• Mittwoch, 27. Februar 2013
  • von Patrick Paul

Studie gegen Bebauung

Wird Parks Range ein Naturschutzgebiet?

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  • Parks Range
    Zukunft offen: Ob in Parks Range gebaut oder ein Naturschutzgebiet eingechtet wird, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Foto: QIEZ - ©P. Paul
  • Parks Range
    Rund 111 Hektar umfasst das ehemalige Truppenübungsgelände Parks Range, auf dem Laub- und Nadelbäume stehen. Foto: QIEZ - ©P. Paul

Seit 1994 hat sich das ehemalige Militärübungsgelände Parks Range in Lichterfelde Süd durch Beweidungsnutzung zu einer für den Artenschutz bedeutsamen Landschaft entwickelt. Eine nun veröffentlichte Studie empfiehlt, einen Großteil des Parks zum Naturschutzgebiet zu erklären.

Vor knapp 20 Jahren verließen die alliierten Streitkräfte das Militärübungsgelände Parks Range in Lichterfelde Süd. Das Areal kaufte die Immobiliengesellschaft CA Immo, die das Gelände zur Zwischennutzung an die Reitergemeinschaft Holderhof verpachtete. Seither nutzen die  Pferde des Hofs das weitläufige Gebiet, das sich zu einem einzigartigen Biotop entwickelt hat. Es entstand eine große Artenvielfalt mit Pflanzen und Tieren, die teilweise unter Artenschutz stehen. Nachdem das Areal im Juli 2012 für rund 12 Millionen an die Groth-Gruppe verkauft wurde, die bereits mehrere große Bauprojekte in Berlin realisiert hat, wächst die Angst vor der Zerstörung des Naturgebiets.

Golfplatz oder naturrechtlicher Schutz?

Doch Bürger und Reitgemeinschaft wehren sich und weisen immer wieder auf die Entwicklung und die entstandene Einzigartigkeit der Flora und Fauna in Parks Range hin. 2012 gab es einen Teilerfolg - die Bürgerinitiative "Landschaftspark Lichterfelde Süd" gewann in der Kategorie "Umweltmanagement" einen Preis der Naturschutzorganisation BUND. Die Auszeichnung rüttelte auch die Politik wach, die sich seitdem gegen die komplette Bebauung des Geländes mit bis zu 3000 Wohneinheiten einsetzt. Angeblich soll es auch Pläne in der Schublade geben, welche die Errichtung eines Golfplatzes vorsehen.

Um die künftigen Perspektiven abzuwägen gab der Bezirk Steglitz-Zehlendorf im vergangenen Jahr eine Studie in Auftrag, die vom Büro für Naturschutz- und Landschaftsentwicklung "Fugmann & Janotta" durchgeführt wurde. Die Ergebnisse, veröffentlicht am 26. Februar 2013, untermauern die Schutzwürdigkeit des Areals und dessen Umwandlung in ein Naturschutzgebiet. 84 der 111 Hektar sollen durch das Land Berlin naturrechtlich ausgewiesen werden. Laut Gutachten ist "eine für den Naturschutz äußerst wertvolle halboffene Weidelandschaft" entstanden, in der viele seltene Tiere und Pflanzen eine Heimat gefunden haben. 

Gutachten belegt seltene Arten

Die Gutachter halten weiter fest, dass es insgesamt eine ungewöhnliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren gibt. In den Untersuchungen wurden 861 Arten aus 16 verschiedenen Organismengruppen nachgewiesen, von denen rund 100 Arten laut Roter Liste als gefährdet gelten. Darunter befinden sich die vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten "Rauer Hahenfuß", "Kleiner Eberwurz" und "Mäuseschwänzen". Auch bei den Tieren gibt es gefährdete Arten. Unter den 50 Vogelarten im Gebiet brauchen besonders Heidelerche, Wendehals, Pirol und Braunkehlchen Schutz. Daneben gibt es seltene Feldhasen, Fledermäuse, Erdkröten, Heuschrecken, Zauneidechsen und Schmetterlinge, die sich in einem Naturschutzgebiet entfalten könnten.

"Ich freue mich, dass es mit dieser Studie gelungen ist, die hohe Wertigkeit dieses Gebiets für den Naturschutz – weit über die Grenzen Berlins hinaus – zu dokumentieren und zu bewerten. Ursache für den Artenreichtum seltener Arten und der ansprechenden Landschaft ist die extrem extensive Landschaftspflege der Reitgemeinschaft Holderhof, insbesondere von Frau Anne Loba und ihrem Team. Ich weiß diese Arbeit zu schätzen und werde mich für den weiteren Schutz des Gebiets einsetzen", sagte Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto bei der Präsentation der Studie.

Mehr Infos zur Studie

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Quelle: QIEZ
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