Lost Place in Treptow

Was passiert denn jetzt mit dem Spreepark?

Was passiert denn jetzt mit dem Spreepark?
So sieht der Spreepark aktuell von oben aus. Doch bald gibt es noch viel mehr zu sehen. Zur Foto-Galerie
Der Spreepark in Berlin Plänterwald wird vom Lost Place zum Kultur- und Kunstpark ausgebaut. Beim Konzept darf jeder mitreden, jetzt geht die Bürgerbeteiligung in die zweite Runde. Hier sind alle aktuellen Fakten zum Umbau und Infos zum Neuzugang: dem Info-Pavillon für hautnahe Einblicke.

Er war ein Geschenk zum 20. Geburtstag der DDR. Heute ist er nur noch eine schöne Erinnerung für Berliner und ein beliebter Lost Place für Touris: der Spreepark Berlin. Seit 2001 sind seine Tore dicht. Von der Rummelsburger Bucht aus oder beim Spaziergang durch den Plänterwald sieht man sein Riesenrad aber noch immer gespenstisch im Wind drehen. Noch. Denn insgesamt dreht sich da auch ganz gewaltig was: Im Spreepark wird fleißig geplant, gebuddelt und besichtigt.

Das Gelände vom ehemaligen Freizeitpark gehört dem Land Berlin. Die landeseigene Grün Berlin GmbH hat seit 2016 schon mehrere Bürgerdialoge zum Park durchgeführt. Wer möchte, konnte dort seinen Teil zur Umgestaltung des Geländes beitragen. In diesem Sommer geht die Beteiligung in die nächste Runde, bei der du auf die Verantwortlichen für die Parkgestaltung triffst. Das Ziel: „Die im vergangenen Jahr mit öffentlicher Beteiligung erfolgreich abgeschlossene Rahmenplanung in einzelnen Bereichen zu vertiefen“, sagt Grün Berlin Geschäftsführer Christoph Schmidt.

So kannst du bei den Plänen für den Spreepark mitmischen

Aus den bisher eingebrachten Ideen ist nämlich schon ein konkreter Plan geworden: Die Mehrheit wünschte sich die Sanierung der Anlage, auch wenn der Erhalt teurer ist als ein Neubau. Der Anspruch ist hoch, der Spreepark soll der erste europäische Kunst- und Kulturpark werden. Beides soll mit der Natur „überraschende Verbindungen eingehen“, so Grün Berlin. Im Vordergrund stehe außerdem, den Charme des früheren Freizeitparks zu erhalten. Gelingen soll das, indem Reste aus dem früheren Betrieb neu genutzt werden.

Und so soll die Beteiligung 2019 aussehen: In diesem Sommer finden mehrere „öffentliche Themenwerkstätten“ statt. Ab Ende Mai wird da ganz konkret darüber gesprochen, wie einzelne Baustellen im Spreepark angegangen werden. Definitiv gesetzt sind bisher die Themen Verkehrsanbindung, Natur- und Umwelt, welche Kunst in Zukunft im Eierhäuschen entstehen und im Park zu sehen sein wird und wie genau die alten Fahrgeschäfte und ihre Geschichte in den Park integriert werden. Wer nicht zu diesen Werkstätten kommen kann oder möchte, erfährt den Zwischenstand auf anschließenden Infoveranstaltungen. Ganz groß bekanntgegeben werden die gesammelten Ergebnisse dann im Herbst.

So gut wie sicher: So wird der Park umgebaut

Bisher sieht der Bebauungsplan folgende Projekte vor: Das Riesenrad und die alten Saurierfiguren sollen saniert und alte Fahrgeschäfte zu schwebenden Spazierwegen werden – bis zu vier Meter hoch und insgesamt fast fünf Kilometer lang. Die Wildwasserbahn Grand Canyon würde dann mit Wegen, Treppen, Rampen und Rutschen bald begehbar und mit anderen Attraktionen wie der Schwanenfahrt verbunden sein. Laut den Plänen wird das Englische Dorf zum Veranstaltungsort, ebenso wie die verwitterte ehemalige Hauptgastronomie. Die alte Achterbahn Spreeblitz würde zur begehbaren Installationsfläche.

