Tempelhofs stiefmütterlicher Ortsteil

Spazierwege voll kleiner Historie

Spazierwege voll kleiner Historie
Man kann Marienfelde - vielleicht zu Recht - ein wenig schnarchig, ein wenig "ab vom Schuss" finden. Aber die Straßenaufhübschung ist hier in seiner klassischen Schlichtheit fast schon wieder origineller als das Urban Knitting in der City.
Gerade an grauen Tagen macht Marienfelde einen durchwachsenen Eindruck. Man schlägt sich oftmals entlang grauer Hauptstraßen und trister Spielplätze. Links und rechts der Marienfelder Allee zum Beispiel finden sich aber kleine Perlen.

Anlaufpunkt Nummer Eins im Tempelhofer Ortsteil ist natürlich die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Der Eintritt zum DDR-Museum ist frei und lässt dienstags bis sonntags den Flüchtlingsalltag und die Ausreiseprozeduren aus der ehemaligen Zone Revue passieren. Deutschlandweit gibt es kein vergleichbar großes Museum, das diese Thematik behandelt.

Hat man das Museum, vor allem aber die Marienfelder Allee hinter sich gelassen, blickt man statt auf betonlastige Straßen und Bauten auf Grünflächen und Kopfsteinpflaster. Nicht weit hinter der Stadtbücherei, welche in den frühen Abendstunden einladend erleuchtet ist, fängt bereits der Sportplatz an. Im Norden der Anlage kann man eine lange Rasenfläche entlang wandern, seinen Hund ausführen oder sich einfach mal abseits des Städtetrubels fühlen.

Gerade die Straße Alt-Marienfelde lädt zum geruhsamen Herbstspaziergang ein. Wenn sich im Vordergrund das beeindruckende Kirchenschiff erhebt, umringt von kahlen Bäumen, dann spaziert man durch eine wohlig-gruselige Atmosphäre. Ganz, ganz selten durchschneiden Autoreifen die Fantasie vom verhexten Vorort, wenn sie über das Kopfsteinpflaster brettern.

Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Marienfelder Allee 66-80, 12277 Berlin

Telefon 030 75008400
Fax 030 75446634

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Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr

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