Tiersammelstelle vor dem Aus

Jetzt ist aber Schluss!

Jetzt ist aber Schluss!
Das Tierheim Berlin kann für die Sommerferien keine Tiere mehr aufnehmen, aber es gibt Alternativen.
Falkenberg - Das Land Berlin macht es sich an vielen Stellen allzu leicht. In Sachen herrenlose Tiere etwa. Die werden zwar - wie es kommunale Aufgabe ist - in der offiziellen Tiersammelstelle versorgt. Geld sieht der Tierschutzverein für Berlin dafür aber so gut wie keins. Nun hat man die Notbremse gezogen und den Vertrag über die Sammelstelle gekündigt.

Tierschützer haben ein gutes Herz. Die würden sowieso keinen herrenlosen Vierbeiner hängen lassen. So oder so ähnlich scheinen die zuständigen Behörden über die Arbeit des Tierschutzvereins für Berlin zu denken. Täglich werden durch die etwa 150 Mitarbeiter im Tierheim Berlin rund 1500 Tiere versorgt – ohne, dass der Verein dafür Geld vom Land Berlin sieht. Und auch die Tiersammelstelle, quasi das Fundbüro für Tiere in Berlin, wird nur zu zehn Prozent aus staatlicher Kasse finanziert. Obwohl so eine Sammelstelle eine gesetzliche, kommunale Verpflichtung ist.

Das Problem liegt in der vertraglich festgelegten Einzelfallabrechnung. Für eine in der Tiersammelstelle abgegebene Katze beispielsweise zahlt Berlin dem Tierheim rund 11 Euro. Das aber für maximal fünf Tage. Wird das Tier nicht abgeholt und bleibt es schließlich als Vermittlungskandidat im Tierheim Berlin, bleibt der Tierschutzverein auf den Kosten sitzen. Schon lange bemüht man sich deshalb darum, einen Vertrag auszuarbeiten, der die tatsächlich entstehenden Kosten für die Unterbringung und Versorgung der Tiere aus der Tiersammelstelle abdeckt. Bisher vergeblich.

Tiersammelstelle vor dem Aus

„Die Verhandlungen mit der Stadt auf verschiedensten Ebenen – vom Bezirksamt Lichtenberg bis hin zu den zuständigen Senatoren –  führten jedoch zu keinem Ergebnis. Niemand sieht sich zuständig oder verantwortlich, diese Beträge anzugleichen“, klagt Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzvereins für Berlin e.V.. „Annehmbare Finanzierungsmodelle“ wären für ihn etwa eine jährlich anzupassende Pauschale oder sogar die vollständige Übernahme der Kosten bis zur Vermittlung. In anderen Bundesländern ist solch eine faire Abrechnung längst gängige Praxis. Auch eine Kastrationspflicht für Katzen oder eine Regelung der Folgekosten des neuen Hundegesetzes könnten den Tierschutzverein entlasten.

Von einem Entgegenkommen des Landes kann jedoch keine Rede sein. Aufgrund der finanziell angespannten Lage des Tierheims Berlin – dessen Betrieb nach wie vor allein durch Spendengelder und die Beiträge der rund 15.000 Mitglieder des Tierschutzvereins für Berlin gewährleistet wird – greift man deshalb zu drastischen Maßnahmen und hat den Vertrag über die Tiersammelstelle zum Ende des Jahres gekündigt. Fundtiere werden vom Tierschutzverein zwar wohl trotzdem nicht abgewiesen – aber das braucht man den Damen und Herren vom Amt ja nicht unbedingt unter die Nase zu reiben. Denn sonst tut sich in Sachen Geld weiterhin überhaupt nichts.

Tierheim Berlin Tierschutzverein für Berlin und Umgebung e.V., Hausvaterweg 39, 13057 Berlin

Telefon 030 768880
Fax 76888150

Webseite öffnen


Dienstag bis Sonntag 11:00 bis 16:00 Uhr

Weitere Artikel zum Thema Tiere

Freizeit + Wellness | Tiere | Wohnen + Leben

Top 10: Tierpensionen in Berlin und Umgebung

Flugzeug, Krankenhaus oder Geschäftsessen sind nicht unbedingt die richtigen Orte für Hund, Katze und Maus. […]