 

Simulation vom neuen Spreepark Rundweg, die Wildwasserbahn Grand Canyon ist trockengelegt und begehbar, ringsherum wachsen Bäume, Blumen und Gras

Die Wildwasserbahn Grand Canyon als außergewöhnlicher Spazierweg durch die Natur.

Toll für Anwohner vom Plänterwald: Auch eine Verbindung vom Dammweg bis an die Spree könnte entstehen; zum Beispiel als Brücke, die über den kompletten Spreepark führt. Außerdem gibt es Pläne, das frühere 360° Kino Cinema 2000 wiederzubeleben. Als neuer Spreepark-Eingang nahe dem Treptower Park könnte es Besucher über die Geschichte des Areals informieren.

Wenn alles nach diesem Rahmenplan verläuft, kann es mit dem Umbau frühestens 2020 losgehen. Denn all die guten Vorschläge können bis zum Ende des Beteiligungsverfahrens im selben Jahr noch geändert oder verworfen werden.

Schon 2021 sollen im Eierhäuschen Gastronomie und Künstler einziehen, kreativ werden und ausstellen. Es wird gerade schon saniert und soll bald den Eingangsbereich zum Spreepark bilden. In diesem Herbst steht das Richtfest an. Auch die alte Maschinenhalle, die zur Veranstaltungs-Location umgebaut wird, bietet künftig Platz für Ateliers, Kunstausstellungen, Tanzperformances und Lesungen. Neue, performative Touren durch den Park gaben schon im vergangenen Sommer den Auftakt für das künstlerische Schaffen – und haben uns bei unserem Besuch so überzeugt, dass wir auf eine Fortsetzung in den nächsten Jahren hoffen.

Simulation Achterbahn Spreeblitz im Spreepark wird zum Ausstellungsort. Menschen spazieren über schwebenden Weg zum Eingang, der wie ein blaues Gesicht einer Krinsekatze aussieht

Die Achterbahn Spreeblitz wird zum "Catwalk" mit Platz für Kunst.

Mit dem Schiff zum Spreepark

Da der Spreepark mit den Öffentlichen noch schwer zu erreichen ist, gibt es auch Pläne, ihn besser an andere Kulturstandorte wie den Holzmarkt oder das Spreeufer in Oberschöneweide anzubinden – per Wasserweg. Am Eierhäuschen soll ein Schiffsanleger entstehen und auch die Fahrradwege sollen ausgebaut werden. Nur eine neue Straße durch den Plänterwald schließt Grün Berlin bisher aus. Zäune schützen das Gelände auch in Zukunft vor Vandalismus. Die werden zwar so versetzt, dass sie vom Plänterwald und Treptower Park weniger gesehen werden, aber dadurch kommst du weiterhin nur auf geführten Touren auf das Gelände.

Neueste Attraktion ab sofort: der Infopavillon

Einen Blick in die Zukunft des Spreeparks gibt ab dem 31. März außerdem ein Info-Pavillon am jetzigen Haupteingang vom Spreepark. Hier kannst du schon einmal einen Blick in die Zukunft werfen. Denn neben großen Tafeln mit Bildern und Erklärungen befinden sich auch so genannte Guckis darin. Durch diese Brillen siehst du, wie durch ein Fernglas, Visualisierungen aus dem aktuellen Rahmenplan für das Areal. Bis Ende November öffnet der Infospot an Sonntagen von 12 bis 16 Uhr. So kannst du dich davon überzeugen, dass der Park auf dem besten Weg vom Lost Place zum „Place to see“ ist.

Brillen für den Blick in die Zukunft und Plakate im Info-Pavillon.

 

Du möchtest das Ganze schon jetzt besichtigen? Dann klick dich in unseren Artikel über die geführten Touren durch den Spreepark.

Foto Galerie

Spreepark Plänterwald, Wasserweg, 12437 Berlin

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Termine für Führungen um den Park herum können der Website entnommen werden.

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