• Donnerstag, 04. Oktober 2012

Kampf gegen Rechts

Dilek Kolat besucht Schöneweide

  • Dilek Kolat
    Am vergangenen Dienstag besuchte die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat den Brückenstraßen-Kiez in Schöneweide. Foto: dapd - ©Adam Berry

Am Dienstag informierte sich Integrationssenatorin Dilek Kolat bei einem Rundgang über die Aktivitäten der Rechtsextremen im Kiez rund um die Brückenstraße in Niederschöneweide. Immer wieder kommt es im Quartier zu Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Demokraten.

Beim Ansturm auf seinen kleinen Laden "Hexogen" bleibt Inhaber Sebastian Schmidke - Chef der Berliner NPD - gelassen. Zum Erstaunen von Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) und einer Gruppe von Pressefotografen, Anzugträgern und Polizisten lädt der Rechtsextremist die Besucher der Brückenstraße in Schöneweide sogar zum Verweilen ein: "Kommen Sie doch rein und kaufen was.“

In seinem Geschäft, das den Namen eines Sprengstoffs trägt, bietet Schmidke Bekleidung mit neonazistischen Motiven und Aufschriften an. Mitten im Schöneweider Kiez befindet sich der Ende 20-Jährige dabei in "bester" Gesellschaft: Direkt nebenan lädt die Kneipe "Zum Henker" zum gemeinsamen "Odin-Trunk" ein und überall im Quartier haben sich Neonazis niedergelassen. Am Tag der deutschen Einheit wollen Schmidke und 50 Gesinnungsgenossen den Breitscheidplatz besuchen.

Aktive rechte Szene

NPD-Funktionär Schmidke ist nicht der einzige Rechtsextreme, dem Senatorin Kolat bei ihrem ersten - von Extremismus-Experten und Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) begleiteten - Spaziergang durch den Kiez am vergangenen Dienstag begegnet. Auch der in verschiedenen Kameradschaften aktive René B. läuft der politischen Gesandtschaft über den Weg.

Anders als im Lichtenberger Weitlingkiez, der im August von der Integrationssenatorin besucht wurde, scheinen antifaschistische Bemühungen in Schöneweide auf mehr Widerstand zu stoßen. Obwohl ein türkischer Mieter und ein indisches Restaurant am Dienstag auf Kolats Weg liegen - multikulturelle Bestrebungen haben es schwer im Kiez rund um die Brückenstraße. Erst vor einigen Wochen wurde der private Briefkasten des Juso-Vizes Nico Schmolke in die Luft gesprengt - einen Abend bevor der SPD-Nachwuchs in einer Aktion rechtsextreme Aufkleber im Bezirk entfernen wollte.

Auch von Backstein-Würfen und den fatalen Stellenkürzungen in verschiedenen Bezirkseinrichtungen berichtet Schmolke im Rahmen des Kiez-Spazierganges am vergangenen Dienstag. "Man kann sagen", meint der Sozialdemokrat, "das Vertrauen in den Staat nimmt ab." Dilek Kolat hört zu, macht sich Notizen. Mit Bezirksbürgermeister Igel plant sie, Verbände und Unternehmen in den Kampf gegen den Rechtsextremismus einzubeziehen. "Zivilgesellschaft und Engagement sind wichtig, man darf es aber nicht dabei belassen", so die Integrationssenatorin. Auch die Politik sei gefordert.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Schöne Weide oder Neonazi-Kiez?

Ein Kiez sammelt Ideen gegen Rechts

Buntes Wohnprojekt in der Wilhelmstraße

 

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Adresse

Brückenstraße
12439 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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