• Donnerstag, 22. Dezember 2011

Das Private Museum für Tierkunde in Tempelhof

Lernen durch Anfassen

Lernen durch Anfassen

Dieses Museum finden sogar Kinder spannend. Weil es um Tiere geht. Weil man die Exponate anfassen darf. Und weil einige der Ausstellungsstücke sogar lebendig sind. Willkommen im Privaten Museum für Tierkunde in Tempelhof.

Es gibt Museen, die sind ein Hort fürchterlicher Langeweile, gerade für Kinder. Dieses hier gehört nicht dazu. Seit 1989 nehmen Besucher den Weg bis nach Tempelhof in Kauf, um das Private Museum für Tierkunde zu besuchen. Es befindet sich auf dem Familienbesitz des Museumsleiters Rolf Rese und lädt seine Gäste auf eine Entdeckungsreise der etwas anderen Art ein.

Rese sieht seine Institution als "Museum zum Anfassen". Sie informiert umfangreich über bedrohte oder bereits ausgestorbene Tierarten und gibt einen Überblick über verschiedene Pflanzen und Tiere vom Mittelalter bis heute. Auf diese Art soll der Kontakt zu Tieren und Natur wiederhergestellt werden, der in der modernen Welt mehr und mehr verloren geht.

Der Fokus liegt auf ausgerotteten und bedrohten Tierarten

Im Foyer des Museums demonstrieren einige bizarre Insekten und anderes kleines Getier die Vielfalt der Erde. Die Besucher bestaunen hier beispielsweise Riesentausendfüßler, Riesenstabschrecken und Wandelnde Blätter. Auch Frösche, Schlangen und Wandelnde Geigen haben ihren Platz im Foyer.

Lässt der Besucher das Foyer hinter sich, gelangt er in den eigentlichen Schaubereich. Dieser ist in drei Abteilungen untergliedert. Die erste befasst sich mit den Kreaturen vergangener Jahrmillionen. Rekonstruktionen in Lebensgröße erwecken die Geschöpfe hier zu neuem Leben. Thema der zwei weiteren Abteilungen sind Tiere und Lebensräume der heutigen Zeit. Der Fokus liegt besonders auf bedrohten oder bereits ausgerotteten Tierarten und Biotopen. Damit will Rese bei den Besuchern ein Bewusstsein für die Wichtigkeit des Tier- und Umweltschutzes wecken.

Der Eintritt ist frei, Kindergruppen erhalten Führungen

Vor allem die jüngeren Besucher werden sich über dieses Extra des Museums freuen: das Außengehege. Hier nehmen Jung und Alt kleine und seltene Haustierrassen genauer in Augenschein. Streicheln ist erlaubt. Einige Kinder aus der Nachbarschaft haben bei dieser Gelegenheit eines oder mehrere der Tiere so ins Herz geschlossen, dass sie entschieden, wiederzukommen und Verantwortung zu übernehmen für die Meerschweinchen und Hühner. Auch Insekten und sogar Einsiedlerkrebse haben "Kinderpaten" gefunden. Die Kids kommen jetzt fast jeden Tag und helfen bei der Betreuung und Pflege "ihrer" Tiere aktiv mit.

Um praxisnahen Unterricht zu ermöglichen, bietet das Private Museum für Tierkunde Führungen für Schulklassen im Rahmen des Biologieunterrichtes an. Auch andere Kindergruppen sind stets willkommen. Der Eintritt ist für sie wie für alle anderen Besucher frei, die Betreiber bitten lediglich um eine telefonische Anmeldung vorab. In absehbarer Zukunft soll das Museum erweitert werden. In Planung ist eine Ausstellung besonderer Kultur- und Zierpflanzen.

Privates Museum für Tierkunde

Hranitzkystr. 3
12277 Berlin

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Quelle: kompakt
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