Es war einmal eine Gastrobar, die verzichtete auf Werbung und sogar auf Schilder an der Hauswand. Trotz oder gerade wegen dieses unauffälligen Auftretens wurde die Gastrobar Fa:me schnell zum Geheimtipp im Neuköllner Szeneviertel. Bis auf einen Instagram-Kanal ist in Sachen Marketing nicht viel dazugekommen und trotzdem ist diese Gastrobar nun ein Place-to-be von der guten Art. Deshalb kommen weiterhin viele Nachbarn und Insider, aber eben auch Menschen aus anderen Kiezen, um hier fantastisch zu essen, herrliche Drinks zu nehmen und einfach eine gute Zeit zu genießen.

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Wir freuen uns also sehr, nun ganz offiziell den Spot auf die Fa:me Gastrobar zu richten. Noch immer steht kein Name an der Tür, doch im Sommer verraten die Tische draußen, dass man hier verweilen sollte. Bei gutem Wetter sind alle Plätze schnell besetzt, dank der Markise bei Regen auch. Die meisten beginnen mit einem Aperitif und naschen die ersten Kleinigkeiten von der Karte, bis sie diesem entspannten Fine-Dining total verfallen. So machen wir es auch.

Die Betreiber Nino Ritschel und Adrian Pofahl ergänzen sich auf perfekte Weise. Während der ehemalige Artist in der Küche atemberaubende Kreationen schafft, ist der andere ein ausgezeichneter Sommelier und Gastgeber. Um keine Entscheidungen treffen zu müssen, überlassen wir es den beiden, uns durch den Abend zu führen. Wer das genauso erleben möchte, wählt einfach das 10-Gang-Menü. Für Menschen, die immer ganz genau wissen, was sie wollen, gibt es die À-la-carte-Auswahl. Zudem hält eine Tageskarte besondere Specials bereit, die den Bar-Charakter des Fa:me feiern: von frischen Austern (6 Stück für 20 Euro) über Piadina Taco (je 6,50 Euro) bis zu Spanischen Kroketten (je 8,50 Euro).

Dieser Pulpo zählt nun zu unseren neuen Lieblingsspeisen… Quelle/ Copyright: QIEZ

Wer also nur auf einen Drink vorbeikommt, findet mit Sicherheit eine kleine, passende Kulinarik-Begleitung. Unser Aperó ist ein Top-Einstieg in den Abend, denn mit einem Monkey‘s Fruit (11 Euro) mit Fords Gin, Campari, Lillet Blanc, Zitrone und Pink Grapefruit sowie einer Smoked Margarita (10 Euro) mit Smokey Agave, Orange Enzian und Lime macht uns Adrian Pofahl sofort zu Fans. Beide Drinks sind besonders und erfrischend, die Smoked Margarita ist darüber hinaus sogar alkoholfrei. Im Fa:me sind die alkoholfreien Drinks ebenso zahlreich vertreten und auf den Punkt gemixt wie die Kollegen mit Alkohol.

Bei den Vorspeisen wird dann deutlich, dass die Beschreibungen auf der Karte klare Understatements sind. Die geräucherte Burrata (16 Euro) hält gekonnt die Balance zwischen Frische und Raucharoma, dazu bieten Feigen eine angenehme Süße. Der glasierte Oktopus (19 Euro) ist wunderbar zart und erfährt durch den Burrata-Schaum ein sanftes Ausrufezeichen. Baba Ganoush (12 Euro) ist hier kein simpler Dip, sondern eine Liebeserklärung an die Baby-Aubergine, die stundenlang im Ofen gegart und dann mit Minzsauce, Salzzitrone, Tahin und Mandeln in Szene gesetzt wird.

Grundsätzlich geht es im Fa:me darum, aus allem das Beste herauszuholen und verschiedene Überraschungen zu bieten. Deshalb wird in der Küche viel experimentiert und komponiert. Inspiration bietet alles. So wird der Spargel als Miso ganzjährig zum Ereignis, der selbstgemachte Kaviar mit Tomatenwasser ist so originell wie lecker. Außerdem werden Obst, Gemüse und Co beständig fermentiert, eingekocht, reduziert, infusioniert, sphärisiert, geräuchert oder auf andere Weise kreativ genutzt.

Die Karte ist saisonal, aber ein erstklassiges Tatar findet in jeder Jahreszeit einen Platz. Quelle/ Copyright: QIEZ

Bei Fisch und Fleisch setzt Nino auf Spitzenqualität. Ein Miyazaki Wagyu A5 braucht nicht viel, um sich zu entfalten und einen unvergesslichen Genuss zu liefern. Und auch die Seezunge erfährt durch Mönchsbart und Topinambur aromatische Sidekicks, bringt aber als Star auf dem Teller geschmacksintensiven Glamour mit. Apropos: Dass jeder Teller auch optisch Freude macht, versteht sich von selbst. Dabei kommt nichts als reine Dekoration zum Einsatz, jedes Detail steuert eine besondere Nuance bei. Natürlich sind wir deshalb auch nicht die Ersten, die schreiben, dass das Fa:me Sternstunden bietet: Der Guide Michelin empfiehlt die Gastrobar schon seit zwei Jahren.

Kommen wir noch einmal zurück zu den Drinks: Wir haben Adrian gebeten, uns sommerliche Allrounder zu den Speisen auszusuchen. Natürlich ist das für ihn eine viel zu einfache Aufgabe, an der andere Sommeliers leider trotzdem oft scheitern. Mit einem Domaine d’en Ségur Rosé bekommen wir einen harmonischen, leichten Wein, der über genug Präsenz verfügt, um neben Ninos Kreationen standzuhalten. Und der alkoholfreie DOM Riesling Zero ist eine echte Entdeckung, die in unserem eigenen Kühlschrank ab sofort einen Stammplatz erhält. Für alle anderen Highlights kommen wir einfach immer wieder zurück in die Fa:me Gastrobar.

Fa:me Gastrobar
Lenaustraße 21
12047 Berlin

Webseite: Fa:me Gastrobar

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