Mehrere Sichtungen

Biber zurück in Lichtenberg

Biber zurück in Lichtenberg
Eine Vielzahl von Schutzmaßnahmen im letzten Jahrhundert hat dazu geführt, dass sich die geschützten Biber in Deutschland wieder ausbreiten.
Rummelsburger Bucht - Die fleißigen Nager wurden anhand von Fraßspuren zum ersten Mal nach acht Jahren wieder im Bezirk nachgewiesen. Als Revier scheinen sich die Biber die Ufer des Rummelsburger Sees ausgesucht zu haben.

Seit Mitte der Neunzigerjahre breiten sich die Mitte des letzten Jahrhunderts hierzulande fast ausgestorbenen größten einheimischen Nager im Stadtgebiet wieder aus – meistens an Gewässern in vergleichsweise schwach besiedelten Regionen wie der Ober- und Unterhavel, dem Müggel- und Seddinsee. Doch die Biber sind erstaunlich anpassungsfähig und einige Exemplare scheinen sich nun bis nahe an die Innenstadt gewagt zu haben.

Die Naturschutzwacht Lichtenberg, bestehend aus aktiven Umweltschützern, die im Auftrag des Bezirksamts unterwegs sind, entdeckte zum Jahreswechsel Fraßspuren des Nagetiers an der Rummelsburger Bucht. In den letzten Wochen wurden weitere Sichtungen auf Friedrichshainer und Treptower Territorium gemeldet. Biber-Experte Manfred Kraus hält es für möglich, dass sich die Tiere an den östlichen Ufern oder auf den Inseln im See dauerhaft ansiedeln – was ein Hinweis auf ein intaktes ökologisches Gleichgewicht wäre. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Wilfried Nünthel (CDU) äußerte sich dementsprechend erfreut: „Die Ausbreitung des Bibers ist der Beleg für funktionierenden Arten- und Naturschutz und damit ein besonderer Erfolg für die Menschen und Institutionen, welche sich jahrelang mit großer Tatkraft für seinen Schutz und den seines Lebensraums eingesetzt haben.“

Kaum Konfliktpotenzial in Berlin

Biber sind Pflanzenfresser mit einem breiten Spektrum: Kräuter und Gräser konsumieren sie ebenso wie Teile von Laubbäumen. Auch ihre aufwendigen Bauten mit von Wasser umgebenen Eingängen sind bemerkenswert. In manchen Gegenden geraten die Nager deswegen jedoch in Konflikt mit den Menschen – beziehungsweise umgekehrt. Da die Tiere häufig Bäume anknabbern und sogar fällen, sind sie bei der Forstwirtschaft nicht besonders angesehen. Durch die Dämme, die sie für ihre Wohnbauten anlegen, können sie außerdem Überschwemmungen verursachen. Und gelegentlich graben die Biber sogar von Menschen errichtete Dämme an – was beispielsweise im Oderbruch nicht so gut ankommt.

Derartige Nutzungskonflikte sind an der Rummelsburger Bucht wie auch im Rest von Berlin nicht zu befürchten. Da es in der Hauptstadt kaum Landwirtschaft oder Entwässerungsgräben gibt, könnten die Tiere keine nennenswerten Schäden anrichten, erklärt Manfred Kraus gegenüber Qiez.de. Hin und wieder fällt ihnen mal ein Obstbaum zum Opfer, doch dagegen können sich die Besitzer mit Maschendraht recht einfach absichern, wie Anja Sorges vom Naturschutzbund Berlin empfiehlt. Persönlich zu sehen bekommt man die scheuen und nachtaktiven Biber übrigens eher selten: Das gleiche schon einem Sechser im Lotto, so Sorges.

Biber zurück in Lichtenberg, Uferweg, 10245 Berlin
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