Berliner Stadtleben

Flaniermeile: Autofreie Tauentzienstraße schon im Sommer

Das KaDeWe am Kudamm/Ecke Tauentzien
Besser autofrei shoppen? Soll jetzt auch bald am Tauentzien möglich sein.
Die Händler der City West fordern schon lange, die Einkaufsstraße durch teilweise Sperrungen ohne Autos attraktiver zu machen, nun haben sie politische Fürsprecher und scheinbar Erfolg…

Gerade an Wochenende, in der Weihnachtszeit und in den Ferien ist die Tauentzienstraße so gut von Berliner*innen und Tourist*innen besucht, dass sich die Idee quasi aufdrängt, die Autos in diesen Hauptshoppingzeiten von hier zu verbannen. Zumal die Ampelphasen für die Seitenwechsel zu kurz sind und die Am-Rand-Parker, die nur eben warten, dass der Rest der Familie in einem der großen Einkaufstempel gefunden hat, was er sucht, den Bussen und Radfahrern das Leben erschweren… Gemeinsam gestalten also alle Verkehrsteilnehmer*innen die Tauentzienstraße zu einem wenig entspannten Ort. Nun sollen zeitweise Sperrungen dafür sorgen, dass den Fußgängern das Feld überlassen wird und eine Flaniermeile entsteht, die dem Einzelhandel und den Shoppern zugutekommen.

Die AG City, ein Zusammenschluss der ansässigen Einzelhändler, versucht seit Jahren, eine Lösung zu finden, um den Westen wieder erstrahlen zu lassen. Durch verkehrsberuhigende Maßnahmen kann man die Lebensqualität steigern, aber auch die Wirtschaftlichkeit erhalten. Im Zeitalter des Onlineshoppings brauchen die Käufer*innen nämlich neue Anreize, um sich zum Einkaufen in die Stadt zu begeben. Freiere Plätze, optische Verschönerungen gehören genauso dazu, wie Stressminderung, um aus dem Shopping wieder ein Freizeiterlebnis machen.

 

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Ein Beitrag geteilt von Stℰphanie Ann Huang 安² (@stephy.meow) am Mär 7, 2020 um 6:22 PST

Die FDP-Fraktion hat sich das Thema auf die Fahne geschrieben und es im Verkehrsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf vorangetrieben. Gegen den Antrag stimmte jedenfalls nur noch die CDU. Endgültig beschlossen wird die Autofreiheit im Sommer als mehrwöchige Testphase am 19. März, denn die BVV Tempelhof-Schöneberg muss mitziehen: die Hälfte der Tauentzienstraße liegt in deren Zuständigkeit. Vor einigen Jahren waren die Grünen mit dem gleichen Vorschlag gescheitert, doch die Zeiten haben sich geändert. Das Umweltbewusstsein nimmt zu, Autos sind nicht mehr das Maß aller Städteplaner und Onlineanbieter haben mit ihren ökologischen Fußabdrücken zu kämpfen. Die Verkehrsachse durch die City West, die von vielen Autofahrern genutzt wird, verlagert sich an den autofreien Tagen bestimmt auf die andere Seite. Hoffentlich halten die Budapester Straße und die Kantstraße das aus …

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