Aktien und Finanzen

Moderne Trading Plattformen: Auf was man achten sollte

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Online-Trading-Plattformen sind so konzipiert, dass jeder handeln kann. Doch worauf musst du achten, um die richtige Plattform zu finden, die deinen Anforderungen entspricht? Neben den passenden Asset-Klassen und Handelspaaren sollten moderne Plattformen noch ein wenig mehr Basics bieten…

Ob neben- oder hauptberuflich: Wer an den globalen Kapitalmärkten traden möchte, benötigt zunächst einmal eine Plattform, die tatsächlich auch die gewünschten Asset-Klassen und Handelspaare anbietet. Das sollte aber nur die grundlegende Basisanforderung sein – moderne Trading-Plattformen müssen weitaus mehr können.

Perspektivisch Daytrader werden – oder einfach nur hin und wieder Chancen an den Finanzmärkten nutzen?

Bekanntlich mag Deutschland kein Land der Aktionäre sein – und noch weniger der Daytrader. Trotzdem gibt es sie: und das keinesfalls nur auf dem Parkett in Frankfurt. Mit der fortwährenden Digitalisierung der vergangenen zwei Jahrzehnte, hat sich auch der Handel an den Finanzmärkten digitalisiert und zugleich demokratisiert.

Heute benötigt es nicht mehr viel Kapital oder spezielles Know-how, um selbst als Trader aktiv zu werden – wobei beides für die gewünschten Resultate zweifelfrei nützlich ist. Zunächst einmal geht es aus Sicht von (angehenden) Tradern aber darum, eine Trading-Plattform ausfindig zu machen, die die eigenen Handelsaktivitäten vollumfänglich unterstützt – und zugleich natürlich die gesetzlichen Auflagen erfüllt.

Moderne Trading-Plattform sind die Schnittstelle zwischen Marktteilnehmern sowie digitaler Werkzeugkasten, sie können Inspirationen für vielversprechende Trades liefern sowie fundierte Analysemöglichkeiten mitbringen: all das am besten mit überschaubaren Gebühren, um die Rendite nicht künstlich zu schmälern.

Auf Finanzradar finden Trader und solche, die es erst noch werden oder sich darin probieren möchten, eine umfassende Übersicht über potenzielle Trading-Plattformen – darunter CFD-Plattformen, Neo- und internationale Broker. Speziell bei ausländischen Brokern sei aber vorab darauf hingewiesen, dass Trader unter Umständen eigenständig steuertechnische Vorgänge erfassen und geltend machen müssen. Anders als bei deutschen Banken und Brokern, werden da nicht automatisch Freibeiträge und die drei deutschen Töpfe zur Kapitalertragssteuer abgebildet.

Die Basics: Darauf sollten Trader und Anleger zuerst achten

Bevor es an einzelne Features oder besondere Funktionen geht, ist zunächst die Seriosität der Trading-Plattform sicherzustellen. Idealerweise befindet sich die in Deutschland und ist da folglich von der BaFin reguliert. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil, weil dann die deutsche Einlagensicherung greift. Des Weiteren ist zu bedenken, dass beispielsweise CFDs, anders als Aktien und ETFs in Deutschland, nicht zum Sondervermögen zählen – und bei einer Insolvenz des Anbieters folglich wertlos werden könnten.

Sofern die Plattform ihren Sitz im Ausland hat, wird sie nicht mehr durch die BaFin reguliert, stattdessen muss dann die jeweilige länderspezifische Behörde die Aufsicht übernehmen. In den USA ist das beispielsweise die Securities and Exchange Commission (SEC), in Zypern die CySEC, in Liechtenstein die FMA und in Polen die KNF. CFD-Broker sind im Regelfall im Ausland reguliert.

Nachdem Seriosität und Regulierung sichergestellt sind, geht der Blick in Richtung der Kosten. Das Depot des Brokers beziehungsweise der Trading-Plattform sollte kostenlos sein. Wer nur ein kleines Budget zur Verfügung hat, achtet zudem darauf, dass keine oder nur eine sehr geringe Mindesteinlage existiert.

Die Orderkosten, also für die Trades, die man selbst in Auftrag gibt und die ausgeführt werden, sollten so niedrig wie möglich sein. Hier zeigen sich teils deutliche Unterschiede: Deutsche Direktbanken sind im internationalen Vergleich relativ teuer, Neobroker hingegen günstig und Trading-Plattformen, die sich an Viel- und Daytrader richten, mitunter noch etwas günstiger.

Neben den tatsächlichen Gebühren ist aber noch auf einen weiteren Kostenfaktor zu achten: den Spread. Das ist die Spanne zwischen dem Kauf und Verkauf. Sie sollte so niedrig wie möglich sein, da Spreads indirekt Kosten sind. Enge Spreads stellen sicher, dass eine Position nicht direkt nach dem Kauf schon stark im Minus ins Portfolio wandert.

