Ein neuer Knut um jeden Preis?

Tierschützer kritisieren Eisbären-Zucht

Schon ganz schön groß - Eisbär Wolodja.
Schon ganz schön groß - Eisbär Wolodja. Zur Foto-Galerie
Friedrichsfelde - Ein neuer Eisbär ist im Tierpark Berlin eingezogen. Doch nicht bei allen Hauptstädtern löst die Ankunft des weißen Jungtiers Begeisterung aus. Der Tierschutzverein für Berlin kritisiert das neue Eisbären-Zuchtprogramm aufs Schärfste.

„Bären sind explorative, also sehr neugierige und intelligente Tiere – sie langweilen sich schlichtweg in beengten Gehegen“, so Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzvereins für Berlin. Selbst die größten Gehege seien im Vergleich zum natürlichen Lebensraum der Tiere nur „winzige Gefängnisse“. Mit der Haltung der weißen Bären in Zoologischen Gärten werde deshalb lediglich den Wünschen des Publikums Genüge getan – das Wohl der Tiere spiele keine Rolle.

Die Ankunft des aus Russland importierten Jungbären diene aller Wahrscheinlichkeit nach nur einem einzigen Zweck: „Offenbar soll ein neuer kleiner Knut her. Der Stress, dem die Tiere ausgesetzt werden, scheint den Beteiligten gleichgültig zu sein“, moniert Apel. Auch der Inzucht-Vorwurf steht im Raum. „Wenn sich herausstellt, dass die beiden jungen Eisbären [das russische Tier und die Berliner Eisbärin Tonja] miteinander verwandt sind und dennoch zur Zucht missbraucht werden sollen, wäre das einmal mehr ein Beleg für dringend notwendige Reformen in den beiden Berliner Zoos“, so der Tierschützer.

Bisher hat der scheidende Zoo-Direktor Berhard Blaszkiewitz zu den Vorwürfen keine Stellung bezogen. Mit Tonja, ihrem neuen russischen Gefährten und den Altbären Troll und Aika leben nun vier Eisbären im Tierpark Berlin.

Die Leiter des Tierparks konnten mittlerweile die Inzucht-Vorwürfe dementieren. Tonja und der auf den Namen Wolodja getaufte neue Eisbär sind laut Forschungsergebnissen nicht miteinander verwandt. Lediglich im selben Moskauer Zoo wurden sie geboren.

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Der Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde ist der flächenmäßig größte Tiergarten Europas.

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