Kooperation mit dem Bezirksamt

Studenten zweckentfremden Roedeliusplatz

Die ehemalige Glaubenskirche - heute genutzt von der koptisch-orthodoxen Gemeinde St. Antonius und Shehouda - ist der zentrale Punkt des Roedeliusplatzes
Die ehemalige Glaubenskirche - heute genutzt von der koptisch-orthodoxen Gemeinde St. Antonius und Shehouda - ist der zentrale Punkt des Roedeliusplatzes
Frankfurter Allee Nord – Ungewöhnliches Treiben erwartet Passanten und Besucher am 21. Juni auf dem Roedeliusplatz: Studenten der UdK und Anwohner machen den normalerweise ruhigen Ort zu ihrem Wohnzimmer und Arbeitsplatz. Die Performance findet in Abstimmung mit dem Bezirk Lichtenberg statt.

Unter dem Leitgedanken einer ‚Ortsverschiebung‘ verlagern Studierende der Universität der Künste (UdK) am Freitag, 21. Juni, alltägliche Tätigkeiten wie Spielen, Essen, Arbeiten oder schlicht Wohnen aus ihren angestammten Räumen ins Freie, auf den Roedeliusplatz in Lichtenberg. Dieser gehört zum Stadtumbau- und Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord; in den letzten Jahren wurde hier unter anderem der Straßenbelag ausgetauscht.

Das Institut für Theorie und Geschichte der Gestaltung an der UdK kooperiert in Sachen Stadtumbau im Rahmen eines experimentellen Beteiligungsverfahrens mit dem Bezirk Lichtenberg. Die Performance am 21. Juni beruht auf den Ideen der Studenten, die diese im Seminar „Stadt (per)formen“ im Sommersemester 2013 entwickelt haben. Auf den Roedeliusplatz kamen die Seminarteilnehmer, da es sich um einen zentralen Ort mit Kirche, Finanzamt, Gefängnis und Amtsgericht handelt, der aber recht wenig belebt wirkt.

Anwohner sind nicht nur Zuschauer

Ein wesentlicher Bestandteil der Aktion war die Einbindung der Anwohner vor Ort, die mit ihren Ideen ins Seminar eingeladen wurden. Das geplante gemeinsame ‚Gastmahl‘ basiert etwa darauf, dass jeder Hungrige auch selber etwas zum Essen mitbringt. „Raumzeugen“ aus der Umgebung können Geschichten und Dokumente zur Historie und Gegenwart des Platzes beisteuern. Außerdem gibt es eine Schnitzeljagd durch die Höfe der Nachbarschaft und die den Platz dominierende koptische Kirche St. Antonius und St. Shenouda wird zum „KirchenKlangRaum“. Weitere Programmpunkte sind die Errichtung eines Insektenhotels sowie ein Straßenfußball-Turnier. Da die „Roedeliusplatz-Verschiebung“ parallel zur Fête de la Musique stattfindet, steht auch Musik-Performances nichts im Weg.

Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU) ist von dem Projekt angetan: „Im Stadtumbaugebiet Frankfurter Allee Nord sollen auch neue Formen des Dialogs mit der Bürgerschaft erprobt werden. Insofern finde ich diese Herangehensweise einen sehr spannenden Ansatz, um mit den Anwohnerinnen und Anwohnern im Gebiet ins Gespräch über die Weiterentwicklung des Platzes zu kommen.“ Weitere Studenten-Interventionen könnten also folgen.

Weitere Informationen zur Aktion „Stadt (per)formen – Roedeliusplatz-Verschiebung“, die am 21. Juni zwischen 16 und 22 Uhr stattfindet, gibt es auf der Homepage des Projekts.

 

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Studenten zweckentfremden Roedeliusplatz, Roedeliusplatz, 10365 Berlin

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