Zudem ist darauf zu achten, wo genau man anschließend überhaupt handelt: Bei einigen CFD-Plattformen handelt man beispielsweise lediglich innerhalb der Plattform, aber gar nicht an den öffentlichen Börsen – so wie das bei Direktbanken oder Neobrokern mit Handelsplatzanbindungen zu XETRA, gettex und Co. der Fall wäre.

Wer schon vorher weiß, dass man häufiger auch am Tablet oder Smartphone aktiv traden möchte, sollte zudem auf eine leistungsstarke App achten. Sofern nur zuhause getradet wird, ist zumindest dieser Punkt zu vernachlässigen.

Bevor du anfängst, zu traden, solltest du überlegen, was dir wichtig ist, um dann die richtige Platform zu wählen.

Handelbare Asset-Klassen und Handelspaare

Im nächsten Schritt geht es aus Anleger- und Tradersicht darum, auf welche Asset-Klassen die jeweilige Plattform überhaupt Zugriff ermöglicht. Hier gilt in den meisten Fällen eine so einfach wie wirksame Faustregel: Je mehr, desto besser. Das gilt vor allem für Anfänger, die noch nicht genau wissen, auf welche Assets sie ihre Tradingaktivitäten ausrichten oder zunächst mit geringem Einsatz etwas herumprobieren möchten.

Idealerweise bietet eine Trading-Plattform alle oder den Großteil der nachfolgenden Assets an:

– Aktien und ETFs
– Staats- und Unternehmensanleihen verschiedener Ratingklassen
– Devisenpaare (Handel zwischen Währungspaaren)
– verschiedene Rohstoffe
Kryptowährungen
– Indizes

Ergänzend dazu ist zu beachten, wie die jeweiligen Assets innerhalb der Trading-Plattform verpackt sind. Aktien, Rohstoffe und Co. lassen sich über verschiedene Finanzmarktinstrumente abbilden: von Zertifikaten, Optionsscheinen und Optionen bis hin zu CFDs und KO-Kontrakten. Die persönliche Ausrichtung als Trader entscheidet darüber, welche Finanzmarktinstrumente wichtig sind. Moderne Trading-Plattformen kommen in der Summe auf rund 500 bis 18.000 Märkte.

Wer sein Kapital hebeln möchte, ist zwangsläufig auf derartige Finanzmarktinstrumente angewiesen. Die Höhe der Hebel unterscheidet sich zwischen den Assets und Instrumenten. Insbesondere Anfänger sollten sich dahingehend nicht übernehmen: Die potenziellen Gewinne aus einem 50er-Hebel mögen verlockend sein, genauso schnell ist das für den Trade investierte Kapital aber auch erodiert oder komplett weg, wenn der Trade in die falsche Richtung läuft.

Tipp: Angehende Trader oder solche mit überschaubaren Erfahrungen sollten mit festen Grenzen und Limits arbeiten. Eine allgemein akzeptierte Faustregel besagt, dass nicht mehr als 10 % des Portfoliowerts in einen einzelnen Trade oder ein einzelnes Asset investiert werden sollten. Diversifizierung ist eine effektive Möglichkeit, um das eigene übernommene Risiko zu reduzieren!

Features und Trading-Software

Grundlegend wichtig sind verschiedene Order-Typen: Dazu gehört die Möglichkeit Limit- und Market-Orders aufzugeben ebenso wie beispielsweise Stop-Losses oder Trailing Stop-Losses setzen zu können. Das sind sowohl für mittel- oder langfristig orientierte Anleger ebenso wie speziell für Trader unverzichtbare Werkzeuge. Langfristig orientierte Anleger könnten ergänzend dazu noch auf die Verfügbarkeit von Sparplänen achten, die idealerweise keine Gebühren verursachen sollten.

Hilfreich ist zudem, wenn die Plattform Ressourcen und Möglichkeiten zur DIY-Wissensentwicklung bereitstellt. Das können Analysen, Tutorials oder spezifisch ausgearbeitete Handelsideen und Portfoliostrategien sein. Einige Broker bieten zudem noch Zugriff auf KI-gesteuerte Robo Advisor. Die sind für Trader, die selbst handeln möchten, aber eher unerheblich.

Wichtiger dürfte Tradern die Verfügbarkeit von leistungsstarken Analyse-Tools sein. Diese können, entsprechend der eigenen Strategie – idealerweise kostenlos – eingesetzt werden: beispielsweise Charts für die technische Analyse oder Unternehmenskennzahlen für die Fundamentalanalyse. Oszillatoren, Nachrichtenfeeds und Indikatoren sind ebenso hilfreich, da diese von erfahrenen Tradern ausgewertet und im Zuge der Entscheidungsfindung herangezogen werden können.

