Ausstellung "Die Nacht: Alles außer Schlaf"

Top 10: Gute Gründe, nachts wach zu bleiben

Top 10: Gute Gründe, nachts wach zu bleiben
Good Night! In der Nacht sehen wir die Sterne, den großen Wagen oder auch den verrückten Hutmacher. Zur Foto-Galerie
"In der Nacht, wenn das Gute schläft und das Böse wacht" – Die Nacht ist seit jeher ein Faszinosum für den Menschen. Im Museum für Kommunikation erfährst du, was nachts alles passiert, während du schläfst (oder auch nicht). Hier sind die Top-Ideen für deine schlaflosen Stunden...

Sterne gucken

Nachdem im Museum kurz wissenschaftlich erläutert wird, warum es überhaupt dunkel wird auf der Erde und welche Erklärungen antike Völker dafür fanden – meist mussten ja Gottheiten als Ursachen für die Wunder der Natur herhalten – werden dir einzelne Sternbilder näher gebracht. Warum wir aber immer nur nach den bekannten Sternformationen wie Waage, Fisch oder Stier suchen, ist uns ein Rätsel. Schließlich kann mit etwas Fantasie unzählige Sternbilder frei zusammensetzen, hier gibt es sogar einen Alice-im-Wunderland-Himmelsglobus!

Ins Bordell gehen

Im Zwielicht-Raum dreht sich alles um das Rotlichtmilieu und seine sündigen Verlockungen, die oft die Müdigkeit im Keim ersticken! Natürlich werden verschiedene Aspekte und auch die Probleme der Prostitution beleuchtet – sogar anschaulich mit Guckloch auf ein unzüchtiges Bild. Zwei weitere sehenswerte Exponate sind die roten „Arbeitsstiefel“ einer Berliner Prostitutierten.

Jagen

… und zwar nicht nur nachtaktive Tiere, wie Wildschweine oder Wölfe, sondern auch Monster, Vampire, Werwölfe und fiese Nachtmahre – vom englischen Nightmare – die dunkle Stunden nutzen, um ihr Unwesen zu treiben. Im schlimmsten Fall beißen sie dich, häufiger bereiten sie aber nur schlechte Träume. Praktischerweise wird in der Ausstellung gleich ein Vampirjäger-Koffer mit dem wichtigsten Werkzeug präsentiert, dass du dir besogren solltest – nur um auf Nummer nachtsicher zu gehen.

Auf diesen Luxus-Vampirjägerkoffer wäre sogar Buffy scharf gewesen. ©QIEZ

Tanzen

Auch Nachtclubs haben in Berlin eine lange Tradition: Rauschende Feste mit allerlei Ausschweifungen gibt es schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, bekannter sind die legendären Swing-Varietés der 20er Jahre. Die goldenen Zeiten sind in der Hauptstadt zum Glück noch nicht vorbei: Wenn du willst, kannst du auch heute noch in den zahlreichen Clubs der Stadt die Nacht zum Tag machen – Drogen, Alkohol und Sex inklusive. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Arbeiten

Die Industrialisierung und die Digitalisierung haben mit einem 24-Stunden-Rausch an Produktion, Kommunikation und Konsum dafür gesorgt, dass Schicht- und Nachtarbeiten nötig wurden. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Schlafgewohnheiten der Menschen, die tagsüber schlafen und nachts arbeiten. Manche Menschen bleiben auch freiwillig nachts wach, zum Beispiel um an verrückt-gefährlichen Wachbleibe-Wettbewerben teilzunehmen. Spannend ist ein Rad in der Ausstellung, das dir zeigt, welche Berühmtheiten von heute und früher wie viel geschlafen haben. Spitzenreiterin ist Angela Merkel mit drei Stunden in der Zeit 1 bis 4 Uhr, knapp gefolgt vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama… Donald Trump schläft angeblich gute vier Stunden, wir wundern uns, dass er überhaupt noch Schlaf finden kann…

Zum Späti gehen

Seit diesem Jahr ist der Späti, unser mehrfacher Lebensretter, auch im Duden zu finden. Als Anlaufstelle für die Rastlosen, die Hungrigen und die Einsamen in Berlin, bietet der Spätkauf, wie er mit vollem Namen heißt, zuverlässig einen sicheren Hafen in der Dunkelheit und steten Nachschub an Alkohol und Chips.

Kurze Museumrast im Späti, nur leider ohne Erfrischungen. ©Museum für Kommunikation/Philipp Jester

Graffiti-Sprühen

Inzwischen gilt Graffiti ja in vielen Städten als Kunst. Neben Street-Art, die oft von Politik und Bürgern gelobt und inzwischen sogar ausgestellt wird, gibt es aber immer noch viel hässliches und illegales Gekritzel zu sehen, das Gebäude und Autos verunstaltet und hohe Schäden anrichtet. Diese Graffiti-Sprayer müssen den Schutz der Nacht nutzen, um sich mit ihren Spraydosen zu verewigen und nicht erwischt zu werden.

Lichterfeste feiern

Lichterfeste gibt es inzwischen weltweit. In Deutschland ist da beispielsweise der uralte Brauch, am Sankt-Martinstag einen beschaulichen Laternen-Umzug zu veranstalten. Sehr bekannt ist mittlerweile auch bei uns das spektakuläre Loy Krathong in Thailand, bei dem man Papiertüten mit kleinen Flammen zum Fliegen bringt, die dann „himmlisch“ schön die Nacht erleuchten. Alternativ werden auch kleine leuchtende Boote ins Wasser gesetzt, was zu weitaus weniger flammenden Unfällen führt.

Deine inneren oder echte Dämonen treffen

In der Nacht sind wir oft alleine mit unseren Gedanken und Hirngespinsten, die dann ein Eigenleben entwickeln und unseren Verstand verrückt spielen lassen. Vor allem Kinder erkennen in der Nacht oft düstere Gestalten, ein Stuhl mit Kleidung wird plötzlich zu einem grauenvollen Drachen. Schein oder Trug? In einer wechselnd illuminierten Kammer kann man in der Ausstellung die Monster in der Dunkelheit erspähen, die unsere Fantasie dort nachts platziert.

Kulturelle Riten

Der Hexentanz auf dem Brocken im Harz zur Walpurgisnacht ist eines der Highlights der Region. Was damals ein Ritual zur Teufelsbeschwörung war, ist heute nur noch ein fröhliches Fest. Allerdings war es im Mittelalter ganz gewiß kein Vergnügen, als Hexe beschuldigt zu werden – es gab viele Prozesse, bei denen unschuldige Frauen grausam getötet wurden.

Die Ausstellung „Die Nacht: Alles außer Schlaf“ im Museum für Kommuniktion ist eine spannende, interaktive Ausstellung und bis zum 18. Februar 2018 zu sehen. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Foto Galerie

Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, 10117 Berlin

Telefon 030 202940
Fax 030 20294111

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Dienstag 09:00 bis 20:00 Uhr
Mittwoch bis Freitag 09:00 bis 17:00 Uhr
Samstag, sonntag und an Feiertagen 10:00 bis 18:00 Uhr

Museum für Kommunikation

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