Straßenreinigung in Neukölln

Hufeisensiedlung in Britz: BSR fordert Parkverbot

Halteverbot herrscht in einigen Straßen in der Britzer Hufeisensiedlung für ein paar Stunden im Monat. Die BSR hat das durchgesetzt, um die Straßenreinigung zu gewährleisten. Jetzt will sie das Modellprojekt ausdehnen.

Mehr als ein Jahr ist es her, dass dieses Modellprojekt in Britz startete: „Umparken für die Straßenreinigung“. An einem Tag im Monat herrscht in den Straßen der Hufeisensiedlung ein vierstündiges Halteverbot. Nun will die BSR das Projekt auf andere Stadtteile Berlins ausdehnen, jedenfalls sofern Anwohner und Ämter mitziehen. Denn obwohl der Versuch bei Weitem nicht der erste ist, den BSR und Bezirksämter unternommen haben, um den Männern in Orange freie Bahn zu schaffen, ist er laut BSR der bisher erfolgreichste. In Neukölln „läuft es gut“, resümiert BSR-Sprecherin Sabine Thümler.

Fast jeder zweite hat ein Knöllchen kassiert

Für die Autobesitzer aus der Hufeisensiedlung dürfte das Projekt bisher jedoch keine reine Freude sein. Denn statistisch sollte bald jeder zweite unter ihnen ein Knöllchen kassiert haben oder gar schon abgeschleppt worden sein. Letzteres ist mit rund 180 Euro deutlich schmerzhafter als der Strafzettel vom Ordnungsamt für 15 Euro. Im März 2010 war die Gratisschonfrist vorbei, seitdem werden Falschparker angezeigt und seit April 2010 auch umgesetzt.

Auf Nachfrage gab das Neuköllner Ordnungsamt an, im ersten Monat 50 Knöllchen verteilt und 29 Mal den Abschleppwagen bemüht zu haben. Ab Mai sanken diese Zahlen, doch ab Oktober 2010 stiegen sie wieder etwa auf das Anfangsniveau an. „Wir stehen vor einem Phänomen“, so der Kommentar dazu aus dem Rathaus. Ähnliches sei aber auch andernorts zu sehen: Sogar an Orten, die seit Jahren tagein, tagaus kontrolliert werden, stünden ständig Autos im Parkverbot.

Ginge es nach der BSR, herrschte in einigen Straßen komplettes Parkverbot

Der Ärger blieb den Autobesitzern in der Hufeisensiedlung in nur wenigen, einzelnen Fällen erspart, denn die Ordnungsamtler ermittelten per „Halterabfrage“ die Wagen vor der Haustür und klingelten anschließend die Leute aus den Häusern.

Dennoch äußern die Anwohner mehr Zuspruch als Protest: „Die Straßen sind eindeutig sauberer seitdem“, sagt eine Frau. Ihre Nachbarin berichtet von nur vereinzelten Versuchen des Boykotts, die inzwischen aber längst nicht mehr unternommen würden. Eine andere Anwohnerin sagt: „Ich habe kein Problem damit. Die Uhrzeit ist ja auch ganz praktisch. Wer zur Arbeit fährt, ist um acht ohnehin unterwegs.“ Hätte die BSR Entscheidungsgewalt, in den Wohnstraßen mit „Parktaschen“ wäre längst grundsätzlich Halteverbot. Die Begründung: Die Autos, die dort quer zur Fahrtrichtung parken, ragen mit dem Heck oder der Front über den Bordstein, sodass der Dreck unter den Wagen fast nicht erreichbar ist.


Quelle: Der Tagesspiegel

Hufeisensiedlung in Britz: BSR fordert Parkverbot, Fritz-Reuter-Allee 48, 12359 Berlin

Weitere Artikel zum Thema

Wohnen + Leben
Schön ist nur, wer sich gut fühlt
Augenringe, Stressfalten, schlechte Haut: Unser psychisches und physisches Wohlbefinden zeichnet sich häufig auf unseren Gesichtern […]