
Deutsches Theater (Mitte)
Das Deutsche Theater Berlin wurde bereits 1849 gegründet und ist mit seiner klassizistischen Fassade ein echtes Schmuckstück. Längst gehört das Haus zu den bedeutendsten Sprechtheatern im deutschsprachigen Raum. Historisch geprägt von Otto Brahm und Max Reinhardt, spiegelte es in legendären Inszenierungen meist politische und gesellschaftliche Veränderungen. Seit 2023 steht Iris Laufenberg an der Spitze des Deutschen Theaters: Sie legt den Fokus auf neue Dramatik sowie interdisziplinäre und genreübergreifende Projekte. Beachtenswert ist die ganzjährige Förderung neuer Theatertexte in den ATT-Ateliers und die Ausrichtung des ATT-Festivals im Sommer. Trotzdem finden natürlich auch Klassiker Platz auf den drei Bühnen: Großes Haus, Kammerspiele und Box. Zu den Stars im starken Ensemble zählen unter anderem Almut Zilcher, Maren Eggert und Ulrich Matthes.
Spielzeit 2026/27:
Allein das Repertoire lädt mit „Angabe der Person“ mit der großartigen Fritzi Haberlandt, „Das Dinner“ nach Herman Kochs Roman „Angerichtet“ (Spannung pur mit großartiger Besetzung) und der mitreißenden Inszenierung von Molières „Der Menschenfeind“ dazu ein, immer wieder ins Deutsche Theater zu gehen. Doch auch die Premieren der Spielzeit 2026/27 versprechen beste Unterhaltung mit Mehrwert: Der Klassiker „Kabale und Liebe“ erfährt als Koproduktion mit dem Thalia Theater unter der Regie von Anne Lenk gewiss einen Gegenwartsbooster, während sich Claudia Bossard mit den modernen Romanen „Die Welt im Rücken“ und „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle gesellschaftskritischen Themen nähert.
Deutsches Theater Berlin und Kammerspiele des Deutschen Theaters, Schumannstr. 13 A, 10117 Berlin
Telefon 030 284410
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Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Mitte)
Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte wurde in den Jahren 1913 und 1914 als erstes Theater der Stadt im Stil der Moderne errichtet und nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Obwohl hier schon Intendanten wie Max Reinhardt, Erwin Piscator und Benno Besson tätig waren, ist das Haus wohl erst unter Frank Castorf international zu wahrer Größe aufgestiegen. Die Geschichte des politischen Anspruchs begann allerdings schon in den 1920er Jahren. Castorf schaffte dann von 1992 bis 2017 mit seinen Inszenierungen, außergewöhnlichen Gästen und einem Ensemble mit starken Charakteren einen Mythos, der bis heute gefeiert wird. (Unbequeme) Theaterkunst, Utopien und Provokationen standen auf dem Spielplan. Es war nicht leicht für die Nachfolgenden, an diese Messlatte heranzukommen. Erst René Pollesch, der zu Castorfs Zeiten einige Jahre die Spielstätte Prater leitete, schien der Richtige zu sein, um trotz eigener Handschrift die Idee der Volksbühne fortzuführen. Leider verstarb Pollesch Anfang 2024. Nach langem Ringen wurde nun Dramaturg Matthias Lilienthal, der wie Pollesch bereits unter Castorf an der Volksbühne war, als neuer Intendant auserkoren. Ihm zur Seite stehen die Choreographinnen Florentina Holzinger und Marlene Monteiro Freitas.
Spielzeit 2026/27:
Noch bevor die Spielzeit 2026/27 offiziell eröffnet wurde, gab es schon den ersten Skandal. Das Volksbad, das Matthias Lilienthal als Auftakt zu seiner Intendanz errichten ließ, wurde leider vom rechten Pöbel verschmutzt, der gegen einen Badespaß für Schwarze Kids hetzte. Nun stehen Premieren an, die mit Sicherheit politisch klar Stellung beziehen. Schon jetzt ein Hit ist die Zusammenarbeit von Sophie Rois und Inga Busch mit Christian Filip in „PROPRIETÀ PRIVATA: Die Influencer Gottes kommen!“ Der Titel verrät schon einiges… Eine der wichtigsten Stimmen japanischer Theatermacher ist die Feministin Satoko Ichihara, die mit „Mononoke“ die Berliner Szene aufmischt. Anta Recke widmet sich Vincenzo Latronicos Roman „Die Perfektionen“ und Gisèle Vienne inszeniert Robert Walsers „Der Teich“ mit Adèle Haenel und Julie Shanahan sowie Puppen und Musik von Stephen O’Malley. Wer es noch nicht gesehen hat: „A Year without Summer“ von Florentina Holzinger steht weiterhin im Programm.

