• Dienstag, 20. August 2013
  • von Jessica Walker

Volksbegehren

Freiraum für die Tempelhofer Freiheit

  • Tempelhofer Feld
    Noch ist das Tempelhofer Feld Natur-, Freizeit- und Erholungsgebiet. Die Initiative "100% Tempelhofer Feld" kämpft dafür, dass es so bleibt. Foto: dpa - ©picture alliance / dpa

Die Initiative "100% Tempelhofer Feld" hat ein Volksbegehren zum Erhalt der Freiflächen auf dem ehemaligen Flughafengelände beantragt. Das seit 2010 als Tempelhofer Freiheit bezeichnete und für Besucher öffentlich zugängliche Areal soll in Zukunft nämlich – zumindest nach Plänen des rot-schwarzen Senats – weitaus weniger Raum für Freiheit und Freizeit lassen.

Der Name ist Programm: Ein Stückchen unberührtes und vor allem unbebautes Berlin per Gesetz vor Eingriffen zu schützen, eine Randbebauung zu verhindern und den jetzigen Zustand als Freifläche zu belassen, das ist das erklärte Ziel der demokratischen Initiative "THF 100%".

Der Bürgerzusammenschluss, unter Ansprechpartner und Vorstandsmitglied Felix Herzog, lehnte sämtliche Bebauungspläne des Senats an den drei Seiten des Feldes ab. Die Freifläche solle weder mit einem Neubau der Zentral- und Landesbibliothek noch mit neuen Gewerbe- und Wohnimmobilien – rund 4700 an der Zahl – besiedelt werden.

Round Two: Zukunftsplanung per Volksentscheid

Tempelhofer Bürgerinitiative

Für ein natürlich weites Feld

Tempelhof
Damit es zu einem Volksentscheid und schließlich zu der Erwirkung eines Gesetzesentwurfs kommt, müssen sich zunächst jedoch in einem Zeitraum von vier Monaten rund 174.000 wahlberechtigte Unterstützer finden, die für das Begehren unterzeichnen. Ein Ziel, das aus Sicht der Bürger zweifelsohne zu schaffen sei.

Schließlich hatte die Initiative bereits im Frühjahr die erste Stufe des Volksbegehrens erfolgreich absolviert, als es ihr binnen weniger Wochen gelang, 28.000 gültige Unterschriften für ihr Anliegen zu mobilisieren. Der Startschuss für die zweite Stufe der Unterschriftenaktion soll nach Ankündigung der Initiatoren nun am 14. September fallen und an den Eingängen zum Tempelhofer Feld durchgeführt werden.

Umweltschutzorganisation unterstützt Volksbegehren

Aktive Unterstützung in dieser zweiten, noch wichtigeren Phase, hat heute auch der Berliner Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) angekündigt. Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer des BUND Berlin, bezeichnete das Tempelhofer Feld in diesem Zusammenhang als wertvolles Natur- und Erholungsgebiet, als eines der "grünen Juwele" Berlins, dessen einzigartiger Charakter durch den Masterplan des Berliner Senates zerstört werde.

Für Stadtentwicklungssenator Michael Müller und die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, die unbeirrt an den Bebauungsplänen festhält, hagelte es dagegen Kritik: Eine alternativlose Planung sei nicht mehr zeitgemäß und vor allem sei es inakzeptabel, trotz laufenden Volksbegehrens, die Bauvorhaben durch die Vergabe von Planungsaufträgen kompromisslos voranzutreiben, so Heuser weiter.

Kommen bis Januar nächsten Jahres die erforderlichen 174.000 Unterschriften zusammen, soll der Volksentscheid am 25. Mai 2014, dem Tag der Europawahl, stattfinden.

Nähere Informationen zur Initiative "100 Prozent Tempelhofer Feld" finden Sie hier.

Tempelhofer Freiheit

Tempelhofer Damm
12099 Berlin

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Quelle: QIEZ
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