Studie zur Beliebtheit von Wohnquartieren

Junge Leute heiß auf Friedrichshain-Kreuzberg

Junge Leute heiß auf Friedrichshain-Kreuzberg
Der Görlitzer Park und seine Umgebung sind beliebt bei jungen Leuten - nicht nur am 1. Mai.
Eine neue Studie hat die bei jungen Erwachsenen beliebtesten Wohngegenden in deutschen Großstädten gefunden. In Berlin gehören dazu Viertel in Kreuzberg, Mitte und Friedrichshain. Überraschend ist eher, dass auch der Wedding mehrfach vertreten ist.

18- bis 29-Jährige machen mehr als drei Viertel des Berliner Bevölkerungswachstums aus. Es lag daher nah, einmal zu untersuchen, wo sich die jungen Leute am liebsten niederlassen. Eine Studie der Forschungsabteilung des Immobilienentwicklers GBI hat sieben deutsche Großstädte daraufhin unter die Lupe genommen, unter ihnen Berlin. 15 Faktoren von der demographischen Struktur über Zu- und Fortzüge bis hin zum Immobilien- und Gastronomieangebot bildeten die Grundlage der Untersuchung.

Die aufgrund eines Punktesystems entstandene Rangliste überrascht erst mal nicht: Attraktiv sind für junge Menschen zentrale, urban geprägte Lagen in der Nähe von Hochschulen, Kultur- und Freizeitangeboten sowie Nahverkehrsknotenpunkten. „Die jungen Leute wollen nach dem Ende des Arbeitstags direkt mit Freizeit- und Kultur-Aktivitäten anfangen. Das soll fließend ineinander übergehen“, erläutert Dr. Stefan Brauckmann, Leiter der Research-Abteilung der GBI. Die bei den 20- bis 25-jährigen Berlinern beliebtesten Stadtteile sind Kreuzberg, Mitte, Friedrichshain, Schöneberg und Wedding. Der teure Prenzlauer Berg folgt erst auf Platz 6. Am Ende der Rangliste stehen fast ausschließlich Randlagen.

Friedrichshain rundum beliebt

Die Macher der Studie haben die untersuchten 96 Stadtteile zusätzlich in 500×500-Meter-Bereiche zerlegt, um noch präzisere Aussagen zu treffen. Dabei lagen manche der Faktoren wie die Zahl der Einpersonenhaushalte nur auf Bezirksebene vor. Dennoch ergibt sich ein interessantes Bild: Im beliebtesten Stadtteil Kreuzberg sind vor allem die Quartiere um den Görlitzer Park sowie die Bergmannstraße attraktiv, in Mitte die Gegend um den Weinbergspark. Das drittplatzierte Friedrichshain scheint dagegen großflächig ein Paradies für Twens zu sein: Ob Petersburger oder Boxhagener Platz, Revaler oder Samariterstraße – den jungen Leuten gefällt es fast überall. Im Wedding sind immerhin fünf Bereiche – um die U-Bahnhöfe See-, Osloer und Pankstraße sowie Leopold– und Brunnenplatz – besonders beliebt.

Wahrlich keine neue Erkenntnis ist die Tatsache, dass hohe Nachfrage preistreibend wirkt. Natürlich stellt das auch die Studie zum jungen Wohnen fest: Die Mieten in Kreuzberg, Mitte und Friedrichshain ziehen weiter an und gehören inzwischen in manchen Quartieren zu den teuersten der Stadt. Laut Forschungsleiter Brauckmann sind zudem die Wohnpräferenzen der jungen Leute mehr als zuvor nachhaltig: „Früher zogen viele, die es sich leisten konnten, zur Familiengründung in die Vororte. Heute bleibt ein großer Teil in der Stadt.“

Generell seien angesichts der Ergebnisse der Studie aber vor allem neue kleine Wohnungen für Einpersonenhaushalte in zentralen Lagen gefragt, folgert GBI-Vorstand Rainer Nittka. Auch die Städte müssten sich darauf einstellen und in diesen Gegenden der Wohnungswirtschaft ermöglichen, durch Neubauten, Modernisierungen oder Umwidmungen von Flächen mehr passenden Wohnraum zu schaffen. Ganz ohne eigene Agenda scheint also auch diese von einem Immobilienunternehmen durchgeführte Studie nicht auszukommen. Die GBI AG kümmert sich nach eigenen Angaben seit 2010 verstärkt um die Entwicklung und den Bau von Studentenapartments.

Junge Leute heiß auf Friedrichshain-Kreuzberg, Görlitzer Straße 2, 10997 Berlin
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