Schaubühne am Lehniner Platz (Wilmersdorf)
Die Schaubühne am Lehniner Platz wurde 1962 von Studierenden gegründet und ist heute das größte Sprechtheater im Berliner Westen – seit 1981 in Erich Mendelsohns Universum-Kinobau am Kurfürstendamm beheimatet. Es gibt drei flexible Bühnenräume, die einzeln oder zusammen genutzt werden können. Der Spielplan gilt mit seinem Mix aus dramatischer Weltliteratur und Gegenwartsstücken noch immer als politisch und sozial engagiert. Das 30-köpfige Ensemble, zu dem Größen wie Jule Böwe, Lars Eidinger und Jörg Hartmann zählen, bringt unter Leitung bekannter Regisseur*innen pro Spielzeit etwa zehn Premieren auf die Bühne. Künstlerischer Leiter ist Thomas Ostermeier, der regelmäßig selbst inszeniert und für seine Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Mit über 100 internationalen Gastspielen jährlich – unter anderem in Avignon, Salzburg, Athen, New York, Tokio und São Paulo – ist die Schaubühne weltweit präsent.
Spielzeit 2026/27:
Wer noch immer keine Karten für „Hamlet“ und „Richard III“ bekommen hat, um Lars Eidinger als virtuosen Schauspieler in den Klassikern von William Shakespeare zu erleben, erhält in der Spielzeit 2026/27 neue Chancen. Gute Aussichten für tolle Theaterabende bieten aber auch die bevorstehenden Premieren wie „Stereophonic“ von David Adjmi mit Songs von Will Butler. Thomas Ostermeier bringt das Stück zur deutschsprachigen Erstaufführung. Publikumsliebling Jörg Hartmann wird in „Antigone. Der Abschied“ zu sehen sein. Regie übernimmt hier der Autor selbst: Alexander Zeldin zeigt erneut, was in der Gesellschaft nicht sofort ins Auge springt, wie Verletzlichkeit und die „leisen Formen“ von Gewalt. Spannend sind auch die Gastspiele aus Madrid und Sceaux, die „Die Wildente“ im Gepäck haben – Ibsens Stück, das Ostermeier erst in der letzten Spielzeit ebenfalls inszeniert hat.
Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin
Telefon 030 890023
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Berliner Ensemble (Mitte)
Das Theater am Schiffbauerdamm wurde bereits 1892 eröffnet. Ab 1954 diente es Bertolt Brechts Theaterkompanie als Spielstätte und ist seither als Berliner Ensemble bekannt. Das Haus ist allerdings im Besitz der Ilse-Holzapfel-Stiftung, was derzeit zu Streitigkeiten wegen der Erhöhung der Pacht führt. Nach Brecht prägten weitere prominente Regisseure das Berliner Ensemble wie Peter Zadek, Heiner Müller und schließlich Claus Peymann. Heute setzt Intendant Oliver Reese die Theatergeschichte mit einem vielseitigen Ensemble und spannenden Regie-Kolleg*innen fort. Im Mittelpunkt stehen zeitgenössische Texte, Klassiker und gesellschaftlich relevante Themen. Selbstverständlich fehlen auch Brechts Stücke nicht im Programm. Durch Gastspiele, die das Ensemble mit Schauspielstars wie Matthias Brandt, Stefanie Reinsperger und Marc Oliver Schulze von den Ruhrfestspielen über Togo bis nach China führen, prägt das BE auch außerhalb Berlins das Gegenwartstheater.
Spielzeit 2026/27:
Die Spielzeit 2026/27 hält wieder einiges bereit, das selbst Theatermuffel in den Saal locken wird. Wir sind gespannt auf „Mephisto“ in der Inszenierung von Frank Castorf und auch Ersan Mondtags „Hamlet“ wird gewiss ein Ereignis. Gemeinsam mit dem Autor Wilke Weermann hat er eine eigene Fassung erarbeitet, die einen neuen Blick auf den Klassiker ermöglicht. Und auch von „Man to Man – Jacke wie Hose“, eine Koproduktion mit dem Royal Court Theatre London, die Tilda Swinton nach 30 Jahren wieder auf die Theaterbühne bringt, ist Großes zu erwarten. Als Wiederaufnahme wird „De Profundis“ von Oscar Wilde, bearbeitet von Oliver Reese, erneut von Iffland-Ring-Träger Jens Harzer dargeboten.
