Berlin
QIEZ-Experten Olaf Thamm und Zoran Nikolic

Sie fragen ... Tierärzte antworten (2)

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Hundefreundin: Eine SmartVet-Tierärztin bei der Arbeit. Zur Foto-Galerie
In der zweiten Folge unserer neuen QIEZ-Experten-Serie in Kooperation mit dem SmartVet Praxisverbund kümmern wir uns um ein echtes Hochleistungs-Organ bei Katzen und geben Ihnen Tipps, wie Ihr Haustier gut durch den Sommer kommt. Haben Sie eigene Fragen an die SmartVet-Tierärzte? Schreiben Sie uns eine E-Mail an redaktion@qiez.de!

Was tun, wenn Ihre Katze Probleme mit der Niere bekommt?

Katzen haben sehr leistungsfähige Nieren, da sie dem Futter viel Flüssigkeit entziehen und ihren Harn sehr stark konzentrieren können. Doch dadurch ist auch die Belastung des Organs hoch, es wird besonders bei älteren Tieren anfällig für Funktionsstörungen. Bei einer frühzeitigen Behandlung dieser Störungen können die Katzen noch jahrelang leben. Wie erkennen Sie als Besitzer, dass mit der Niere Ihrer Katze etwas nicht in Ordnung ist?

QIEZ-Experte Olaf Thamm, Gründer von SmartVet

Eines der ersten Krankheitsanzeichen ist der Verlust der Fähigkeit, einen konzentrierten, dunklen Urin zu bilden. Ihre Katze trinkt mehr als gewöhnlich und muss häufiger Urin absetzen. Bei zunehmender Schädigung kann die Katze niedergeschlagen sein und den Appetit verlieren. Durch die vermehrten Schadstoffe im Blut entstehen an den Schleimhäuten des Magen- und Darmtraktes Entzündungen, die häufig zu Erbrechen führen. Die Katzen verlieren schnell Gewicht und bekommen ein stumpfes, oft struppiges Fell. Häufig bemerkt man Mundgeruch und Geschwüre im Maul. Suchen Sie beim Auftreten dieser Symptome frühzeitig einen Tierarzt auf!

Ein aufgetretener Nierenschaden kann zwar nicht behoben, aber gelindert werden. Viele Katzen, die sehr große Mengen Urin produzieren, trocknen trotz vermehrter Wasseraufnahme hochgradig aus. Infusionen gleichen diesen Verlust erstmals aus. Eventuell sind auch Medikamente gegen die durch die Nierenerkrankung verursachten Symptome (wie etwa Magen- und Maulschleimhautgeschwüre) nötig. Mit der Umstellung des Katzenfutters auf eine nierenschonende Diät können Sie Ihrer Katze helfen – vom Tierarzt bekommen Sie spezielles Diätfutter mit Vitaminen und Mineralstoffen. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihre Katze stets genügend frisches und sauberes Wasser trinken kann. Durch Kontrolle der Nahrungs- und Wasseraufnahme können Sie Ihrem Tierarzt mit wertvollen Informationen versorgen, die bei der Behandlung der Erkrankung hilfreich sind.

Hurra, endlich 30 Grad. Badewetter! Doch wie vertragen unsere Haustiere die Hitze?

Für Haustiere ist der Sommer weniger paradiesisch als für die meisten Menschen. Sie können ihr Fell- oder Federkleid nicht einfach ablegen und schwitzen mehrheitlich nur an den Pfoten. Einige Tiere helfen sich mit Hecheln, doch auch das hilft nicht mehr viel, wenn es richtig heiß ist. Heimtiere wie Kaninchen und Meerschweinchen sind extrem hitzeempfindlich. Die meisten Tiere suchen bei Hitze am liebsten kühle Plätze auf, schlafen viel und verhalten sich eher passiv.

„Wichtig ist es deshalb, dass den Tieren kühle und schattige Plätze frei zugänglich sind und ihnen ausreichend Wasser zur Verfügung steht“, rät SmartVet-Tierarzt Zoran Nikolic. „Sonst kann es, genau wie bei uns Menschen, zum Hitzschlag kommen, insbesondere wenn Tiere in der prallen Sonne einschlafen oder im Auto gelassen wurden, selbst wenn das Auto im Schatten stand und die Fenster leicht geöffnet waren. Der Schatten dreht und in wenigen Minuten heizt sich der Innenraum auf 80°C und mehr auf. Bei Verdacht auf Hitzschlag sofort mit Wasser kühlen und schnell den Tierarzt aufsuchen, hier zählt jede Minute.“
Hunde sollten deshalb auf keinen Fall im Auto gelassen werden, auch nicht bei einem nur kurzen Einkauf.

Mit dem Sommer kommt auch die Ferienzeit. Was ist zu beachten, wenn Sie mit Ihrem Haustier auf Reisen gehen wollen?

Wenn Ihr Tier regelmäßig Medikamente braucht, denken Sie daran, diese rechtzeitig in Ihrer Tierarztpraxis zu bestellen und abzuholen. Besorgen Sie auch genügend Futter für Tiere, die eine Diät befolgen müssen. Selbst wenn ihr Liebling keine Medikamente benötigt, ist es ratsam, eine kleine Reiseapotheke zusammenzustellen. Ihr Tierarzt berät Sie gerne dabei.

Veterinärnetzwerk SmartVet
Viele Tiere sind keine Autofahrten gewöhnt, so dass Angst und Übelkeit auftreten können. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach Möglichkeiten, die Reise mit dem PKW für Ihr Tier angenehmer zu machen. Falls durch Stress oder Hitze Durchfall auftritt, können eine Paste oder ein Pulver helfen.  Denken Sie auch an ein Fieberthermometer und suchen Sie sich am besten bereits vor Ihrer Reise in der Nähe Ihres Ziels einen Tierarzt. Zögern Sie im Krankheitsfall nicht, diesen aufzusuchen!

Denken Sie auch an die Einreisebestimmungen für Tiere, die in Ihrem Urlaubsland gelten. Für viele EU-Länder sind der blaue EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung ausreichend. Für manche Länder (z.B. Großbritannien oder Schweden) gibt es aber besondere Bestimmungen hinsichtlich Entwurmung und Impfung, die Sie keinesfalls mehr schnell vor der Abfahrt erfüllen können. Genaue Bestimmungen finden Sie im Internet – oder erkundigen Sie sich in Ihrer SmartVet-Tierarztpraxis.

Weitere Fragen und Antworten rund ums Haustier:

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Smartvet Tierarztpraxis Pankow, Pasewalker Straße 25, 13127 Berlin

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