• Montag, 16. September 2013
  • von Jessica Walker

Initiative startet Volksbegehren

Der Kampf ums Tempelhofer Wiesenmeer

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  • Tempelhofer Feld
    Noch ist das Tempelhofer Feld Natur-, Freizeit- und Erholungsgebiet. Die Initiative "100% Tempelhofer Feld" kämpft dafür, dass es so bleibt. Foto: dpa - ©picture alliance / dpa
  • Baufeld West. Direkt am Tempelhofer Damm
    Baufeld West. Direkt am Tempelhofer Damm – zwischen dem alten Terminal und S-Bahnhof (rechts unten) – sollen die ersten 1700 Wohnungen entstehen. Das große Gebäude soll einmal die Landesbibliothek werden.  Foto: externe Quelle - ©Tempelhof Projekt GmbH, www.tempelhoferfreiheit.de

Tempelhof – Mit einer Auftakts-Demonstration startete am Sonnabend, den 15. September, das Volksbegehren gegen die geplante Teilbebauung der Tempelhofer Freiheit. Um das ehemalige Flugfeld in seiner bisherigen Funktion als Natur- und Erholungsgebiet vollständig zu erhalten, müssen bis zum 13. Januar 174.000 gültige Unterschriften gesammelt werden.

Die Initiative "100 Prozent Tempelhofer Feld" hat sich dem Ziel verschrieben, das Tempelhofer Wiesenmeer – eine einzigartige Steppenlandschaft und zugleich klimabedeutsames Kaltluftentstehungsgebiet inmitten der Hauptstadt – vor jeglicher (Rand-)Bebauung und Privatisierung per Gesetz zu schützen.

Aus diesem Grunde lehnt der Bürgerzusammenschluss, unter Ansprechpartner und Vorstandsmitglied Felix Herzog, sämtliche Bebauungspläne des Senats an den drei Seiten des Feldes ab. Die Freifläche auf dem Gelände der Tempelhofer Freiheit solle weder mit einem Neubau der Zentral- und Landesbibliothek noch mit neuen Gewerbe- und Wohnimmobilien – rund 4700 an der Zahl – besiedelt werden.

Wählen für das "grüne Juwel"

Damit das ehemalige Flugfeld in seiner jetzigen Ausdehnung erhalten werden kann, bedarf es formell jedoch 174.000 gültiger Unterschriften wahlberechtigter Unterstützer. Kommen diese bis zum 13. Januar nächsten Jahres zusammen, soll – nach Angaben der Initiative – der begehrte Volksentscheid am 25. Mai 2014, dem Tag der Europawahl, stattfinden.

Mit diesem Mittel der direkten Demokratie läge es dann in der Hand der wahlberechtigten Berliner und Berlinerinnen, über den Gesetzentwurf zum Erhalt des Tempelhofer Feldes und damit über die zukünftige Nutzung ihres "grünen Juwels" zu entscheiden.

Betonbau vs. Wiesenmeer

Dass der rot-schwarze Senat dagegen nicht bereit ist, hinsichtlich der Bebauung des Areals einzulenken, verdeutlichte jüngst erst Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Dieser stellte am vergangenen Donnerstag, unmittelbar vor dem Start der Unterschriftenaktion, die Pläne für die künftige Wohnbebauung an den Rändern des Tempelhofer Feldes vor. Hier sollen bis 2017 ca. 1.700 moderne Wohnquartiere geschaffen werden.

Die Zustimmung zum Volksbegehren erfolgt durch Eintragung in amtliche Unterschriftslisten und -bögen, die in allen Berliner Bürgerämtern ausliegen. Zudem wollen die Initiatoren von "100% Tempelhofer Feld" rund um die Eingänge des einstigen Flughafengeländes zur Unterschriften-Aktion mobilisieren und bieten auf ihrer Homepage Unterschriftenlisten zum Download an.

Nähere Informationen zur Initiative "100% Tempelhofer Feld" finden Sie hier.
Wollen Sie mehr über den Masterplan Tempelhofer Freiheit, zum geplanten Wohnungsbau sowie zur Park- und Gebäudeentwicklung erfahren, ist ein Blick auf die Homepage der Tempelhof Projekt GmbH hilfreich, die im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt für die ganzheitliche Entwicklung der Tempelhofer Freiheit verantwortlich ist.

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Quelle: QIEZ
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