Mascha fragt nach

Sextoys im Test Part I: Welche Vibratoren bringen's?

Sextoys im Test Part I: Welche Vibratoren bringen's?
Sorgen die Gewinner-Vibratoren der Stiftung Warentest auch im Bett für Happy Times?
Die Stiftung Warentest hat Sextoys auf Schadstoffe getestet. Gute Sache. Neben einigen Totalausfällen gab es viermal "Sehr gut. Und Kolumnistin Mascha wollte wissen, ob die Gewinner auch im Bett überzeugen - und startete einen eigenen Test.

Ich finde es ja bekanntlich immer gut, Dinge zu testen. Aber natürlich können im Gegensatz zu mir als kleiner Kolumnistin weit größere Instanzen permanent am Test-Ball bleiben. Die Stiftung Warentest zum Beispiel… Die hat sich kürzlich einem besonders interessantem Sujet gewidmet: Erstmals testete sie Sextoys und zwar 18 Produkte an der Zahl – auf Schadstoffe. Macht Sinn, verrichten Vibratoren, Liebeskugeln und Penisringe doch an und in unseren intimsten und sensibelsten Körperstellen ihr Werk. Und alles, was auf die Schleimhäute trifft, sollte doch bitte schön frei von reizenden oder gar krankheitserregenden Stoffen sein.

Über die Testergebnisse haben bereits andere Medien hinlänglich berichtet. Trotzdem kurz eine Zusammenfassung: Viele Produkte, darunter Auflege-, G-Punkt und Rabbit-Vibratoren sowie Penisringe und Liebeskugeln, kommen ohne bedenkliche Stoffe aus. Die Stiftung Warentest hat aber auch ganze fünf Mal die Note „Mangelhaft“ vergeben. Pfui! Diese Geräte kommen mir folglich nicht ins Haus. Der Vollständigkeit halber, das sind die Schadstoff-Sitzenbleiber: I Rub My Duckie Travel Size von Big Teaze Toys (der Kunststoff ist mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet) The Realistic Cock Vibrating 6 Inch von Doc Johnson (brauner Kunststoff belastet mit Phenol), Fetish Fantasy Series Vibrating Hollow Strap-On von Pipe Dream (hier ist die mitgelieferte Maske mit Chlorparaffinen das Übel), der Sync Couples Vibrator von We-Vibe (zu viel Nickel am Ladekontakt), und die Joyballs Secret von Joydivision (am weißen Kunststoff ebenfalls PAK). Soviel zu den sehr wissenschaftlichen Fakten…

Vibratoren im Test: „Sehr gut“ auch im Bett?

Vier Sextoys dürfen sich ein „Sehr gut“ an ihre Gummikörper heften: drei Vibratoren und ein Satz Penisringe. Und weil ich eben lieber im Bett als im Labor teste, lautet meine Frage: Wie schneiden denn die Anti-Schadstoff-Gewinner in Sachen Performance, Handhabung und Optik ab? Sind sie auch gute Sexpartner? Weil ich natürlich auch anderen Fun gönne und Umgang mit und Nutzung von Sextoys sehr individuell sind, helfen mir Freunde beim fröhlichen Brummspaß. Hier kommen die ersten beiden Testsieger im Performance-Test.

Space Rider 3000/ Orion

violetter Virbator
Der Space Rider 3000

Der Space Rider 3000

Bei diesem Kameraden musste ich ein bisschen schmunzeln. Soooo einer wieder: Extra lang (18,5 Zentimeter), geformt wie ein mehr oder weniger echter Schwanz – inklusive starker Eichel, kleiner Falten und Sehnen – dann aber in einem schrillen Lila mit Glitzer. Eieiei. Und dann ist das PVC auch noch transparent, so dass man das silberne Herz im Inneren des Vibrators durchschimmern sieht, das für die angekündigten Multispeed-Vibrationen zuständig sein soll. Extra-Stimulation für die Klitoris hat der Space Rider nicht. Er ist einfach ein großer – und ziemlich schwerer – Gummischwanz. Aber was soll ich sagen: Das Teil gibt richtig Knallgas. Am Plastikfuß lässt sich die Intensität einstellen. Und was sich in der Hand noch relativ harmlos anfühlt, ist zwischen den Beinen eine absolute Vibrations- und Kribbelexplosion, die nicht nur die Vagina, sondern praktisch den ganzen Unterleib erfasst.

Ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden, nicht noch zusätzlich den Kitzler zu stimulieren, sondern ausschließlich Space Rider und das Innere meines Körpers interagieren zu lassen. Dazu ordentlich Gleitgel und ein paar heiße Gedanken und: BÄHM! Mein neuer 18,5-Zentimeter-Freund hat mir doch tatsächlich einen meiner seltenen vaginalen Orgasmen beschert. Okay, die Länge ist dabei eher nebensächlich, ausschlaggebend ist die High-Multi-Speed-Stufe, die mit ihren winzigen und doch wahnsinnig intensiven Schwingungen für ein lustvolles Rundum-Kribbeln gesorgt hat. Und tatsächlich muss ich sagen, dass sich das schwere, angeblich realistisch geformte Gummiglied wirklich gut anfühlt.

Optik: gewöhnungsbedürftig, vor allem Farbe und Glitzer. Aber die Schwanzform finde ich ganz gut
Handhabung: einfach – aber leider batteriebetrieben, ich finde Strom-Akkus besser
Geruch: leichter Gummigeruch – aber ich weiß ja zumindest, dass er in Sachen Schadstoffe unbedenklich ist
Performance: keine extra-Skills oder -Funktionen, sondern schlichte Vibrations-Power – und die überzeugt
Preis: den Space Rider 3000 gibt es ab ca. 15 Euro
Gesamtnote: 2,0

Ocean – Mini Rabbit Vibrator/ Fun Factory

Das nächste Teilchen – ein sogenannter Rabbit-Vibrator, der sich durch einen zusätzlichen Klitoris-Stimulator auszeichnet – habe ich in die Hände einer Freundin gegeben. Nennen wir sie an dieser Stelle Ruby. Hier ist ihr Testbericht:

 

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Ein Beitrag geteilt von FUN FACTORY (@funfactory) am Jun 4, 2016 um 7:59 PDT

„Mein erster Eindruck: ganz niedlich, ziemlich klein, nur die Hautfarbe ist nicht so mein Fall. Ich benutze selbst seit einer Weile einen Rabbit-Vibrator. Meiner ist allerdings länger, sowohl der Schaft als auch der Klitoris-Stimulator. Gut, dieses Modell ist ja ein Mini-Vibrator, also alles eine Nummer kleiner. Und das macht sich auch bei der Handhabung bemerkbar: Meinen Rabbit muss ich praktisch nur reinstecken, den Klitoris-Stimulator richtig ausrichten und los geht’s mit der intensiven Stimulation. Für den Ocean musste ich mir erstmal eine Technik erarbeiten, damit er innerlich und äußerlich auch die richtigen Stellen trifft. Dafür ist er wendiger, man kann mehr mit ihm herumspielen, die äußere Stimulation auch mal weglassen, weil er sich nicht so klammerartig um Vagina und Klitoris legt wie die größeren Modelle.

Eine Sache hat etwas genervt: Die Stärke der Vibrationen kann man über einen Plus- und Minus-Knopf regulieren. Das ist erstmal gut und klingt auch simpel, aber irgendwie kam ich mit den Tastenkombinationen nicht auf Anhieb klar. Beim Benutzen bin ich manchmal versehentlich auf Plus gekommen. War ganz lustig, aber nicht ganz ideal. Ich glaube, mit dem Ding muss man erstmal warm werden und wissen, wie man es am besten hält und einsetzt. Dafür ist er sehr flexibel, man kann verschiedene Techniken ausprobieren und ihn sicher auch gut beim Sex mit einem Partner einsetzen, weil er sehr handlich ist. Aber, das war natürlich wichtig: Ich hatte einen Orgasmus und würde ihn wieder benutzen.

Optik: Form ganz niedlich, Farbe nicht mein Fall
Geruch: komplett geruchlos, ein klares Plus
Performance: ein paar Startschwierigkeiten und definitiv kein Selbstläufer, der zu einem superschnellen Orgasmus führt – wenn man sich etwas Zeit nimmt und gerne herumspielt, klappt es aber
Preis: 39,90 Euro
Gesamtnote: 2,5

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