Neuer Laden in Prenzlauer Berg

Die wunderbare Welt der Süßigkeiten

Die wunderbare Welt der Süßigkeiten
Der Süßigkeiten-Laden Sugafari hat ein wahrhaft globales Sortiment im Angebot. Zur Foto-Galerie
Ob slowakische Disko-Kekse, neuseeländische Schoko-Marshmallows oder gar ein chinesischer Gebiss-Lutscher: bei Sugafari in Prenzlauer Berg existieren keine Grenzen. Ladenbesitzer Alexis Agné sucht rund um den Globus nach leckeren und skurrilen Süßigkeiten, um sie in der Kopenhagener Straße den Berliner Naschkatzen anzubieten.

Die Kamelhoden sind außen hart und innen flüssig. Als guter Verkäufer kennt Alexis Agné jedes seiner Produkte, er hat sie alle selber ausprobiert. Um die 500 Süßigkeiten stapeln sich in seinem 20 Quadratmeter kleinen Laden. Lutscher, Pastillen und Schokoriegel in ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen, ungewöhnlicher Aufmachung und mit ungewöhnlichen Namen. Er weiß, dass gleichzeitig gekaute Apfel- und Orangenkaugummis Mangogeschmack ergeben. Hat sich überzeugt, dass M&M’s mit Brezelfüllung „erstaunlich lecker“ sind und Wassermelonenlollis mit Schoko-Überzug und Chilipulver wirklich „höllisch scharf“, weswegen Kinder sie lieber meiden sollten.

„Sugafari“ heißt sein kürzlich eröffneter Laden in der Kopenhagener Straße in Prenzlauer Berg, wo man „kuriose Süßigkeiten aus aller Welt“ erstehen kann. Agné hat Produkte aus über 50 Nationen im Angebot. Auf einer großen, beleuchteten Weltkarte an der Wand sind sie nach Herkunftsland sortiert. Der Wassermelonenlolli etwa kommt aus Mexiko.

Anfang auf dem Flohmarkt

Begonnen hat alles mit einem Stand auf dem Flohmarkt im Mauerpark. Als der 35-Jährige Agné, studierter Medienberater, und seine Freundin, die als Heilpraktikerin arbeitet, dort zum ersten Mal exotische Naschereien anbieten, scheint es, als müssten sie bald wieder einpacken – sie hatten sich nicht ordnungsgemäß angemeldet. Doch dem Platzchef gefiel ihre Auslage und die beiden durften bleiben. Im August 2010 folgte ein Onlineshop. Damit macht Agné derzeit noch den Hauptteil seines Umsatzes. Doch der skurrile Laden wird immer bekannter, Schüler erkundigen sich nach „etwas extrem Saurem“, zur Mutprobe, Eltern kaufen für Kindergeburtstage ein.

Ansehen kann man Agné seine Leidenschaft nicht. „Ich versuche, viel Sport zu machen“, sagt er. „Ein dicker Süßwarenverkäufer geht gar nicht“, sagt seine Freundin. Hinter der Theke stehen Wundertüten mit Titeln wie „I love Mom“, „’n Dreck“ oder „Deutsche Kindheit“. In letzterer finden die Käufer unter anderem eine Zuckerperlenkette, Leckmuscheln und Kaugummizigaretten. Für Ostdeutsche darf es neben der „Ahoi-Brause“ auch ein Tütchen „Brause Plus“ sein.

Globale Süßigkeiten

Agné treibt ständig neue Leckereien auf. „Leute kommen und sagen, ihr müsst unbedingt dieses oder jenes auftreiben.“ In den meisten Fällen wird der Süßwaren-Experte fündig. Doch manchmal muss er hohe Importkosten in Kauf nehmen: „Hätte einer von uns BWL studiert, hätten wir den Laden vermutlich nie eröffnet“, sagt er. Wenigstens können sie Reisen laut ihrem Steuerberater jetzt absetzen. „Und das hier war unser Traum.“ Darum sieht nun auch alles so aus, wie sie es sich gedacht hatten. Bekannte, die sich mit Design und Innenarchitektur auskennen, hatten zu einem weiß gestrichenen Laden geraten, mit klaren Linien. Stattdessen ist nun alles bunt, die Wände gelb, rosa und mit bonbonförmigen Stempeln dekoriert. „Das sind wir“, sagt Agné.

Die erste Reise, die seine Freundin und er jetzt planen, werden sie nicht von der Steuer absetzen. Sie fahren in die Flitterwochen. Den neuen Laden lassen sie zwar nur ungern zurück, doch dafür erfüllen sie sich einen anderen Traum.

Foto Galerie


Quelle: Der Tagesspiegel

Sugafari, Kopenhagener Straße 69, 10437 Berlin

Telefon 030 95609713

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Montag bis Freitag von 14:00 bis 19:30 Uhr
Samstag von 11:00 bis 18:00 Uhr

Sugafari

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