Lost Place in Treptow

Was passiert denn jetzt mit dem Spreepark?

Was passiert denn jetzt mit dem Spreepark?
Das Riesenrad im Spreepark soll sich wieder über einem Wasserbecken drehen. Eine von vielen Maßnahmen für die Wiederbelebung des Parks.
Der Spreepark in Berlin Plänterwald wird vom Lost Place zum Kultur- und Kunstpark ausgebaut. Beim Konzept für diese besondere Attraktion dürfen die Berliner mitreden. Hier sind alle aktuellen Fakten zum Umbau.

Er war ein Geschenk zum 20. Geburtstag der DDR. Heute ist er nur noch eine schöne Erinnerung für Berliner und ein beliebter Lost Place für Touris: der Spreepark Berlin. Seit 2001 sind seine Tore dicht. Von der Rummelsburger Bucht aus oder beim Spaziergang durch den Plänterwald sieht man sein Riesenrad aber noch immer gespenstisch im Wind drehen. Und insgesamt dreht sich da auch ganz gewaltig was: Im Spreepark wird fleißig geplant, gebuddelt und besichtigt.

Das Gelände vom ehemaligen Freizeitpark gehört dem Land Berlin. Die landeseigene Grün Berlin GmbH hat nach mehreren Bürgerdialogen zum Park eine Entscheidung gefällt: Die Mehrheit wünschte sich die Sanierung der Anlage, auch wenn der Erhalt teurer ist als ein Neubau. Der Anspruch ist hoch, der Spreepark soll der erste europäische Kunst- und Kulturpark werden. Beides soll mit der Natur „überraschende Verbindungen eingehen“, so Grün Berlin. Im Vordergrund stehe außerdem, den Charme des früheren Freizeitparkes zu erhalten. Gelingen soll das, indem Reste aus dem früheren Betrieb neu genutzt werden.

So gut wie sicher: So wird der Park umgebaut

Bisher sieht der Bebauungsplan folgende Projekte vor: Das Riesenrad und die alten Saurierfiguren sollen saniert und alte Fahrgeschäfte zu schwebenden Spazierwegen werden – bis zu vier Meter hoch und insgesamt fast 5 Kilometer lang. Die Wildwasserbahn Grand Canyon würde dann mit Wegen, Treppen, Rampen und Rutschen bald begehbar und mit anderen Attraktionen wie der Schwanenfahrt verbunden sein. Laut den Plänen wird das Englische Dorf zum Veranstaltungsort, ebenso wie die verwitterte ehemalige Hauptgastronomie. Die alte Achterbahn Spreeblitz würde zur begehbaren Installationsfläche.Simulation vom neuen Spreepark Rundweg, die Wildwasserbahn Grand Canyon ist trockengelegt und begehbar, ringsherum wachsen Bäume, Blumen und Gras

Die Wildwasserbahn Grand Canyon als außergewöhnlicher Spazierweg durch die Natur.

Toll für Anwohner vom Plänterwald: Auch eine Verbindung vom Dammweg bis an die Spree soll entstehen, zum Beispiel als Brücke, die über den kompletten Spreepark führt. Außerdem gibt es Pläne, das frühere 360° Kino Cinema 2000 wiederzubeleben. Als ein neuer Spreepark-Eingang nahe dem Treptower Park könnte es Besucher über die Geschichte des Areals informieren. Wenn alles nach diesem Rahmenplan läuft, kann es mit dem Umbau frühestens in zwei Jahren losgehen. Denn all die guten Vorschläge können bis zum Ende des Beteiligungsverfahrens im Jahr 2020 noch geändert oder verworfen werden.

Schon 2021 sollen im Eierhäuschen Gastronomie und Künstler einziehen, kreativ werden und ausstellen. Auch die alte Maschinenhalle, die zur Veranstaltungs-Location umgebaut wird, bietet künftig Platz für Ateliers, Kunstausstellungen, Tanzperformances und Lesungen. Neue, performative Touren durch den Park geben schon jetzt den Auftakt für das künstlerische Schaffen. Sie finden von Juni bis Oktober 2018 statt und können bald beim ZRK – Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum – gebucht werden.

Mit dem Schiff zum Spreepark

Da der Spreepark mit den Öffentlichen noch schwer zu erreichen ist, gibt es auch Pläne, ihn besser an andere Kulturstandorte wie den Holzmarkt oder das Spreeufer in Oberschöneweide anzubinden – per Wasserweg. Am Eierhäuschen, das derzeit restauriert wird, soll ein Schiffsanleger entstehen und auch die Fahrradwege sollen ausgebaut werden. Zäune schützen das Gelände auch in Zukunft vor Vandalismus. Die werden zwar so versetzt, dass sie vom Plänterwald und Treptower Park weniger gesehen werden, aber dadurch kommst du weiterhin nur auf geführten Touren auf das Gelände. Einen Blick in die Zukunft des Spreeparks soll zusätzlich noch in diesem Sommer ein neuer Info-Pavillon am jetzigen Haupteingang des Spreeparks geben, der auf dem besten Wege vom Lost Place zum „Place to see“ ist.

Simulation Achterbahn Spreeblitz im Spreepark wird zum Ausstellungsort. Menschen spazieren über schwebenden Weg zum Eingang, der wie ein blaues Gesicht einer Krinsekatze aussieht

Die Achterbahn Spreeblitz wird zum "Catwalk" mit Platz für Kunst.

Spreepark Plänterwald, Wasserweg, 12437 Berlin

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Termine für Führungen um den Park herum können der Website entnommen werden.