Ebenso eine wichtige Grundlage: in Echtzeit verfügbare Marktdaten. Trader müssen fortlaufend einen Überblick über Handelsvolumina, Kursbewegungen und Preise, auch in verschiedenen Währungen, haben. Echtzeit-Marktdaten stellen Trading-Plattformen und Broker im Regelfall immer zur Verfügung, da anderenfalls auch der Handel kaum funktionieren würde. Es ist aber hilfreich, wenn man diese nicht erst manuell abfragen muss.

Bietet die Trading-Plattform verschiedene Einzahlungsmöglichkeiten an?

Genau genommen ist das kein Muss: Denn speziell bei inländischen Brokern wird dafür sowieso ein separates Verrechnungskonto genutzt, von dem Guthaben für den Handel eingezogen beziehungsweise nach Verkäufen Guthaben wieder da zur Verfügung gestellt wird.

Wer ausländische Broker oder CFD-Plattformen nutzen möchte, verwendet mitunter kein oder zumindest nicht zwangsläufig ein Verrechnungskonto. Dann wiederum ist wichtig, dass die eigene präferierte Zahlungsmethode da tatsächlich vorhanden ist. Aber Achtung: Bei einigen Zahlungsmethoden können Gebühren entstehen – das ist zum Beispiel in aller Regel bei Kreditkarten der Fall.

Wie gut ist der Kundenservice?

Idealerweise kommt man selbst nie mit dem Kundenservice in Kontakt – aus dem einfachen Grund, dass alles so funktioniert, wie es funktionieren soll. Ist das aber einmal nicht der Fall oder haben sich spezifische Fragen ergeben, ist zumindest gut zu wissen, dass der Anbieter für einen selbst erreichbar ist. Bei ausländischen Plattformen und Brokern spricht der Kundendienst mitunter nur Englisch – wer keine ausreichend ausgeprägten Fremdsprachenkenntnisse hat, sollte das berücksichtigen.

Hilfreich ist zudem, wenn der Kundendienst auf kurzem Weg erreichbar ist – also beispielsweise schnell auf Mails antwortet oder sogar einen Live-Chat beziehungsweise eine (rund um die Uhr) besetzte Hotline anbietet. Normalerweise ist der Kundendienst aber an die gängigen Öffnungszeiten gebunden. In den meisten Fällen ist das ausreichend, da sich diese mit den Handelszeiten an den größeren Handelsplätzen überschneiden.

Weitere Funktionen und Leistungen, auf die Anleger achten könnten

Nicht alle der nachfolgenden Leistungen sind zwangsläufig für jeden einzelnen Trader interessant oder gar relevant. Zu berücksichtigen ist hierbei immer auch die persönliche Ausrichtung, das Handelsverhalten und die eigene gewollte Risikoübernahme.

Für Anleger, die ihre eigenen Investitionen und Trades mit Fremdkapital hebeln möchten, kommen neben Derivaten mit integriertem Hebel auch Wertpapierkredite in Frage. Bei diesen wird das eigene Depot als Sicherheit bei der kreditgebenden Bank hinterlegt. Da sollte man aber natürlich mit einem sehr großen Puffer planen – anderenfalls kann es zum Margin Call kommen.

Fremdkapitalinvestitionen sind für Anfänger generell ungeeignet. Für erfahrene Anleger sind sie aber eine Option, um die eigene Rendite zu maximieren. Dafür muss die erzielte Rendite nach Steuern stets größer als der zu zahlende Zins sein. Zu berücksichtigen: Zinskosten für den Kredit lassen sich steuerlich als tradende Privatperson nicht geltend machen, die mit dem Fremdkapital erzielten Gewinne sind aber vollumfänglich zu versteuern.

Die Verfügbarkeit eines Demokontos ist ebenso hilfreich, wenn auch vor allem für Einsteiger interessant. Selbst fortgeschrittene Trader haben damit aber noch den Vorteil, dass sie sich die Plattform sowie die integrierte Trading-Software erst einmal in Ruhe anschauen können.

Wer sich mit anderen Tradern austauschen oder beispielsweise Trading-Signalen aus der Community selbst folgen möchte, muss darauf achten, dass die Plattform das unterstützt. Speziell die Plattformen, die sich an Viel- und Daytrader richten, bieten häufig auch CopyTrading-Funktionen an. Mit denen ist es leicht möglich, die Trading- und Portfoliostrategie von einem anderen Trader nachzuvollziehen und nachzubauen.

Mit Online-Trading-Plattformen kann jeder handeln und investieren – sogar mit überschaubarem Kapitaleinsatz

Auf das Frankfurter Parkett oder ans Telefon mit dem Mitarbeiter der Hausbank muss sich heutzutage niemand mehr begeben. Online digital zu handeln, ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch gar nicht mehr sonderlich kompliziert. Zu berücksichtigen ist dabei immer die eigene Anlagestrategie – also ob man sich als Viel- und Daytrader oder mittel- und langfristiger Anleger positionieren möchte.

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