Start-ups Berlin

Von Kindern, Krisen und Verfolgungsjagden

Von Kindern, Krisen und Verfolgungsjagden
Jugendliche in Kabul weigern sich, ihre aussichtslose Zukunft zu akzeptieren. Conflictfood unterstützt sie unter anderem mit dem Benefiz-Dinner "Make Saltos Not War".

Berlin ist die Stadt der Pioniere, darum trägt sie auch stolz den inoffiziellen Titel "Start-up-Hauptstadt". Im Wettbewerb "Land der Ideen" gewannen rund 25 spannende Projekte aus Berlin. Wir verraten dir unsere drei Favoriten.

Offen denken – Damit sich Neues entfalten kann! Wenn das nicht das perfekte Motto für Berlin ist, wo Offenheit quasi Grundvoraussetzung für das hauptstädtische Leben ist. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass Berlin unter den 1000 deutschlandweiten Bewerbern im Start-up-Wettbewerb der Deutschen Bank und der Initiative Deutschland – Land der Ideen so gut abgeschnitten hat. Gewählt wurden dieses Jahr wieder die 100 spannendsten Projekte, die besonders innovativ sind und das Potenzial von Offenheit in unserer Gesellschaft widerspiegeln. Die Gewinner dürfen sich jetzt als Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen rühmen.

Start-ups beweisen Mut zum Umdenken

Eines dieser vielversprechenden Projekte heißt Familyship – eine Plattform für Co-Parenting. Die kommt genau zur richtigen Zeit, denn der Trend Karriere-statt-Kind ist vorbei. Gründe dafür sind unter anderem die Verbesserung der Kinderbetreuung, das Umdenken von Arbeitgebern, aber auch der politische Beschluss der Ehe für alle. Auch wenn man für Kinder nicht unbedingt einen Trauschein braucht, denken manche homosexuelle oder transgender Pärchen erst durch die zunehmende Akzeptanz und die neue Rechtsgrundlage vermehrt über Kinder nach. Schließlich war es selbst für eingetragene Partnerschaften nicht leicht, ein Kind zu adoptieren oder eine Patenschaft zu übernehmen. Familyship steht für ein neues Familienmodell. Es bringt Menschen über ein Internetportal zusammen, die auf freundschaftlicher Basis eine Familie gründen wollen. Damit werden natürlich auch heterosexuelle Singles angesprochen, die gerne Eltern werden wollen. Das Portal findet Anklang – die Annoncen-Anzahl steigt zunehmend. 

Action statt mahnende Worte

Unser zweiter Favorit steht für Action: Verschlüsselung und Datenschutz sind garantiert keine sexy Themen für Jugendliche, die vornehmlich auf Instagram und Snapchat Bilder von sich posten. Deswegen hat der Verein für Medienbildung medialepfade das Online-Rollenspiel Data Run entwickelt. Es soll Schüler ab der 7. Klasse für Themen rund um Überwachung sensibilisieren. In dem actionreichen Alternate Reality Game Data Run attackieren Kriminelle die Versorgungseinrichtungen einer Stadt. Die Jugendlichen versuchen in einem Wettlauf gegen die Zeit, sie zu stoppen: Dabei müssen sie Passwörter knacken und wie Hacker mit Crypto-Programmen arbeiten. Das wollen wir auch spielen, selbst wenn wir aus dem Zielgruppenalter herausgewachsen sind!

Wenig Aufwand und große Wirkung

Mit Essen die Welt verbessern? Das funktioniert mit dem dritten Start-up Conflictfood. Das Projekt vertreibt landestypische Spezialitäten aus Krisengebieten, um dort ansässige Kleinbauern direkt zu fördern und lokale Strukturen zu stärken. Im Angebot finden sich unter anderem feinster Safran aus Afghanistan und Bio-Freeke – junger, gerösteter Weizen aus Palästina. Mit ihrer Initiative wollen die Gründer langfristig Fluchtursachen bereits an der Wurzel bekämpfen und auch Jugendlichen eine Perspektive für eine bessere Zukunft aufzeigen. Ein Teil des Erlöses geht entsprechend an Bildungsstätten im krisengebeutelten Herstellungsland. Verpackt werden die Pakete von den Berlinern Delphin-Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Rundum eine gute Idee, von der alle Seiten profitieren!

Delphin Werkstätten, Wilhelm-Kuhr-Str. 66, 13187 Berlin

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