• Dienstag, 12. März 2013
  • von Nikolaus Triantafillou

Besonders sehenswert

Der Potsdamer Platz

  • Potsdamer Platz Leipziger Platz
    Am ehemaligen Todesstreifen wachsen Ost und West immer mehr zusammen: Gestern wurde das Pre-Openning der "Mall of Berlin" mit Klaus Wowereti gefeiert, heute kann jeder in die neue Mall am Leipziger Platz. Foto: dapd - ©Paul Zinken

Wohl nirgendwo hat sich Berlin nach der Wende so extrem gewandelt wie am Potsdamer Platz. Auf der Brache mit reicher Geschichte ist ein Architekten-Traum entstanden – repräsentative Bauten wie der Bahn-Tower, das Sony Center oder das Quartier Daimler.

Jahrzehntelang, während der deutschen Teilung, war der Potsdamer Platz aufgrund seiner Lage zwischen Ost- und Westsektor eine große Brache. Dabei hatte der Ort schon zuvor eine lange und reiche Geschichte. Ursprünglich war er ein Verkehrsknotenpunkt vor den Toren der Stadt. Als 1838 der Potsdamer Fernbahnhof eingeweiht wurde, wandelte er sich zu einem vitalen Platz für Handel und Amüsement. Zu Zeiten der Weimarer Republik war das Haus Vaterland am Potsdamer Platz der größte Amüsierbetrieb des Landes.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden zunächst einige Gebäude am Potsdamer Platz wieder notdürftig instandgesetzt, doch verlor die Gegend durch die Zuspitzung der Ost-West-Konfrontation und letztendlich den Bau der Mauer an Wert. So entstand das Brachland, das selbst Nicht-Berliner aus Wim Wenders Film-Meisterwerk "Himmel über Berlin" kennen könnten. Die DDR-Regierungen verhinderten die Bebauung auch aus Sicherheitsgründen.

Neues Zentrum nach der Wende

Mit der Wiedervereinigung entstanden schnell Pläne, den Potsdamer Platz wieder zu einem Zentrum der Stadt zu machen. Nach teils heftigen Diskussionen setzte sich ein gestalterisches Konzept durch, das viele Hochhäuser beinhaltete. In den 1990er Jahren bestimmten vor allem Baukräne das Bild am Platz. Es entstanden eine Reihe repräsentativer Bauten: Das Sony Center mit seiner berühmten Kuppel beherbergt unter anderem Kinos, das Filmmuseum und Gastronomie. Daneben steht weithin sichtbar der Bahntower, die heutige Konzernzentrale der Bahn.

Der bekannte italienische Architekt Renzo Piano entwarf das debis-Haus, das am großen grünen Würfel auf dem Dach zu erkennen ist. Besonders markant ist auch der Kollhoff-Tower gegenüber des Bahn-Hochhauses, dessen Backsteinstil sich an ähnlichen Bauten in New York orientiert. Im 24. und 25. Stockwerk des Hochhausturms befindet sich eine Aussichtsplattform mit Ausstellung und Café, die einen hervorragenden Ausblick über Berlin und besonders die nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten wie Reichstag, Brandenburger Tor, Siegessäule oder Tiergarten ermöglicht.

Das edel wirkende Beisheim-Areal schließt den Potsdamer Platz nach Norden ab. Zu diesem Bereich gehört das architektonisch im Stil der Art Déco gehaltene Hotel Ritz-Carlton. Im Osten schließt sich an den Potsdamer der Leipziger Platz an und bildet mit diesem eine nur durch die Stresemann- und Ebertstraße getrennte Einheit.

Die Aussichtsplattform im Kollhoff-Tower hat im Winter von 10 bis 18 Uhr, im Sommer von 10-20 Uhr geöffnet.

Adresse

Potsdamer Platz 1
10785 Berlin

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Quelle: QIEZ
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