Die Schnäppchenjäger von Zehlendorf

Einkaufen mit Jagdinstinkt

Einkaufen mit Jagdinstinkt
TK Maxx ist jetzt in der Zehlendorfer Clayallee.
Die Jagd nach dem ultimativen Schnäppchen kann jetzt in der Zehlendorfer Clayallee beginnen: TK Maxx hat eine neue Filiale eröffnet und will Qualität zu günstigen Preisen bieten. Unsere Autorin hat sich angesehen, was von dem Versprechen zu halten ist.

Am Donnerstagmorgen leuchtet der Teltower Damm und die Clayallee rot-weiß. Rikschas mit TK Maxx-Logo bringen aufgeregte Shoppingwillige vom S-Bahnhof Zehlendorf zum neuen Standort von TK Maxx in die “Zehlendorfer Welle”. Auch in den Nebenstrassen wurden parkende Autos mit rot-weißen Luftballons bestückt, und auf den Bürgersteigen weisen große rote Aufkleber den Weg zum neuen Jagdgebiet für Konsumenten aus dem Berliner Südwesten. Bei der Eröffnung warteten rund 150 Kunden bereits eine halbe Stunde vor Öffnung des Ladens vor der Tür.  Die Einzelhandelskette, die ursprünglich aus den USA kommt,  scheint die Käufer nicht kalt zu lassen. „Das habe ich bei TK Maxx für nur soundsoviel Euro bekommen“ ist ein Gesprächsthema beim Friseur und unter Müttern auf dem Elternabend.

Qualität, aber günstig. Geht das?

Seit 2007 ist TK Maxx in Deutschland und Berlin vertreten, am 3. April wird neben dem Zehlendorfer Standort noch eine Filiale in den Potsdamer Platz Arkaden eröffnet. Auf 2100 Quadratmetern können nun die Kaufwilligen am Standort in der Clayallee auf die Jagd nach Waren gehen, die im Durchschnitt 60 Prozent günstiger sind als bei anderen Einzelhändlern. Jeden Tag wird der Laden mit neuen Artikeln bestückt. Kunden werden so animiert, häufig vorbei zu kommen, um neue BHs, Strampelanzüge, Business-Kostüme, Wischmopps, und Ein-Liter-Shampooflaschen zu ergattern. Es gibt viel Markenware bis hin zu schwedischen Kinderschuhen, aber eben auch viel herkömmliche Discounter-Ware. Die Mischung ist Konzept.

Wein und Kekse kann man übrigens auch erstehen. Die extra aus England angereiste Pressesprecherin Helen Gunter („We love Berlin, Zehlendorf has such a great high street“) erklärt die günstigen Preise von TK Maxx so, dass die Mitarbeiter im Einkauf täglich “auf die Jagd nach dem besten Deal gehen”. Die Ware kommt direkt von den Herstellern oder den Großhändlern und ist laut TK Maxx  deshalb so günstig, da Überschuss oder stornierte Bestellungen aufgekauft werden.

„Uncharmant“ findet das alles Joachim Siggel. Er ist Seniorchef der Comme Siggel und von Braun OHG, die mehrere Boutiquen mit gehobener Damen- und Herrenbekleidung in Zehlendorf betreibt. „Mein Vater hatte ein Lebensmittelgeschäft und als die Supermärkte kamen, musste er schließen. Die Großen werden immer größer und die Kleinen verschwinden.“ Einzelhändler Siggel beobachtet aber auch eine Veränderung bei den Kunden, die Shop-Konzepte wie TK Maxx bevorzugen. „Wir haben zwar noch sehr gute Kunden, die uns treu bleiben und Beratung schätzen, aber die werden immer älter und immer weniger. Die Jungen sind doch ganz anders gepolt.“

Es geht  bei TK Maxx offenbar nicht um ein spezialisiertes  Sortiment, eine gewisse Kundenklientel und schon gar nicht um ein edles Ambiente mit Service. Der 40jährige Familienvater, der eigentlich Sportschuhe gesucht hat, findet eine Backform von Le Creuset zum Schleuderpreis.  Die 16jährige Schülerin, die ein Abschlussballkleid kaufen will, findet  ein Sport-Top eines Markenherstellers für 9,99 Euro. Der Laden ist hell und sauber, aber wo gejagt wird, geht es nicht zimperlich zu.

Am Eingang schnappt man sich am besten gleich einen der großen  Einkaufsftrolleys, um möglichst viel von der Beute einsammeln zu können.  Zurückhängen und noch mal überlegen geht nämlich nicht, weil das Jette-Joop-Portemonnaie für 19, 90 Euro dann von einem anderen Shoppingjäger „erlegt“ wurde. Beim Rundgang durch den Laden sieht man in der Tat viele hochwertige Artikel zu tollen Preisen, aber eben auch viel Durchschnittliches. Das macht dann wohl auch den Reiz dieses Ladens aus. Die Schatzsuche, die Jagd nach der ultimativen Shopping-Trophäe.

Einzelhändler Joachim Siggel beobachtet ein sinkendes Niveau der Geschäfte rund um dem Teltower Damm. Hoffnung gibt es nur für seinem Standort in Schlachtensee, wo er drei Boutiquen in der Breisgauer Straße betreibt. „Dort ist die Welt noch in Ordnung.“

Unsere Autorin bloggt regelmäßig unter www.frau-mutter.com, sie wohnt in Zehlendorf. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.


Quelle: Der Tagesspiegel

Café Lebensart Clayallee, Clayallee 346, 14169 Berlin

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