• Montag, 15. Juni 2015
  • von Eve-Catherine Trieba

Spaziergang durch den Großen Tiergarten

Die XXL-Oase

  • Straße des 17. Juni im Großen Tiergarten
    Blick von der Siegessäule zum Brandenburger Tor. Auch bei unserem Spaziergang ging es im Tiergarten mal wieder autofrei zu. Foto: QIEZ - ©Trieba

Tiergarten - Von den unzähligen Berliner Parklandschaften ist er ganz sicher die größte und spektakulärste. Doch obwohl zahlreiche Sehenswürdigkeiten und seine Lage mitten im Zentrum der Stadt den Großen Tiergarten zu einem echten Aushängeschild machen, hat man hier selbst an einem strahlenden Sommertag viele lauschige Plätzchen ganz für sich allein. Und das mitten zwischen Brandenburger Tor und Zoo.

Das Wichtigste zuerst: Für einen Spaziergang durch den Großen Tiergarten solltest du dir Zeit nehmen. Und mindestens eine Flasche Wasser dabei haben. Schließlich erlaufen sich 200 Hektar nicht mal eben so. Doch wer es dann am Ende eines zwei- bis dreistündigen Spazierganges wirklich zu einigen Highlights geschafft hat, der darf sich zufrieden in einem der zahlreichen Biergärten zurücklehnen, die sich vor allem am westlichen Ende des Parks angesiedelt haben, etwa dem Schleusenkrug oder dem Teehaus im Englischen Garten.

Vor dem Start der Tour solltest du dir außerdem einen Überblick über die älteste Parkanlage Berlins verschaffen, die bereits ab Mitte des 18. Jahrhunderts von einem Jagdrevier zu einem Lustpark für die Bevölkerung umgestaltet wurde. Eine virtuelle Übersichtskarte, in der alle Denkmäler und besonderen Parkbereiche verzeichnet sind, findest du hier. Für die Anreise mit dem Auto empfiehlt es sich, einen Parkplatz am südlichen Rand in der Tiergartenstraße oder der Stülerstraße zu suchen. Hier findet man - anders als auf der oft gesperrten Straße des 17. Juni oder an der trubeligen Ostspitze - eigentlich immer noch ein Plätzchen. Kommst du dagegen mit den Öffentlichen, steigst du entweder am Brandenburger Tor oder am S-Bahnhof Tiergarten aus - und nach ein paar Minuten Fußweg stehst du dann schon mitten im Grünen.

Das grüne Herz der Stadt

Wir starten unsere Tour am südwestlichen Ende des Parks, dem "Quartier Neuer See", das sich vor allem durch einen alten Baumbestand, viele schmale Wasserläufe und die Nähe zum Zoologischen Garten auszeichnet, aus dem immer mal wieder ein paar urige Tierlaute über den Landwehrkanal herüberschallen. Wer ein romantisches Bänkchen sucht oder eine mindestens ebenso romantische Bootsfahrt unternehmen möchte, ist hier genau richtig. Ausleihen kann man die Ruderboote im Café am Neuen See. Über die Straße des 17. Juni gelangen wir in den vielleicht unspektakulärsten Teil des Großen Tiergartens. Rund um den Faulen See ist die Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche mit ihrem hohen Glockenturm die einzige Sehenswürdigkeit und die meisten Spaziergänger nutzen das Areal nur als Durchgang zur Altonaer Straße, hinter der sich der Englische Garten anschließt.

Idyllisch: Rudern auf dem Neuen See. (c) Trieba Idyllisch: Rudern auf dem Neuen See. (c) Trieba
Hier wird es dann auch gleich ein gutes Stück trubeliger. Zahlreiche Touristen schlendern zwischen Schloss Bellevue und Bundespräsidialamt umher und nutzen die in den 50er Jahren errichtete Anlage mit dem zentralen "formalen Garten" als willkommende Fotokulisse. Östlich davon, zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor, wird der Park durch die Achse des 17. Juni in zwei Teile gegliedert. Während sich das nördliche Areal zwischen Spreeufer und Reichstag erstreckt und die Wege auf den geschichtsträchtigen Zeltenplatz zulaufen, lockt der Südteil, das größte zusammenhängende Tiergartenareal, unter anderem mit dem Rosengarten, der Luiseninsel oder dem Venusbassin.

Dabei gilt, je näher man dem Brandenburger Tor und dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas kommt, desto mehr Menschen bekommt man zu Gesicht. Und auch auf der zentralen Bellevueallee, die sich vom Potsdamer Platz aus südwestlich bis zum Schloss Bellevue durchzieht, kann die Fußgänger-, Jogger- und Radler-Frequenz mal etwas höher werden. Doch wer es lieber einsam mag, wird im Großen Tiergarten nicht enttäuscht. Auf den unzähligen Liegewiesen, den kleinen Schleichwegen und den Bänken, die überall zu einer Rast einladen, ist man häufig komplett ungestört. Manchmal lässt der nächste Zweibeiner sogar so lange auf sich warten, dass man die Metropole Berlin drumrum wirklich komplett ausblenden kann. We like!
 

"Das war das erste Mal, dass ich mir den Großen Tiergarten wirklich ganz konzentriert erwandert habe. Und ich muss sagen: So schnell macht diesem Park keine Grünanlage Konkurrenz. Es ist wirklich toll, wie viel man hier entdecken und dabei gleichzeitig die Seele baumeln lassen kann. Und seit das Grillen hier verboten ist, geht es sogar fast komplett müllfrei zu."Eve-Catherine Trieba

Siegessäule

Straße des 17. Juni
10557 Berlin

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Quelle: QIEZ
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