Vierfache Feier

Trabrennbahn Mariendorf wird 100

Trabrennbahn Mariendorf wird 100
Auf den Sulkys tummelten sich in der hundertjährigen Geschichte der Trabrennbahn Mariendorf allerhand schillernde Gestalten.
Am 9. April 1913 wurde Mariendorf durch die Eröffnung der Trabrennbahn zu einem Zentrum des Pferdesports. Der 100-jährige Geburtstag der Anlage wird 2013 mit vier Jubiläumsrenntagen gefeiert. Am 7. April steht jedoch zunächst die letzte Veranstaltung des ersten Jahrhunderts an.

Die Trabrennbahn war lange Zeit das Erste, was die Menschen in Deutschland mit dem Namen „Mariendorf“ verbanden – bis der Unterhaltungskünstler Mario Barth auftauchte. Der hat jedoch noch etwas Zeit bis zum 100-jährigen Bühnenjubiläum; die Rennbahn feiert bereits in diesem Jahr. Bei den Geburtstagsrennen am  12. Mai, 30. Juni, 28. Juli und 28. September geht es um jeweils 25.000 Euro.

August Endell, der für die Bauten auf dem Gelände der Trabrennbahn verantwortlich ist, war als Architekt ein Autodidakt. Ohne fachspezifisches Studium begann er Ende des 19. Jahrhunderts, Möbel, Innenräume und Gebäude zu entwerfen. An der Rennbahn arbeitete er von 1911 an, am 9. April 1913 wurde sie eröffnet. Zu seinen anderen Werken in Berlin gehören die Fassaden von einem der Hackeschen Höfe in Mitte.

Verkleinerung als Antwort auf die Krise

Nachdem selbst während des Zweiten Weltkriegs in Mariendorf noch Rennen stattfanden, musste die lange Zeit erfolgreiche Sportstätte in den Neunzigerjahren eine finanzielle Krise aufgrund fallender Umsätze überstehen. Teile der Anlage wurden in der Folge bebaut – es entstanden unter anderem eine Seniorenresidenz und ein Einkaufszentrum.

Auf der restlichen Fläche werden nach wie vor hochklassige Trabrennen ausgetragen. Bei dieser Variante des Pferdesports sitzen die ‚Fahrer‘ genannten Sportler in der Regel auf hinter die Tiere gespannten Sulkys. Der Höhepunkt des Jahres wird auch in der Jubiläumssaison das Deutsche Traber-Derby sein, das am 4. August stattfindet. Es beschließt eine Rennwoche, die am vorhergehenden Sonntag mit dem Matadoren-Rennen eingeläutet wird, das mit 100.000 Euro dotiert ist.

Am 7. April steht allerdings zunächst der letzte Renntag des ersten Jahrhunderts Trabrennbahn Mariendorf auf dem Programm. Besonderes Augenmerk legen die Veranstalter auf das abschließende elfte Rennen: Der weltweit erfolgreichste Fahrer Heinz Wewering könnte mit einem Favoritensieg auf Klasido ein würdiges Finale liefern. Im Rahmen der Veranstaltung wird außerdem die Zukunft des Trabrennsports zu sehen sein: Auf dem Stallgelände präsentiert Gestütsbesitzer Peter Simoni vier seiner Deckhengste.

Weitere Informationen zur Trabrennbahn Mariendorf unter http://berlintrab.de

 

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Trabrennbahn Mariendorf

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