• Mittwoch, 29. August 2012

Pläne für das Tempelhofer Feld

Kleingärtner müssen weichen

  • Tempelhofer Feld
    Ein "Masterplan" skizziert die städtebauliche Entwicklung der riesigen Freifläche Tempelhofer Feld. Foto: dapd - ©Oliver Lang

Rund 50 Kleingartenparzellenpächter sollen ihr Lager am Südrand des ehemaligen Flughafens räumen, damit an der Stelle ein Park erschlossen werden kann. Die Bebauungspläne sorgen für Unmut.

Grillmeister, Drachenlenker, Skater, Kiezgärtner, Jogger – alle schätzen das Tempelhofer Feld. Nun sollen demnächst rund 50 Kleingartenparzellenpächter am Südrand des ehemaligen Flughafens ihr kleines Idyll räumen. Betroffen sind die Kolonien Tempelhofer und Neuköllner Berg an der Ringbahn. "Die Pächter werden entschädigt", erklärt Martin Pallgen, Sprecher der Tempelhof Projekt GmbH, die im Auftrag des Senats die Entwicklung der Freifläche plant. Viele Kleingärtner seien im Rentenalter und möchten nicht mehr in gesetzlich vorgeschriebene Sickergruben investieren. Da komme die Entschädigung gerade recht.

Dafür kommt ein Park für 60 Millionen Euro

Die Projekt GmbH will die Parzellen, insgesamt rund fünf Hektar, vom Bundeseisenbahnvermögen kaufen, um die Erschließung des künftigen Parks möglich zu machen. In Planung ist ein Stadtplatz im Südwesten, der als Verbindung zwischen Park und S-Bahnhof fungiert. Die Parkbesucher sollen zukünftig direkt vom S-Bahnsteig in den Park gehen können, ohne über den vielbefahrenen Tempelhofer Damm zu müssen. Im Südosten ist eine Brücke über die S-Bahn vorgesehen, um das neue Gewerbegebiet an das Quartier an der Oberlandstraße anzuschließen.

Wie viel Geld der Flächenankauf kosten wird, ist nicht klar. Die Verhandlungen sind noch im Gange. Aber mit dem Geschäft wird bereits spürbar, dass trotz laufender Diskussion um Bebauung oder Offenhaltung der Tempelhofer Freiheit schon erste Fakten geschaffen werden. "Das ist absolut kontraproduktiv", sagt Hermann Barges von der Bürgerinitiative 100 Prozent Tempelhofer Feld. Die Initiative will die Randbebauung des Flughafenareals und die Parkgestaltung der inneren Flächen verhindern. Dazu startet am 23. September ein Volksbegehren.

Temporäres Bauprojekt

Nach dem Umzug der Internationalen Gartenschau (IGA) vom Tempelhofer Feld nach Marzahn fühlen sich die Gegner der Senatspläne ermutigt. Als nächstes könnte die drei Jahre später geplante Internationale Bauausstellung (IBA) kippen. Die Konzepte für IGA und IBA sollen am Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses diskutiert werden. Auch die weitere Parkplanung auf dem Tempelhofer Feld gehört zu den Themen. SPD-Stadtentwicklungsexperte Daniel Buchholz wünscht sich eine "deutlich abgespeckte Variante", um Geld zu sparen. Der Park soll 60 Millionen Euro kosten.

Das erste Bauprojekt auf dem Feld wird nur für kurze Zeit sein – daher sorgt es kaum für Streit. Auf der Asphaltfläche südlich des Flughafengebäudes sollen ab Spätsommer 2013 Elektrofahrzeuge ausgestellt werden. Auch einen kleinen Test-Parcours soll es geben. Dafür erwarten die Planer der Tempelhof Projekt GmbH bald die Erlaubnis vom Bund. Der ist für die Finanzierung zuständig.

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Tempelhofer Feld

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Quelle: Der Tagesspiegel
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