Berliner Ensemble – Theater am Schiffbauerdamm, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin
Telefon 030 28408155
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HAU – Hebbel am Ufer (Kreuzberg)
Das HAU Hebbel am Ufer in Kreuzberg vereint vier Häuser – HAU1, HAU2, HAU3 und die digitale Bühne HAU4 – und steht für zeitgenössisches Theater, Tanz und Performance. Unter Leitung von Annemie Vanackere versteht sich das Haus als Ort, der die Gegenwart spiegelt und ihr zugleich kritisch entgegentritt. Internationale Koproduktionen, Projekte des Freien Theaters, Gastspiele aus aller Welt, Diskurse, Musik und Bildende Kunst prägen das Programm ebenso wie Nachwuchsprojekte. Viele Künstler*innen starteten hier ihre Karrieren oder fanden über das HAU Anschluss an die Berliner Szene. Mit seiner Offenheit und seinem Ansatz, beständig in Bewegung zu bleiben, ist das HAU heute eine der wichtigsten Bühnen weltweit.
Spielzeit 2026/27:
Wir hoffen sehr, dass das HAU – Hebbel am Ufer sein Spielzeit-Ziel 2026/27 erreicht: „Der Erschöpfung etwas entgegensetzen“, lautet das Motto. Mit weiblicher Wut und verdrängten Gefühlen setzt sich die Berliner Künstlerin Sophia Süßmilch auseinander. Ihre Produktion „Etwas Schreckliches wird passieren: Die Menschenfresserin“ widmet sich erlebter Gewalt, gezähmten Körpern und offenen Fragen. Das Kollektiv andcompany&Co. versucht mit Hilfe von Heiner Müllers DDR-Skandalstück „Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande“ Antworten darauf zu finden, ob wir die Erde verlassen müssen oder doch noch lernen, sie zu retten, um bleiben zu können. Mit „Death by the Sun“ sehen wir die langjährige Auseinandersetzung des multidisziplinären Künstlers Tianzhuo Chen mit den Beziehungen zwischen Ökosystemen und Koexistenz, überliefertem Wissen und technologischen Zukunftsvisionen. Zum Spielzeit-Finale mach das Performance-Kollektiv She She Pop das Publikum in „Hymne“ zum Chor und knüpft zeitgleich an ihre früheren Inszenierungen „Besessen“ und „Oratorium“ an. Natürlich gibt es auch Wunderbares aus dem Repertoire zu sehen.
Hebbel am Ufer – HAU 1, Stresemannstr. 29, 10963 Berlin
Telefon 030 2590 0427
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Heimathafen Neukölln (Neukölln)
Der Heimathafen Neukölln ist seit 2009 im alten Rixdorfer Ballsaal beheimatet und verbindet hier als modernes Volkstheater Geschichte mit Gegenwart. Wo früher getanzt, gefeiert oder sogar Kino gezeigt wurde, gibt es heute Theater, Musik, Lesungen, Debatten und Shows. Das Theater behandelt Themen aus dem Kiez wie Migration, Heimat oder Gentrifizierung mit Humor, Ernst und Herz. Dabei hält das künstlerische Leitungsteam – Bühnenbildnerin Julia von Schacky und Schauspielerin Inka Löwendorf – die Bühne auch anderen offen wie internationalen Bands, politischen Theatergruppen, Jugendclubs, Poetry-Slammern, Street Dancern oder Aktivist*innen. Das Musik-Booking obliegt Norbert Jackschenties. So ist aus dem historischen Ballsaal von 1876 – mit neobarocken Verzierungen und Jugendstilelementen – ein Treffpunkt für Nachbar*innen, Gäste und Künstler*innen geworden, der Vielfalt feiert.
Spielzeit 2026/27:
In der Spielzeit 2026/27 liegt der Fokus im Heimathafen Neukölln natürlich erneut auf dem Kiez, so bringt das dokumentarische Stück „Leben Gropiusstadt – Gebrauchsanweisung“ neue und alte Geschichten aus der Nachbarschaft auf die Bühne. Das spanische Stück „Madre“ beschäftigt sich dann ab Oktober in deutscher Übersetzung mit der Wahlfamilie: Ist es wirklich nie zu spät für eine glückliche Kindheit? Außerdem werden „Ich bin Bulgare“ als virtuoser Mix aus Theater, Musik und Stand-up mit Vidina Popov und die interaktive, interplanetare Gerichtsshow „Musk on Mars“ zu sehen sein. Aus dem Repertoire ist Michael Rufs „NSU-Monologe“ ein Muss.
Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin
Telefon 030 22013 6980 (Tickets)
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Sophiensæle (Mitte)
Die Sophiensæle in Mitte sind seit 1996 ein wichtiger Treffpunkt für die freie Szene und experimentelles Theater. In den prachtvollen Räumen – dem Festsaal, dem Hochzeitssaal und der Kantine – des ehemaligen Berliner Handwerkervereins verbinden sich Tanz, Performance, Theater und Bildende Kunst zu überraschenden Formen. Als Theater von Künstler*innen für Künstler*innen aus Berlin und der Welt gegründet, liegt die Kernaufgabe in der Förderung künstlerischer Entwicklungen – von etablierten Größen, aber auch vom Nachwuchs. Mit Festivals, Residenzen und internationalen Projekten laden die Sophiensæle dazu ein, neue Perspektiven zu entdecken. Vielfalt, Mut und Neugier sind Markenzeichen. Dabei ist das Haus beständig im Wandel. Seit der Spielzeit 2024/25 steht den Sophiensælen ein künstlerischer Beirat zur Seite, um die Perspektiven von Künstler*innen nachhaltig in die Strukturen zu integrieren.
Spielzeit 2026/27:
Die Sophiensæle starten mit „Nestervals Eldorado“ der queeren Volkstheatergruppe Nesterval aus Wien. Die Produktion bindet das Publikum ins facettenreiche Storytelling mit ein. Außerdem stehen „Finite Jest“ von Melanie Jame Wolf, eine Solo-Performance über Komik, Tragik und Tod sowie die Performance „ATHAR“ von Enad Marouf auf dem Spielplan 2026/27. Auch die Tanztage finden im Januar 2027 wieder Raum in den Sophiensælen und zeigen innovative wie genreübergreifende Arbeiten von in Berlin ansässigen Künstler*innen aus den Bereichen zeitgenössischer Tanz, Choreografie und Performance. Derzeit läuft der Open Call. Die künstlerische Leitung des Festivals übernimmt zum letzten Mal Dramaturg und Kurator Mateusz Szymanówka.

GRIPS Theater
Das GRIPS Theater, 1969 von Volker Ludwig aus dem politischen Kabarett und der Studentenbewegung heraus gegründet, gilt als Pionier des emanzipatorischen Kinder- und Jugendtheaters. Die meisten Stücke aus den letzten Jahrzehnten sind längst Kult. Das Besondere ist, dass das GRIPS die Geschichten nah am Alltag seines Publikums erzählt – ohne Zeigefinger, dafür komisch, berührend und sehr musikalisch. Eines der bekanntesten Stücke ist sicherlich „Linie 1“ – es geht um eine junge Frau, die ihren Freund sucht und dabei verschiedensten Berliner*innen begegnet… Als Berlin-Revue ist „Linie 1“ noch immer im Spielplan. Ludwig selbst ist schon 2011 zurückgetreten. Doch auch unter der Leitung von Philipp Harpain, der die theaterpädagogische Arbeit des Hauses vor gut zwanzig Jahren aufbaute, richtet man sich an Menschen jeden Alters. „Es ist ein impulsgebender, lokal und international vernetzter Ort für das Kinder- und Jugendtheater, das in der Tradition eines realistischen, emanzipatorischen Gegenwartstheaters steht“, heißt es in der Selbstbeschreibung.
Spielzeit 2026/27:
Die neue Spielzeit 2026/27 rückt das Kindertheater mehr in den Fokus. Zu den Neuproduktionen zählen die humorvolle Stückentwicklung des feministischen Regiekollektivs hannsjana „Oh peinlich“ für Kinder ab 5 Jahren, die partizipative Stückentwicklung „aus|flug“ im GRIPS Podewil für Kinder ab 3 Jahren sowie die Uraufführung von „Ehre dem Sommer“ – ein Stück, das Autor und Schulsozialarbeiter Benjamin Tienti mit Regisseurin Inda Buschmann auf die Bühne bringt. Im Repertoire befinden sich unter anderem moderne Dauerbrenner wie „#diewelle“ nach Motiven des Romans von Morton Rhue und „Alle außer das Einhorn“ der Deutschen Literaturpreisträgerin Kirsten Fuchs sowie der jüngste Coup „Kuckucksnest“ von Nina van Tongeren zum Thema mentale Gesundheit und die Neuinszenierung von „Laura war hier“ von Milena Baisch mit Liedtexten von Volker Ludwig.
