Apropos Street-Art-Museum: Nicht nur in Schöneberg, auch in Kreuzberg tut sich was. Allerdings im Untergrund. Noch sieht man außer Werbe-Plakaten an den Spanholzplatten nicht viel. Auf dem Boden liegen zerbrochene Flaschenhälse, plattgetretene Zigarettenschachteln und ein Lollipop – also nicht viel anderes als in vielen Berliner Bars.
Auf die Location sind sie vor fünf Jahren gestoßen
Der Sohn von Clubbesitzer und Clubcomission-Mitglied Sascha Disselkamp ist von Beruf Veranstaltungstechniker und hat gemeinsam mit van Laak eine Unternehmensgesellschaft, die Mittelinsel UG gegründet. Auf den außergewöhnlichen Ort kamen die beiden durch eine Party vor fünf Jahren: „Da ist uns alles aus dem Gesicht gefallen, wie geil die Location ist“, sagt Neiber. Schnell hätten sich die beiden beim Bezirksamt mit einem Konzept beworben, bis zum Mietvertrag habe es dann noch mal drei Jahre gedauert.
Nun ist es aber so weit, van Laack und Neiber können die Räumlichkeiten zehn Jahre lang nutzen: „Der Pachtzins ist dabei mit 1300 Euro im Jahr zwar nicht die Welt, aber wir müssen im Vorfeld schon eine Menge investieren“, sagt Neiber. Rund 100 Quadratmeter hat die Fläche, davon können die Veranstalter 85 Quadratmeter nutzen, das böte Platz für circa 75 Gäste, neben Galerie und Bar soll auch ein kleiner Bereich zum Tanzen angeboten werden können.
Die größte Hürde sind die Toiletten
Auf die beiden 23-Jährigen kommt nun eine Menge Arbeit zu, an den Außenwänden der Bald-Galerie-Bar haben die beiden eine Notiz angebracht, die darüber informiert, dass die Toilettenanlage seit über zwanzig Jahren nicht genutzt wurde. Das bringt natürlich einige Probleme mit sich: „Von der Lüftung bis zum Licht müssen wir eigentlich noch alles machen“, sagt Neiber.
Altes soll erhalten bleiben, Neues soll Platz finden
Dennoch freuen sich die beiden auf die kommende Zeit, überrascht seien sie von den Bauproblematiken nicht gewesen: „Darauf waren wir vorbereitet“, sagt Neiber. Sein Vater Sascha habe ihn schon darauf vorbereitet, dass ein solches Vorhaben eine Menge Arbeit bedeuten würde: „Der steht uns mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Neiber. Neben all den Bauarbeiten und Veränderungen sei den beiden Veranstaltern vor allem der Erhalt der jetzigen Graffitis und Plakaten, die an den Wänden hängen, wichtig: „Es gibt ein Material, namens Epoxid Harz, damit wollen wir die jetzigen Plakate und Kunstwerke überstreichen, sodass wenn jemand darüber malen sollte, man die ursprünglichen Werke immer noch hervorholen kann“. So steht es auch auf dem Info-Zettel an der Außenwand der momentanen Baustelle: „Die alte Kunst soll konserviert werden und es wird Platz für neue geschafft“.
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