• Dienstag, 05. Mai 2015
  • von Eve-Catherine Trieba

Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt

Für Stadtaffen mit Tiefgang

  • Ape Culture
    Die New Yorker Künstlerin Coco Fusco performt "TED Ethology: Primate Visions of the Human Mind". Foto: externe Quelle - ©Haus der Kulturen der Welt

Tiergarten - Den Gegensatz zwischen Mensch und Tier, Kultur und Natur beleuchtet eine Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt mal aus einem etwas anderen Blickwinkel: Gezeigt werden Dokumente aus Populärkultur und Primatologie sowie Werke von rund einem Dutzend zeitgenössischer Künstler, die den Affen als Grenzfigur in den Mittelpunkt ihres Werkes stellen.

"Ape Culture" heißt die Schau, die bis Anfang Juli einen anregenden Blick auf ein Tier und seine ambivalente Rolle im menschlichen Bewusstsein wirft. Seit der Antike nimmt der Affe eine wichtige Rolle ein, wenn es um die Selbstdefinition des Homo Sapiens, seine Stellung (gegen-)über der Natur und unterdrückte Triebe bzw. Wünsche geht. Wissenschaft und Kultur haben jahrhundertelang interessierte Blicke auf den nächsten Verwandten des Menschen geworfen - und dabei immer wieder neue Schwerpunkte gesetzt. Ob als dem Menschen untergeordnetes Geschöpf, Plantenbeherrscher, clowneskes Püppchen, als zerstörerischer King Kong oder Objekt der modernen Primatenforschung - stets wurde und wird durch den Spiegel des Affen eigentlich ein Blick auf uns selbst geworfen.

Szene aus "Max, Mon amour" von 1986. Szene aus "Max, Mon amour" von 1986.
Dieser Bedeutung des Affen-Abbilds geht die neue Schau auf multimedialem Weg nach. Einen Teil der Ausstellung bilden wissenschaftliche oder publizistische Dokumente sowie kuratorische Texte, die getrennt von den künstlerischen Arbeiten als eine Art Wandzeitung abgebildet sind. Daneben bilden die künstlerischen Werke den zweiten Schwerpunkt von "Ape Culture". "Die gezeigten Arbeiten führen auf ein Gebiet unterschwelliger Projektionen, Begierden, Schemata und Rollenspiele, die den Bestimmungen des Selbst und des Anderen, den Strömen gesellschaftlicher Macht und Begehrlichkeit zugrunde liegen. Gemeinsame Intention der Werke ist es, diese zu entwaffnen oder zumindest zu verdeutlichen", so die Kuratoren Anselm Franke und Hila Peleg.

Zu sehen ist etwa der Film "Primate" von 1974, der fragwürdige Experimente dokumentiert, die am Yerkes National Primate Research Center der Emory University, USA, durchgeführt wurden. Die Portraits von Rosemarie Trockel aus den 80er Jahren setzen Frau und Tier dagegen als Objekt des männlichen Blicks gleich und fordern den Betrachter zum offensiven Blick heraus. Coco Fusco greift in ihrer Performance auf die Schimpansin Dr. Zira aus "Planet der Affen" zurück - und präsentiert ihre Einschätzung der besonderen Charakteristika menschlicher Aggression im 21. Jahrhundert. Am 2. Juli um 19.30 Uhr ist diese Performance übrigens nicht nur auf der Leinwand, sondern auch live zu bewundern.

Haus der Kulturen der Welt

John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

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Quelle: QIEZ
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