Shopping in Berlin

Steglitz bekommt viertes Einkaufszentrum

Alt und neu. Auf dem Gelände des ehemaligen Wertheim-Kaufhauses an der Steglitzer Schloßstraße entsteht der "Boulevard Berlin" – Teile der alten Fassade wurden integriert.
Alt und neu. Auf dem Gelände des ehemaligen Wertheim-Kaufhauses an der Steglitzer Schloßstraße entsteht der "Boulevard Berlin" – Teile der alten Fassade wurden integriert. Zur Foto-Galerie
Am 4. April eröffnet das Shoppingcenter "Boulevard Berlin" an der Schloßstraße. Es vereint bekannte Modeketten, den größten Elektronikmarkt der Hauptstadt und einen Kaufhaus-Konzern unter seinem Dach - doch braucht Steglitz einen weiteren Einkaufstempel?

Insgesamt ist es das 63. Einkaufszentrum Berlins und bereits das vierte an der Steglitzer Einkaufsmeile: Am 4. April öffnen sich die Tore zum „Boulevard Berlin“ auf dem Grundstück des ehemaligen Wertheim-Warenhauses zwischen Schildhorn- und Treitschkestraße. Den 180 Läden und Lokalen stehen insgesamt 76.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung – zu den Mietern gehören die Modemarken Hollister, Esprit, Mexx, Hallhuber, S. Oliver, Zara und Gerry Weber.

Drei attraktive Mieter sollen die Kundschaft besonders anziehen, zwei davon sind extra in das neue Center umgezogen: Saturn kommt aus dem Geschäftshaus Schloßstraße 110 und wird mit über 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zum „größten Elektronikfachmarkt Berlins“, während Karstadt Sports das Forum Steglitz verlässt. Das reguläre Karstadt-Warenhaus befindet sich bereits am Standort – es hatte nach einer Modernisierung 2009 wiedereröffnet.

Angebot und Nachfrage

In den Boulevard Berlin wurden außerdem ein Fitnesscenter, ein Parkhaus mit 900 Stellplätzen und ein eigener U-Bahn-Zugang integriert. Der Bauherr Multi Development hat beinahe 400 Millionen Euro in das Projekt investiert. Die Ecke Treitschke-/Schloßstraße wurde eigens für den Verkehr gesperrt. Dort befinden sich der Haupteingang und eine glasüberdachte Promenade. Die Grünanlage an der Treitschkestraße, der Harry-Breslau-Park, wurde neu gestaltet. Hier steht nun das „Terrassenhaus“, in dem auf der zweiten Etage 2700 Quadratmeter Fläche für Gastronomie vorgesehen sind.

Ob die Schloßstraße nach dem Forum Steglitz, dem „Schloss“-Center und dem Schloss-Straßen-Center (SCC) am Walther-Schreiber-Platz auch noch ein viertes großes Einkaufszentrum verträgt, ist fraglich. Das SCC hatte von Beginn an größere Probleme; zurzeit wird umgebaut, mehrere Ladenräume stehen leer. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg argumentiert dagegen, dass die Schlossstraße aufgrund ihres guten Rufs als Einkaufsstraße auch Kunden aus benachbarten Bezirken sowie dem südlichen Berliner Umland anziehe.

Der Umbau der Schloßstraße durch das Bezirksamt ist inzwischen abgeschlossen. Es gibt nur noch eine Autospur und einen Fahrradstreifen pro Richtung, an einigen Stellen wurden die Gehwege verbreitert. Das Ziel der Neugestaltung war, den Durchgangsverkehr auf die parallel verlaufende Stadtautobahn – die sogenannte Westtangente – zu verdrängen. Allerdings scheint sich die Zahl der Busse und Autos, die die Schloßstraße nutzen, nicht verringert zu haben. Und Fahrradfahrer müssen auf der für sie reservierten Spur häufig Lieferwagen und Falschparkern ausweichen.

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Quelle: Der Tagesspiegel

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