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10 Berlinerinnen, die du kennen solltest

10 Berlinerinnen, die du kennen solltest
Mit Wana Limar waren wir schon in ihrem Charlottenburger Kiez unterwegs.
Eine Liste von Berlinerinnen, die jede*r kennen sollte, kann natürlich nicht vollständig sein. Zum Glück – schließlich hat die Stadt jede Menge weibliche Heldinnen, die gesellschaftlich etwas verändert haben und es noch immer tun. Hier kommt eine kleine Auswahl ...

Hedwig Dohm

Die Schriftstellerin Hedwig Dohm ist eine waschechte Ur-Berlinerin. Sie wurde 1831 in Berlin geboren und starb am 1. Juni 1919 ebenda. Ihr Todestag jährt sich also dieses Jahr zum 100. Mal. Dennoch war Hedwig Dohm eine sehr moderne Denkerin: In ihren Essays, Theaterstücken und Romanen geht es hauptsächlich um die rechtliche Situation der Frau. Mit ihren Forderungen für eine gleiche Bildung und Ausbildung für alle Geschlechter und ihrem Kampf für Frauenstudium und Frauenstimmrecht war sie ihrer Zeit definitiv voraus. Ihr Schaffen erinnert bis heute daran, dass wir Selbstverständlichkeiten überwinden und Machtverhältnisse hinterfragen müssen. Um es in Hedwig Dohms eigenen Worte zu sagen: „Human rights have no gender!“

 

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Ein Beitrag geteilt von SCENTURY magazine (@scentury_mag) am Mär 8, 2019 um 4:13 PST

Marlene Dietrich

1901 wurde sie im Schöneberger Rote-Insel-Kiez geboren und genau hier begann ihre Karriere als Weltstar. Wobei man an dieser Stelle betonen muss, dass Schöneberg damals eine selbstständige Stadt war, die Schauspielerin also strenggenommen keine gebürtige Berlinerin gewesen ist. Nicht nur ihr Talent als Schauspielerin faszinierte, sie kreierte einen wahren Mythos um ihre Person. Ihre androgynen, stilprägenden Hosenanzüge galten damals als revolutionär und sie hat uns die Marlene-Hose geschenkt. Als Künstlerin nutzte sie ihre Ausstrahlung bei Auftritten und tanzte als eine der begehrtesten Akteurinnen der amerikanischen Truppenbetreuung. Sie verstarb 1992 in Paris.

 

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Ein Beitrag geteilt von Fia (@fia_westberg) am Mär 30, 2019 um 7:51 PDT

May Ayim

May Ayim wurde zwar 1960 in Hamburg geboren, zog aber 1984 nach Berlin, wo sie die feministische Aktivistin Audre Lorde kennenlernte. Diese ermutigte May Ayim den Sammelband Farbe bekennen zu veröffentlichen – ein Grundlagenwerk für die afrodeutsche Community. Darin thematisiert sie unter anderem die rassistischen Nachwirkungen des deutschen Kolonialismus, den sie bereits als Kind erfahren musste. Zudem schrieb May Gedichte, die aus dem Repertoire des deutschen Alltagsrassismus heraus entstanden und gründete die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. 2010 wurde in Kreuzberg das bis dato nach dem Kolonialherren Otto Friedrich von der Gröben benannte Gröbenufer in May-Ayim-Ufer umbenannt.

 

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Ein Beitrag geteilt von Gleichstellungsbüro der UL (@gleichstellungsbuero) am Feb 4, 2019 um 10:12 PST

Charlotte von Mahlsdorf

Charlotte von Mahlsdorf wurde 1928 als Lothar Berfelde in Berlin-Mahlsdorf geboren und ist die wohl bekannteste Transfrau der Stadt. Als Frau in einem männlichen Körper kämpfte sie sich durch das DDR-Regime, wurde im Zuge der Emanzipation der LGBTIQ*-Bewegung auch medial präsent und damit zu einem wichtigen Sprachrohr für die Trans*-Szene. Charlotte von Mahlsdorf, die zeitweise im Märkischen Museum arbeitete, sammelte seit ihrer frühesten Jugend Alltagsgegenstände aus der Gründerzeit. Weltweiten Kultstatus erreichte sie als Gründerin von Europas größtem Gründerzeitmuseum in Mahlsdorf. Im April 2002 verstarb Charlotte von Mahlsdorf. Nach ihr wurde der Charlotte-von-Mahlsdorf-Ring benannt, der gegenüber dem Gründerzeitmuseum liegt.

 

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Ein Beitrag geteilt von Daniel Geo Fuchs (@danielgeofuchs) am Jan 31, 2018 um 6:17 PST

Sophia Hoffmann

Die Köchin, Autorin und Aktivistin Sophia Hoffmann aus Berlin teilt seit 2011 auf ihrem eigenen Blog farbenfrohe vegane Rezepte, die sie immer wieder gekonnt mit feministischen Ideen verbindet. Auch in ihrem Buch Vegan Queens stellt Sophia zehn Geschichten über von Frauen gegründete Food-Unternehmen vor, denn auch die Gastro-Szene ist leider noch immer deutlich männlich dominiertes Terrain. Außerdem gehört sie dem Feminist Food Club an, einem Netzwerk aus Köchinnen, Unternehmerinnen und Food-Journalistinnen. Und weil all das noch nicht genug ist, macht sie sich mittlerweile auch für die Umwelt und für Nachhaltigkeit stark: In ihrem neuesten Buch Zero Waste Küche zeigt sie, warum mehr Wertschätzung gleich weniger Wegwerfgesellschaft bedeutet.

