Berlins erste Indoor-Surfhalle

Diese Surfhalle schlägt bald hohe Wellen

Diese Surfhalle schlägt bald hohe Wellen
Um Surfen zu lernen, musst du bald nicht mehr ans Meer fahren.
Gegen den Surf-Blues: Sieben Berliner/innen bauen die erste Indoor-Surfhalle der Hauptstadt. Ab dem Frühjahr kannst du in Lichtenberg bei jedem Wetter und nur eine Bahnfahrt entfernt surfen gehen.

Es gibt ja diesen schönen Spruch: „Du kannst die Wellen nicht anhalten, aber du kannst lernen auf ihnen zu reiten.“ Gut, um das Wellenreiten zu lernen, fühlst du dich oft als würdest du in einer Waschmaschine herumgewirbelt – aber es lohnt sich. Unvergleichlich ist das Glücksgefühl, wenn du endlich auf den Wassermassen dahingleitest und die Wellen bezwungen hast. Um das zu erleben, musst du bald nicht mehr nach Portugal oder Bali fliegen: Die erste stehende Surfwelle namens Wellenwerk kommt im Frühjahr 2019 nach Lichtenberg!

In einem alten Lager auf dem Gelände der Berliner Wasserbetriebe in der Landsberger Allee entsteht gerade eine riesige Indoor-Surfhalle. Dort ist nicht nur Platz für eine neun Meter breite und überdachte Surfwelle, sondern auch für einen Biergarten mit Außenküche und einen Surfshop. Da die Betreiber nicht nur eine Liebe fürs Surfen teilen, sondern auch für gutes Essen, wird kulinarisch einiges geboten. Im Wellenwerk hat gastronomisch vor allem Gründungsmitglied Robert Havemann den (Koch-)Hut auf: Es wird eine Neuauflage des französischen Gourmet-Restaurants Rosa Lisbert geben, das ja inzwischen in die Arminiusmarkthalle gezogen ist, sowie eine Mixology-Bar als Ableger des Velvet. Mitbesitzer jener preisgekrönten Bar ist ebenfalls Havemann, Besucher werden beim Surfen also bestens verpflegt.

Der Innenbereich des Wellenwerks.

Fast wie im Schwimmbad - der großzügige Surfbereich im Wellenwerk.

Ein wenig Südseeflair in Berlin

Die Idee zu diesem Mammutprojekt hatten die surfbegeisterten Freunde auf einem Landeanflug aus Bali ins verregnete Berlin. Um den Surf-Blues zu bekämpfen, beschlossen sie, Berlinern eine Möglichkeit zu geben, sich direkt in der Stadt aufs Brett zu schwingen. Zwei Jahre haben die sieben Berliner und Berlinerinnen aus allen Fachbereichen – Gastronomie, VWL, Jura und Business – an dem Projekt gearbeitet. „Jeder von uns deckt einen Fachbereich für das Projekt ab“, so Julius, einer der Betreiber und verantwortlich für Marketing und Kommunikation. Surffans seien zwar nicht alle in der Gruppe, „sie werden es aber gerade“, sagt der Wasserfanatiker lachend.

In der Indoor-Surfhalle lernen selbst Anfänger relativ schnell, eine Welle zu reiten. Angeleitet werden sie von professionellen Surflehrern. Zum Üben gibt es eine Stange zum Festhalten und wer vom Brett fällt, fällt zumindest weich. Auf dem Meer geht es da schon ein wenig ruppiger zu, aber im Wellenwerk muss niemand Angst vor Verletzungen haben, denn Boden und Bretter sind extra weich. Profis dürfen aber natürlich auch eigene Surfbretter mitnehmen. Das schnelle Erfolgserlebnis und die Sicherheit beim Indoor-Surfen machen den Sport auch perfekt für Kinder oder ängstlichere Menschen. Zwar surft man hier gegen den Wasserstrom statt mit den Wellen wie auf dem Meer, Julius versichert uns aber, dass der Unterschied nicht so groß ist: „Im Meer muss man das Gewicht vielleicht ein wenig mehr nach hinten verlagern.“ Natürlich könne man nach ein paar Stunden im Wellenwerk nicht automatisch auf Wellen im Meer reiten – ein gutes Training sei es aber allemal und Spaß mache es auch.

Der Surfshop mit Surfzubehör.

Nachhaltig und trotzdem cool: im Surfshop findest du alles, was du fürs Wellenreiten brauchst.

Die grüne Welle surfen

Wer sich jetzt zu Recht fragt, wie viel Strom die Anlage verbraucht, kann beruhigt sein. Im Wellenwerk wird alles wird so nachhaltig wie möglich organisiert – als Surfer liegt den Betreibern das Thema Umwelt und Abfallvermeidung sehr am Herzen. „An jedem Strand machen wir normalerweise vor dem Surfen einen Beach Clean-up und sammeln Müll. In zehn Minuten hat man da schon zehn volle Müllsäcke“, sagt Julius. So ist die gesamte Halle aus Holz gebaut, im Shop gibt es fast nur recycelte, biologische und nachhaltige Produkte und auch die Energie wird aus Ökostrom bezogen. Geheizt wird mit einem speziellen Wärmerückgewinnungssystem.

Frieren muss also keiner im Wellenwerk, der Bikini reicht bei einer Wassertemperatur von 24-26 Grad allemal. Sommerfeeling pur, zu jeder Jahreszeit. Ein Luxus, den vor allem erfahrene Wellenreiter zu schätzen wissen: Im Badeanzug surfen geht eigentlich nur in asiatischen Ländern, wo am Meeresboden oft scharfe Korallenriffe warten – da überlegt man sich zweimal, ob man so viel Haut entblößen will. Für Firmenevents oder spezielles Training kann im Wellenwerk aber auch mit Neoprenanzug in kälterem Wasser gesurft werden.

Die Außenansicht der Halle.

Für das Wellen"werk" wurde eine alte Werkhalle umgebaut.

Adrenalin-Junkies fahren nach Lichtenberg

Schon öfter hörte man in Berlin von Plänen einer stehenden Indoor-Welle. Es ist das erste Mal, dass so ein Projekt in Berlin wirklich realisiert wird: „In den letzten Jahren hat sich die künstlerische Wellentechnologie verbessert und professionalisiert. Ich glaube, auch die Standortsuche für so ein Projekt ist sehr schwierig, aber wir haben hier die perfekte Location gefunden“, erzählt Julian. Nebenan liegt übrigens der Windobona-Windkanal – Wird Lichtenberg vielleicht bald der neue Hotspot für Actionsportler? 2020 wird in Tokio nämlich das erste Mal Surfen als olympische Disziplin akzeptiert und wer mag, kann jetzt in Berlin schon dafür trainieren.

Wir halten dich auf dem Laufenden über den finalen Eröffnungstermin. Tickets kannst du schon jetzt schon zum günstigen Early Bird Tarif online auf der Wellenwerk-Website kaufen.

Wellenwerk, Landsberger Allee 270, 10367 Berlin

Weitere Artikel zum Thema Freizeit + Wellness, Sport

Freizeit + Wellness | Gesundheit
Top 5: Thermen in Berlin
Für Thermen muss man nicht zwangsweise nach Brandenburg fahren, auch Berlin hat einige Thermalbäder im […]
Freizeit + Wellness | Wohnen + Leben
So schick wird der neue Wannsee-Hafen
Die Schiffsanlegestelle Wannsee ist ein stark frequentierter touristischer Hotspot. Durch eine Umgestaltung des Hafengebiets soll […]