Neubauprojekt Treskow-Höfe fertiggestellt

Wohnen unterm Mietspiegel

Wohnen unterm Mietspiegel
Die Treskow-Höfe liegen in einer baumreichen Umgebung.
Karlshorst – Es ist das aktuell größte Neubauprojekt einer landeseigenen Wohnungsgesellschaft in Berlin und wurde nun vorzeitig fertiggestellt: An der Treskowallee sind 414 Mietwohnungen in verschiedenen Preiskategorien entstanden, die fast alle unter den lokalen Vergleichsmieten liegen. Eingebettet ist das neue Quartier in eine nicht unattraktive Wohngegend.

Subjektiv ist der erste Eindruck von den Neubauten der Howoge ein zwiespältiger: Kaum bin ich vor der benachbarten Hochschule für Technik und Wirtschaft aus der Tram gestiegen, fängt es aus dunklen Wolken an zu regnen. Der Verkehr auf der vierspurigen Treskowallee braust unbeeindruckt an den leuchtend weißen Fassaden der Treskow-Höfe vorbei. Aus neun Gebäuden mit fünf bis sieben Geschossen besteht das Ensemble. Neben den Wohnungen ist noch Platz für sieben Gewerbeeinheiten, eine Kita für 90 Kinder und zwei Senioren-WGs mit 23 Apartments. Das neue Quartier sieht funktional, aber nicht hässlich aus. Wenn das Wetter besser und die Arbeit an den Wegen und Grünanlagen abgeschlossen ist, könnte es beinahe einladend wirken.

Während die zur Durchgangsstraße gelegene Seite weniger attraktiv wirkt, dürften sich die auf die weitläufigen Innenhöfe oder die ruhigere Hönower Straße schauenden Wohnungen größerer Beliebtheit erfreuen. Rund drei Viertel der Wohneinheiten sind nach Auskunft der Howoge bereits vermietet. Bei der Bauausführung, die ebenso wie planerische Aufgaben vom Unternehmen Hochtief übernommen wurde, galt die Maßgabe, möglichst effizient und kostengünstig vorzugehen. „So liegen fast alle Wohnungen im Quartier unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel. Darüber hinaus haben wir uns freiwillig verpflichtet, zehn Prozent der Wohnungen für Transferleistungsempfänger anzubieten“, sagt Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der Howoge. Die Größe der Einheiten liegt zwischen 38 und 108 Quadratmetern, die Netto-Kaltmiete zwischen 7 und 10,50 Euro.

Familienfreundlichkeit wird groß geschrieben

Die Grünanlagen zwischen den Gebäuden sollen künftig Erholungsflächen, Orte zum Spielen für Kinder und eine Bocciabahn für erwachsene Anwohner bieten. Autos sind in den Innenhöfen nicht vorgesehen. In die Gewerberäume werden unter anderem ein Bäcker, ein Gemüsehändler, ein Blumenladen, eine physiotherapeutische Praxis und ein Osteopath einziehen. Der bei der Einweihung anwesende Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel zeigt sich begeistert: „Die Howoge ermöglicht mit ihrem Projekt sowohl familien- als auch altersgerechtes Wohnen in einem autofreien Quartier. Das alles in einer städtebaulich und architektonisch anspruchsvollen Art und Weise. So stelle ich mir Wohnungsbau mit bezahlbaren Mieten und einer lebendigen sozialen Mischung vor.“

Das Lob aus dem Senat für die eigene Wohnungsgesellschaft verwundert nicht. Doch was für ein Umfeld erwartet die Mieter hier im Norden von Karlshorst? Die Gegend abseits der Treskowallee ist geprägt durch Siedlungsbauten mit charakteristischen Backstein-Applikationen, aber auch sanierte Alt- und Neubauten. Die ruhigen Nebenstraßen sind von vielen Bäumen gesäumt und auch das Angebot an Geschäften ist ordentlich. Familien mit Kindern sollten hier ein angenehmes Zuhause finden – dafür spricht auch ihr Auftauchen im Straßenbild.

Gastronomisch hat die Gegend um den Bahnhof mehr zu bieten, doch immerhin gibt es gleich in der Hönower Straße das India-Haus. Einen Besuch wert ist ganz abgesehen von der Religionszugehörigkeit die neoromanische katholische Kirche St. Marien in der Gundelfinger Straße. Verkehrstechnisch sind die Treskow-Höfe auch ohne Auto ordentlich angebunden: U-Bahnhof Tierpark und S-Bahnhof Karlshorst sind mit der Tram oder dem Rad schnell zu erreichen.

Wohnen unterm Mietspiegel, Treskowallee 24, 10318 Berlin
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