 

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Ein Beitrag geteilt von Sophia Hoffmann (@sophia_hoffmann_) am Jan 13, 2019 um 3:25 PST

Laura Gehlhaar

Sprüche, wie „Mensch toll, dass Sie auch rausgehen” musste sich Laura Gehlhaar schon oft anhören. Denn Laura Gehlhaar sitzt seit ihrem 22. Lebensjahr im Rollstuhl. Über solche und weitere diskriminierenden Erfahrungen, über Vorurteile gegenüber Rollstuhlfahrer*innen und über das Leben in der Großstadt schreibt die 36-Jährige auf ihrem eigenen Blog und in ihrem Buch „Kann man da noch was machen?“. Außerdem hält sie Vorträge über Inklusion und Barrierefreiheit, begleitet Menschen bei Coachings und setzt sich für die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung ein.

 

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Ein Beitrag geteilt von Laura Gehlhaar (@fraugehlhaar) am Dez 5, 2018 um 8:32 PST

 

Ciani-Sophia Hoeder

Ciani-Sophia Hoeder ist die Gründerin und Chefredakteurin von RosaMag, dem ersten Online-Lifestylemagazin für afrodeutsche Frauen. Hier will die 29-jährige Berlinerin vor allem Aufklärung betreiben: Was bedeutet eigentlich Afrodeutsch? Warum ist es nicht in Ordnungen von „Farbigen“ zu sprechen? Und erst recht nicht von „Mischlingen“? Ciani-Sophia geht es darum, Informationsquellen zu schaffen, aber auch eine Plattform, die der Selbstermächtigung dient. Zu lesen sind daher auch mitreißende Interviews, wie beispielsweise mit der Wiener Modemacherin Naomi Afia Güneş, genauso wie Tipps für Haarpflege und Kosmetik. Ein Onlinemagazin, dass Vorbilder schafft und Mädchen und Frauen auf ihrem Weg inspiriert.

 

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Ein Beitrag geteilt von RosaMag (@rosa_mag) am Mär 23, 2019 um 2:50 PDT

Wana Limar

1991 floh Wana Limar mit ihrer Familie aus Afghanistan. Damals war sie gerade ein Jahr alt, kam zunächst in einem Asylbewerberheim in Hamburg unter. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet hier sowohl als Moderatorin und Redakteurin als auch als DJ. Und Wana aka Wanye West aka Werner trägt dabei eindeutig immer das Herz auf der Zunge. Für die Organisation Visions for Childern, deren Vorsitz ihre Schwester Hila innehat, betreut sie junge Geflüchtete und versucht die Bildungsmöglichkeiten in Krisengebieten zu verbessern. Als Teil des Projekts Wirgefühl setzt sie sich außerdem für Menschen und gegen Vorurteile ein. Damit sind Wana und ihre Schwester im Kampf gegen Fremdenhass großartige Vorbilder, vor allem für junge Menschen. Und sie beide wissen: Jeder muss etwas tun, damit sich was verändern kann.

 

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Ein Beitrag geteilt von WANA/ WERNER/ WANYE WEST (@wanalimar) am Dez 27, 2018 um 12:23 PST

Isabell Eberlein

Was ist eine menschenfreundliche Stadt? Wie kann man der Zivilgesellschaft eine Stimme geben? Und wie können wir gemeinsam unsere Visionen umsetzen? Isabell Eberlein gehört zum Vorstand von Changing Cities – eine Kampagne, die die Verkehrswende in Berlin antreiben will. Erfolgreich hat das Team von Changing Cities bereits den Volksentscheid Fahrrad organisiert und sich so für einen freundlicheren Fahrradbetrieb auf Berlins Straßen eingesetzt. Doch für Isabell ist das nicht genug: Als Referentin der Geschäftsführung bei der Bicicli Cycling Society kämpft sie weiter für eine Stadt, die nicht vom Verkehrslärm bestimmt ist, die saubere Luft bietet und genügend Platz für alle. Keine Utopie, sondern machbar und notwendig.

 

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Ein Beitrag geteilt von BICICLI (@biciclicyclingsociety) am Nov 26, 2018 um 1:48 PST

Jenny De la Torre

Zu Jenny De la Torre kommen Menschen, die manchmal jahrelang nicht beim Arzt gewesen sind. Denn die gebürtige Peruanerin arbeitet als Obdachlosenärztin in Berlin. Sie kam 1976 nach Berlin, arbeitete zunächst bei einem Hilfsprojekt für in Not geratene Schwangere und junge Mütter und eröffnete vor 13 Jahren ein Gesundheitszentrum für Obdachlose in Berlin-Mitte. Für ihr soziales Engagement wurde Jenny De la Torre mehrfach geehrt: Sie wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, erhielt von der Charité die Ehrendoktorwürde und bringt als Dozentin außerdem jungen Studierenden bei, wie man Obdachlose behandelt und pflegt.

Ärztin Jenny De la Torre mit Kittel und Stethoskop

Jenny De la Torre ist Ärztin für Obdachlose im Gesundheitszentrum Mitte in Berlin.

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