkmalschützer kritisieren derzeit noch einige Punkte am Projekt: So könnte ein Abriss der Ufermauer am Lustgarten den Unesco-Welterbestatus der Museumsinsel gefährden und das Schilf-Filterbecken an der Jungfernbrücke würde die Spiegelung der ältesten Brücke Berlins, ein beliebtes Fotomotiv, zerstören.

Berlin wie vor 100 Jahren

Bisher wird das Projekt durch Spenden und Förderungen vom Bund und dem Land Berlin finanziert. Das Flussbad Berlin will „die Ufer der Spree und den Spreekanal zu einem neuen Ort der Begegnung für die Stadtbewohner“ gestalten und „ihn als gesäuberte Lebensader im Zentrum Berlins für alle zugänglich machen“, wie es auf der Website heißt. Da das Bad vermutlich erst im Jahr 2025 und damit genau 100 Jahre nach der Schließung des letzten innerstädtischen Flussbads in Berlin öffnen wird, lohnt es sich, die Chance zum Probeschwimmen zu nutzen. Weitere Infos zu allen Events und Möglichkeiten der Anmeldung findest du auf der Website vom Flussbad Berlin.

Weitere Artikel zum Thema Wohnen + Leben

Ausflüge + Touren | Wohnen + Leben
Darum ist es in Lübars am schönsten
Lübars, das Landidyll von Berlin: Wer mal eben Dorf gucken will, ist hier richtig. Doch […]
Ausflüge + Touren | Wohnen + Leben
Darum ist es in Zehlendorf am schönsten
Der Ortsteil Zehlendorf wird meist stiefmütterlich behandelt, weil er nicht wie Wannsee mit Wasser protzt […]