Nach Wasserschaden durch Sprinkleranlage

Berliner Ensemble gibt Entwarnung

Veit Schubert als Josef K. im Stück "Kafkas Prozeß": So reagierten wohl viele Mitarbeiter am Berliner Ensemble, als sie von dem Wasserschaden erfuhren. Mittlerweile scheinen jedoch alle geplanten Veranstaltungen stattfinden zu können.
Veit Schubert als Josef K. im Stück "Kafkas Prozeß": So reagierten wohl viele Mitarbeiter am Berliner Ensemble, als sie von dem Wasserschaden erfuhren. Mittlerweile scheinen jedoch alle geplanten Veranstaltungen stattfinden zu können.
Schiffbauerdamm - 60.000 Liter Wasser fluteten die Bühne des Berliner Ensembles, weil eine Sprinkleranlage auslöste. Jetzt kommt die Entwarnung: Zumindest alle Veranstaltungen finden statt.

„Eine wahre Katastrophe“ hatte das Berliner Ensemble am Dienstagvormittag ereilt: 60.000 Liter Wasser fluteten die Bühne des Theaters am Schiffbauerdamm. Ein Handwerker hatte mit einem Winkelschleifer Funkenflug verursacht und so die Löschanlage des Bühnenturms ausgelöst, wie Ermittlungen der Polizei ergaben. Doch immerhin sind der historische Zuschauerraum und die Vorbühne nicht betroffen.

Da das Ensemble gerade in der Sommerpause ist, werden die Schäden im Rahmen von ohnehin geplanten Reparaturarbeiten behoben, erklärte die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die das Land Berlin als Mieter des Theaters vertritt. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte eine Sprecherin, man warte aktuell noch auf das Gutachten, gehe allerdings von einer Schadenshöhe im „deutlich sechsstelligen Eurobereich“ aus. Einzelheiten und Haftungsfragen untersucht die BIM derzeit, geht aber davon aus, dass sie oder das Berliner Ensemble keine Schuld und demnach auch keine Haftung trifft.

Besonders wichtig: Nach jetzigem Kenntnisstand können alle geplanten Veranstaltungen stattfinden. „Sowohl die Aufzeichnungen der Kurt-Krömer-Show am gestrigen Donnerstag als auch die Aufführungen von Rolf Hochhuth Anfang August und der Beginn der neuen Spielzeit im September scheinen gesichert“, sagte BIM-Geschäftsführer Sven Lemiss. Stephan Besson, Technikchef des Theaters, sagt, insgesamt sei man „mit einem blauen Auge davongekommen“. Der berühmte Theatervorhang aber sei irreparabel beschädigt, es müsse ein neues Exemplar besorgt werden. Den Schaden habe eine kleine externe Schlosserfirma verursacht, die Versicherungen müssten nun untereinander die Haftungsfrage klären.

Es wurde sofort begonnen, das Gebäude zu entfeuchten

Unmittelbar nach dem Vorfall seien Maßnahmen eingeleitet worden, um das Gebäude zu entfeuchten und eventuelle Schäden zu erkennen und umgehend zu beseitigen, hieß es bei der BIM. Da das Wasser auch die Stromverteilung lahmlegte, gehörten dazu auch die Bereitstellung eines Notstromaggregats und eines ersatzweisen Ton-Steuerpults. Dimmeranlage, Mikroportanlage und Tonanlage blieben unbeeinträchtigt, aber die Schweinwerfer wurden ebenfalls zerstört. Die Unterbühnenzüge, Hebevorrichtungen für den schnellen Auf- und Abbau von Requisiten, brauchen ebenfalls umfangreichere Reparaturen, der Spielbetrieb kann aber stattfinden, da sie ohnehin nur selten zum Einsatz kommen, wie die Sprecherin sagte.

Das Theater am Schiffbauerdamm ist im Besitz der Ilse-Holzapfel-Stiftung. Das Land Berlin mietet es für das Berliner Ensemble an. Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH vertritt das Land Berlin als Mieter und ist in dessen Auftrag für die Bewirtschaftung des Hauses verantwortlich. Die Gesellschaft wurde 2003 als 100-prozentige Tochtergesellschaft des Landes Berlin gegründet. Die Gesellschaft verwaltet rund 1.600 Gebäude mit einer Fläche von etwa fünf Millionen Quadratmetern Bruttogrundfläche, darunter Dienstgebäude der Berliner Hauptverwaltung, Gerichtsgebäude und berufsbildende Schulen sowie Immobilien der Berliner Polizei und Feuerwehr.


Quelle: Der Tagesspiegel

Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin

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Am Schiffbauerdamm befindet sich das Theaterhaus Berliner Ensemble. Bereits 1892 hat das Haus - damals noch als Neues Theater - seine Pforten geöffnet. 

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