Von Hanfpizza bis Tiernahrung

"Tom Hemps": Zu Besuch im CBD-Fachgeschäft

"Tom Hemps": Zu Besuch im CBD-Fachgeschäft
Das Fachgeschäft für CBD - Tom Hemps - ist seit 2017 im Wrangelkiez.
CBD ist das legale Pendant zu THC und sogar im Drogeriemarkt findest du mittlerweile sogenannte CBD-Öle. Wir haben uns ins Fachgeschäft aufgemacht, zu "Tom Hemps" in Kreuzberg, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Vorurteile gegen die Hanfpflanze abzubauen.

Kunden Mitte 20 stehen an der Theke im Tom Hemps. Der Laden in der Wrangelstraße ist seit März 2017 ein Fachgeschäft für alles rund um die Hanfpflanze. „Vom Studenten bis zum Justizangestellten – wir haben ein breites Publikum“, sagt Debbie, die mit ihrer Kollegin Noreen hier arbeitet. Kurz rein, kaufen, was man braucht und dann wieder raus ist zwar eine Möglichkeit, aber man merkt schnell, das Tom Hemps ist auch ein Nachbarschafts-Treff, in dem man sich bei Kaffee und Keksen begegnet. Die Kaffeemaschine ist auch aus alten Café-Tagen übrig geblieben. Übrigens trifft man sich hier im Kiez gerne auch mehrsprachig, ob Türkisch oder Israelisch, der Inhaber und das Personal vom Verkauf sind sprachgewandt.

Der Ort ist durch die Graffiti-Kunst an den Wänden definitiv ein Hingucker, aber auch in den Regalen findet sich viel, was einen zweiten Blick wert ist. Vom Bio-Honig mit CBD-Extrakt über CBD-Kapseln, CBD-E-Liquids ohne Nikotin und Teer bis hin zur Erde mit Hanf, Kosmetik oder Fachliteratur.“ Jeder Verkäufer hat hier sein Spezialgebiet und bestimmte Produkte, worüber er oder sie besonders gut Bescheid weiß“, sagt Noreen, die auch bestätigt, dass alle Produkte von den Mitarbeiter*innen getestet werden. Manches sogar direkt vor Ort, so kann man einem japanischen Bonsai und einem Zitrusbaum beim Gedeihen in der Hanferde zuschauen. Da das Tom Hemps aber ein Fachgeschäft und keine Apotheke ist, dürften sie keine medizinische Beratung durchführen. Das heißt, auch keine Empfehlungen geben, welches CBD-Öl bei welchem Leiden am besten wirkt, hier müssten sich Kunden eigenverantwortlich und mit ärztlicher Hilfe selbst informieren. CBD-Produkte sind auch streng zu unterscheiden von verschriebenen Cannabis-Medikamenten.

Was ist CBD?

Cannabidiol, kurz CBD, wird aus dem weiblichen Hanf gewonnen. Das pflanzliche Mittel hat dabei keinen psychoaktiven, sondern einen physischen Effekt und soll entkrampfend, entzündungshemmend und angstlösend wirken. Es sind auch Nebenwirkungen möglich, wie Übelkeit oder Schlafprobleme. Die CBD-Öle sind aktuell Trend, stehen sogar im Regal von einer bekannten Drogeriekette, da sie zu den Nahrungsergänzungsmitteln zählen. Die Produkte dürfen in Deutschland aber nur legal verkauft werden, wenn sie den THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten. Debbie zufolge stammen die CBD-Öle von Tom Hemps, die in verschiedenen CBD-Konzentrationen verfügbar sind, alle aus deutscher Produktion und lokalem Anbau. Schließlich sei Qualität oberste Priorität. Dazu hätten die Produkte ein GMP-Siegel (bewertet gute Herstellungspraxis für Arzneimittel), würden aus EU zertifiziertem Nutzhanf gewonnen und viele Öle seien komplett THC frei beziehungsweise hätten nur Restwerte von unter 0,05 Prozent. Bei der Produktion werden Noreen zufolge Kristalle (Isolate) mithilfe einer Maschine gepresst. Mehrere Reinigungsprozesse braucht es dafür und anschließend werde das CBD mit Alkohol oder CO2-Extraktion gewonnen. Letzteres gilt als hochwertiger.

 

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Ein Beitrag geteilt von Tom Hemp’s (@tomhemps_cbd) am Jun 3, 2018 um 6:24 PDT

Eine Dosierungsempfehlung wollen Debbie und Noreen nicht geben, da jeder Körper anders funktioniere, ein Rauschzustand sei aber ausgeschlossen. Das Interesse für Hanf, der bereits seit der Antike wegen seiner unverwüstlichen Fasern genutzt wird, stammt bei dem Inhaber von Tom Hemps von seinem im Familienbetrieb geführten Nutzhanffeld in Italien. Schnell merkt man aber im Gespräch, dass sowohl Noreen als auch Debbie sich mit der Thematik intensiv beschäftigen und sich so zum Beispiel auch über aktuelle Studien und Ergebnisse informieren. In der Berliner Charité wird aktuell erforscht, ob CBD Menschen mit Schizophrenie helfen könnte. Aber auch mit dem Deutschen Hanfverband ist der Laden nach eigener Aussage im regen Austausch.

Tom Hemps will in der täglichen Arbeit Vorurteile bekämpfen

„Der CBD-Markt ist noch jung“, sagt Debbie und das führe öfter zu Irritationen bei Menschen, die beim Laden vorbei kommen. Das Kiffer-Image hafte stark an der Pflanze, die allerdings wahre gesundheitsfördernde Kräfte in sich trägt durch Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren sowie dem Vitamin E-Gehalt. Der Verkauf von CBD bleibt weiterhin ein risikoreiches Unterfangen, auch in Berlin, wo laut TAZ-Bericht mehrere Berliner Spätis beim Verkauf von CBD-Blüten Ärger mit der Polizei bekamen. Debbie und Noreen wünschen sich eine frühe Aufklärung über die Pflanze als Droge bereits in der Schule, um den Schwarzmarkt zu bekämpfen. In ihrer täglichen Arbeit wollen sie Kunden über das Wirkungsspektrum von Hanf aufklären. Sie sprechen sich auch für die Legalisierung von Cannabis als Droge aus, wollen aber eine kontrollierte Abgabe.

Neben dem Store, der erst ab einem Alter von 18 Jahren betreten werden darf, gibt es einen Online-Store von Tom Hemps. Vor allem in den Sommermonaten findest du das Team auch auf Events mit Foodtrucks, wo sie Hanfpizza und selbstgemachte, vegetarische Pasta anbieten.

Tom Hemps, Wrangelstraße 57, 10997 Berlin

Festnetz 030 91561029

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Montag bis Samstag von 09:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Sonntags geschlossen

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