• Montag, 15. September 2014
  • von Robin Klapprodt

Dauerausstellung

Das Bauhaus-Archiv

  • Bauhaus Archiv
    Das Bauhaus-Archiv von außen. Foto: QIEZ - ©Robin Klapprodt

Lützowplatz - Der Name Bauhaus steht für eine Symbiose aus Kunst und industrieller Produktion, die enormen Einfluss auf Designer und Architekten des 20. Jahrhunderts hatte. Einige der im Bauhaus entstanden Originale können in Tiergarten besichtigt werden. Dort sammelt und archiviert das “Bauhaus Archiv – Museum für Gestaltung“ die wichtigsten Projekte und betreibt eine kleine Dauerausstellung.

Das Bauhaus gilt als Wiege modernen Möbeldesigns und moderner Architektur. Während seines Bestehens zwischen 1919 und 1933 wurde es von zahlreichen berühmten Bauherren und Künstlern wie Martin Gropius, Marcel Breuer oder Ludwig Mies van der Rohe geleitet und entwickelte eine Reihe revolutionärer Entwürfe. Besonders bekannt sind seine Stahlrohrmöbel und Lampen sowie wegweisende architektonische Projekte. Heutzutage changiert die Rezeption der Bauhaus-Ästhetik zwischen Bewunderung und Kritik. Obwohl gefeiert für seine zeitgemäße Idee des Wohnens, wird dem Bauhaus vereinzelt vorgeworfen, Urheber eines klobigen und unpersönlichen Architektur-Konzepts zu sein, das Vorläufer für die Platten- und Zweckbauten des 20. Jahrhunderts wurde.

Als das Bauhaus 1919 in Weimar gegründet wurde, stellte es eine neue Form der Kunstschule dar. Der Berliner Architekt Walter Gropius rief eine Institution ins Leben, die durch innovative Methoden und pädagogische Programme vermitteln wollte, dass das Handwerk die Voraussetzung für jede Form von Kunst ist. Die Schule solle allmählich in der Werkstatt aufgehen, so der Wahlspruch des Gründers. Einige Jahre später rückten jedoch die Möglichkeiten der industriellen Massenproduktion in den Vordergrund. Der neue Leitspruch hieß: “Kunst und Technik: Eine Einheit“. Aus dem neuen Ansatz resultierten unter anderem Möbel, die nicht nur durch industrielle Methoden hergestellt sondern auch vervielfältigt werden konnten. Somit unterschied sich die Ästhetik des Bauhauses radikal von allen künstlerischen Strömungen des 19. Jahrhunderts.

Das Studium am Bauhaus setzte sich aus mehreren pädagogischen Stufen zusammen, beginnend mit einer gemeinsamen “Vorlehre“ aller Schüler und endend mit der individuellen Ausbildung in den Werkstätten und schließlich am Bau. Allerdings besteht das Vermächtnis des Bauhauses nicht nur aus Möbel- und Architekturprojekten, sondern umfasst ebenfalls eine große Reihe von Gemälden, Webarbeiten und funktionalen Objekten.

Steppengarten im Tiergarten

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Tiergarten

 

Das Archiv

Das Bauhaus-Archiv wurde 1960 als gemeinnütziger Verein gegründet. Mit Hilfe ehemaliger “Bauhäusler“ und ihren Familien gelang es innerhalb der letzten 45 Jahre, die weltweit größte Ausstellung zum Thema zusammenzutragen. Das Gebäude wurde von Walter Gropius entworfen und beherbergt eine Dauerausstellung, die in drei Bereiche gegliedert ist. In den verschiedenen Räumen werden sowohl die Projekte der Schule ausgestellt als auch die Herangehensweisen an die neue Form der Ästhetik erläutert.

Der erste Raum widmet sich den im Bauhaus entstandenen Möbelstücken. Vor allem die von Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Freischwinger und Sessel sind zu sehen. Durch die industriellen Produktionsmöglichkeiten entstanden Sitzgelegenheiten aus gebogenem Stahl, die nicht nur durch Funktionalität, sondern ebenfalls durch eine neue Optik bestachen. Der zweite Raum besteht vor allem aus Schautafeln, die die Geschichte des Bauhauses nachzeichnen. Aufgrund politischen Drucks musste es dreimal umziehen. Neben Weimar war es in Dessau und Berlin ansässig, bevor es nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 endgültig seine Tore schloss. Darüber hinaus sind einige Gemälde, Webarbeiten und andere Designobjekte, wie die berühmte Standlampe von Wilhelm Wagenfeld, zu sehen. Im letzten Raum befinden sich Modelle einiger Häuser im Bauhaus-Stil, darunter das Bauhaus-Gebäude in Dessau und ein Konzept Mies van der Rohes für einen Wolkenkratzer in der Berliner Friedrichstraße. Das Hochhaus sollte ein Prestigeobjekt der Weimarer Republik werden, konnte jedoch nie realisiert werden.

Bauhaus-Archiv, Museum f. Gestaltung

Klingelhöferstr. 14
10785 Berlin

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Quelle: QIEZ
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