Clubkultur

Wo der Gründer vom Tresor ein Techno-Museum baut

Wo der Gründer vom Tresor ein Techno-Museum baut
Schrille Klamotten, laute Bässe und Eskalation gehören zum Techno. Was noch dahinter steckt, lernen wir bald im Museum. Zur Foto-Galerie
Alle reden übers Clubsterben, jetzt wird der Feierei sogar ein Denkmal gesetzt. Tresor-Gründer und Szene-Koryphäe Dimitri Hegemann plant Berlins erstes Techno Museum. Jetzt hat er auch verraten, wo ...

Berlins Populärkultur wäre nicht, was sie ist, hätten Raver und „Technoten“ seit den Achtzigern nicht leerstehende Häuser und öffentliche Räume mit Bass, Latex, Plaste und Trillerpfeifen gefüllt. Teil der technoiden Eroberung der Stadt war Dimitri Hegemann, später Gründer des Tresor Clubs und des dazugehörigen Labels. 25 Jahre gibt es seine Institution für elektronische Musik schon und jetzt plant der Meister, den Techno standesgemäß zu würdigen. Schon 2015 kündigte er gegenüber dem Insomnia Magazin an: Er möchte Deutschland sein erstes Museum für elektronische Musik schenken.

Die Ausstellung am Berliner Tresor

Jetzt verriet Hegemann auch, wo das hin soll. Auf das selbe Gelände wie der eigene Club nämlich, ins Heizkraftwerk Mitte. Da tanzen bisher vor allem geladene Gäste auf verschiedenen Events. Mit dem Techno Museum würde eine Party zum Angucken hinzukommen. Und die möchte Hegemann eigentlich gar nicht Museum nennen, sondern lieber Living Archive of Elektronika.

 

Ein von Manuel Krug (@herr_krug) gepostetes Foto am

 

Wenn dieses Archiv das erste seiner Art sein soll, muss er sich jedenfalls beeilen. Auch in Frankfurt am Main arbeitet man an einem Museum für Elektronische Musik. Das Museum of Modern Electronic Music, kurz MOMEM, soll dort im Jahr 2017 eröffnen. Dahinter stecken die früheren DJs, Labelchefs und Szenekenner Alex Azary und Andreas Tomalla – besser bekannt als Talla 2XLC. In dem Museum sollen die Geschichte und die Entwicklung des Technokults dargestellt werden.Durch Techno beeinflusste Kunst und Designstücke sollen zu sehen sein und auch das Thema Mode wird nicht zu kurz kommen. Plateauschuhe, Staubmasken und Plasteblümchen im Schaukasten also? Nicht nur. Ganz sicher wird man auch Musik hören können – ob als Teil der Dauerausstellung oder im Rahmen von einmaligen Veranstaltungen.

Vor sechs Jahren gab es eine Techno-Sonderausstellung in Westfalen. Der Plateauschuh war dabei.

Ein konkreten Zeitpunkt für Eröffnung in Berlin steht noch nicht fest; bisher ist von Herbst 2016 die Rede. Gerade hat Hegemann sicher noch genug damit zu tun, den Tresor-Geburtstag zu feiern. Ab dem 21. Juli steigt im Club das 25 Years Festivalund wird auch im Erdgeschoss des Krafwerks gefeiert.

Foto Galerie

Tresor Club, Köpenicker Str. 70, 10179 Berlin
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