GRIPS Kinder- und Jugendtheater Hansaplatz, Altonaer Str. 22, 10557 Berlin
Telefon 030 3974 7411
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Renaissance-Theater (Charlottenburg)
Das Renaissance-Theater in Berlin ist das einzige vollständig erhaltene Art-Déco-Theater Europas und gilt als „Juwel der Theaterbaukunst“. 1927 nach Plänen Oskar Kaufmanns errichtet, beeindruckt es auch im Innern mit expressionistischer Formenvielfalt und im Balkonbereich mit Intarsien von César Klein, die Szenen der Commedia dell’arte darstellen. Seit Mitte der 1990er Jahre setzt das Haus auf internationale Gegenwartsdramatik und bringt Werke preisgekrönter Autor*innen als Ur- und Erstaufführungen auf die Bühne – zeitkritisch und unterhaltsam. Ebenso werden regelmäßig musikdramatische Produktionen, Stücke mit Berlin-Bezug und Gastspiele gezeigt. Ein festes Ensemble gibt es nicht. Ergänzt wird das Programm durch Lesungen und musikalische Abende im Bruckner-Foyer.
Spielzeit 2026/27:
Das Renaissance Theater bietet wie gewohnt auch in der Spielzeit 2026/27 vor allem klassisches Schauspiel. Mit „Von Fischen und Frauen“ kommt ein kleines, absurdes Drama von Noëlle Haeseling mit Imogen Kogge zur Aufführung, das aber natürlich viel weniger harmlos ist, als es im Programm angekündigt wird. Jule Ronstedt bringt ihren humorvollen und zugleich poetischen Roman „Menomorphosen“ mit Gesine Cukrowski, Nina Kronjäger, Inka Friedrich und anderen auf die Bühne. Mit „Der stille Freund“ bringt Ferdinand von Schirach das Format Lesung als literarischen Theaterabend auf ein ganz neues Niveau. Auch Stücke aus vorherigen Spielzeiten finden sich wieder im Programm wie „Sophia oder das Ende der Humanisten“ von Moritz Rinke.

Maxim Gorki (Mitte)
Die Singakademie am Boulevard Unter den Linden wurde 1827 nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels erbaut. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus 1952 als Maxim Gorki Theater wiedereröffnet und diente fortan als wichtige Spielstätte für zeitgenössisches Theater in der DDR. Thomas Langhoff, der später auch im Westen als Intendant am DT Theatergeschichte schrieb, inszenierte hier ab 1977. Seit der Spielzeit 2013/14 ist dessen Ex-Schwiegertochter Shermin Langhoff Intendantin. Die Theatermacherin fördert seit jeher den deutsch-türkischen Austausch und hat das Maxim Gorki als postmigrantisches Theater etabliert. Diese Spielzeit übernimmt Architektin und Dramaturgin Çağla Ilk ihr Amt. Das breite Repertoire reicht von Klassikern über Uraufführungen bis zu Rechercheprojekten, Installationen und Performances. Studio Я und Gorki X eröffnen zudem Räume für Diskussion, Partizipation und Experimente.
Spielzeit 2026/27:
Mit der neuen Intendanz öffnet sich das Maxim Gorki in der Spielzeit 2026/27 nun auch für Bildende Kunst, internationale Performances, Musik und Tanz. Entsprechend gibt es zum Auftakt keine Inszenierung, sondern bis zum 11. Oktober eine begehbare Installation des französisch-armenischen Künstlers Sarkis. Erst im Dezember gibt es die erste „klassische“ Theater-Premiere: Ulrike Ottinger inszeniert Leonora Carringtons surrealistischen Roman „Das Hörrohr“, gefolgt von „HELLZAPOPPIN’: What about the bees?“ von Yvonne Rainer, die in diesem Gastspiel Text, Tanz und Filmausschnitte kombiniert. Bis dahin stehen die anderen Kunstformen im Vordergrund. „Le Sacre du printemps“ in der Inszenierung von Göksu Kunak im Januar 2027 wird mit Sicherheit auch eine Aufführung, die weit über die Ballett-Szene hinaus diskutiert werden wird.
Maxim Gorki Theater Berlin, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin
Telefon 030 2022 1115
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