• Montag, 02. Januar 2012

JugendKulturZentrum in Tiergarten

Die Pumpe und die Alte Pumpe: Ein starkes Doppel

  • Die Pumpe
    Ein Blick in den Hof des Jugendkulturzentrums PUMPE. Zu Gast sind hier regelmäßig Jugendliche, die sich in Workshops der Welt des Theaters nähern. Foto: externe Quelle - ©JugendKulturZentrum PUMPE

Theater intensiv selber machen – dafür ist das JugendKulturZentrum Pumpe neben der Alten Pumpe wie gemacht. Hier können junge Leute in die Welt des Theaters hineinschnuppern, Stücke erarbeiten und sogar für Workshops gleich mit der ganzen Clique zum Niedrigpreis direkt neben dem Theater übernachten. Vorm Schlafengehen ist aber noch eine wilde Party drin!

Früher war dieser Ort alles andere als hip, und mit Kreativität oder gar Kunst hatte er so viel zu tun wie ein Straßenschild mit einem Rochen. Das Gelände diente der Berliner Stadtentwässerung. Heute befinden sich hier das JugendKulturZentrum Pumpe und, gleich nebenan, der Veranstaltungsort Alte Pumpe. Das Jugendzentrum Pumpe, eine 1988 gegründete Institution, macht vor allem eines: Theater. Und zwar mit Kindern und Jugendlichen. Hier werden sie in die Welt des Theaters eingeführt. Das Team der Pumpe fördert sie in Kleingruppen, schleift rohe Talente.

Viele der jungen Theaterinteressierten schnuppern bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal Bühnenluft. Doch nicht nur für die Schauspielerei wächst hier der Nachwuchs heran, auch in anderen Lernfeldern entdecken und entfalten die jungen Gäste ihr Potenzial. Dazu gehören neben dem Bereich Inszenierung und Regie auch der Kostümentwurf, die Bühnentechnik und die Dokumentation, insbesondere die Videodokumentation.

Kreativräume von Theaterfundus bis Malatelier

Mehrere Arbeitsgruppen, auch aus Schulen, proben und führen gleichzeitig auf. Dass das möglich ist, liegt vor allem an der Größe der Räumlichkeiten. Allein die Bühne im großen Saal misst etwa 50 Quadratmeter. Theateraufführungen, aber auch Konzerte und andere Veranstaltungen, sind hier gut umzusetzen: Der Saal bietet bis zu 200 Zuschauern Platz. Zudem stehen den Kreativen vier unterschiedlich große Proben- und Mehrzweckräume zur Verfügung, sodass Gruppen mit 10 bis 60 Personen einen passenden Raum bekommen.

Da es in der Pumpe nicht nur ums Schauspiel, sondern auch um alle vorbereitenden und unterstützenden Arbeiten einer Inszenierung geht, sind auch dafür die entsprechenden Orte nutzbar: zwei Werkstätten, ein Malatelier und ein Fotolabor gehören zum Haus. Außerdem gibt es einen Proberaum für Musikgruppen und einen Theaterfundus. Gefördert wird das Jugendkulturzentrum von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Betreiber ist der AWO-Landesverband Berlin.

Pumpe und Alte Pumpe: Jugendgästehaus und Eventlocation zum Mieten

An das JugendKulturZentrum ist ein Gästehaus angeschlossen, in dem sich beispielsweise Jugendtheatergruppen, die nicht aus Berlin kommen, für die Zeit ihres Workshops in der Pumpe einquartieren können. Übernachtungsgäste sollten beachten, dass das Angebot sich an unter 27-Jährige richtet. Ist mit dem Alter alles in Ordnung, gastieren hier preiswert Gruppen von maximal 44 Personen. Zwei-, Vier- und Sechsbettzimmer stehen zur Wahl. Wasch- und Duschräume finden die Gäste etagenweise vor. Im Erdgeschoss haben sie die Möglichkeit, sich selbst in der Küche zu versorgen. Reist eine Gruppe mit mindestens zehn Personen an, darf sie sich auf zusätzlichen Luxus freuen: Zur Pumpe gehört eine Gaststätte, das sogenannte Restaurant Alte Pumpe, die die Gruppe mit Frühstück, Halb- oder Vollverpflegung versorgt.

Als Eventlocation ist die Alte Pumpe auch für Theaterfremde interessant. Hier werden immer wieder öffentliche Kunstausstellungen und Musikabende veranstaltet. Auch wer einen Veranstaltungsort für sein geplantes Event sucht, könnte fündig werden. Die Alte Pumpe vermietet ihre Räumlichkeiten zu verschiedenen Anlässen. Dazu gehören Bankette, Hochzeitsfeiern oder Gala-Abende. Auch die Organisatoren von Modenschauen und Firmenevents wie Produktpräsentationen buchen die Räume. Der Platz reicht für bis zu 750 Personen. Sogar ein Catering-Service gehört zu dem Veranstaltungsort dazu. Er bietet Buffets und Menüs zu Berliner und Brandenburgischen Themen an.

Früher wurde hier Abwasser gepumpt

Die Namen von Pumpe und Alter Pumpe rühren von der früheren Verwendung der Gebäude her. Gemeinsam wurden sie in der Vergangenheit unter der Bezeichnung Pumpwerk VII zusammengefasst. 1881 bis 1883 nach den Richtlinien des Stadtplaners James Hobrecht erbaut, bestand die Anlage aus verschiedenen Backsteinhäusern. Darunter waren ein Kessel- und Maschinenhaus, ein Beamtenwohnhaus und zwei Werkstattgebäude. Ein Dieselmotor kurbelte in der Betriebshalle ein gewaltiges Laufrad an. Über die Pleuelstangen in den Behältern der Doppelkolbenpumpe erzeugte er so Unterdruck. Durch die Zugkraft wurde Abwasser aus dem Kanalisationssystem über Druckröhren bis hin zu den Rieselfeldern außerhalb der Stadt geleitet.

Der Betrieb des Pumpwerks VII, ab den dreißiger Jahren elektrisch gefördert, wurde 1982 eingestellt. Außer einer Pumpe wurden alle Pumpen demontiert. Die Anlage, zu der auch das heutige Jugendkulturzentrum gehört, wurde inzwischen restauriert. Seit Ende der achtziger Jahre steht sie unter Denkmalschutz.

JugendKulturZentrum PUMPE

Lützowstr.42
10785 Berlin

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Quelle: kompakt
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