Stadtentwicklung

Neuer Glanz für Moabit

Die Turmstraße lebt auf. Zahlreiche Bauprojekte stehen auf der Agenda und vor allem der Einzelhandel entdeckt das Moabiter Zentrum für sich.

In dem Plan, die Moabiter Turmstraße zu einem ansprechenden „Einkaufs-und Versorgungszentrum“ auszubauen, sind sich der Bezirk Mitte und der Berliner Senat einig. Vor mehr als einem Jahr wurde der Kiez zum Sanierungsgebiet erklärt. Zunehmend setzen sich auch privatwirtschaftliche Unternehmen für die Gegend um die Turmstraße ein. Bei einer am Montag in der Arminius-Markthalle abgehaltenen öffentlichen Informationsveranstaltung der CDU in Moabit stellte sich heraus, dass für die Investoren besonders die Nähe zu Hauptbahnhof und Regierungsviertel zählt. Sie erhöht nach einhelliger Meinung die positiven Aussichten des Gebietes.

Im Rahmen der Maßnahmen beginnen in wenigen Tagen die Bauarbeiten am ehemaligen Hertie-Kaufhaus. 2009 war das Geschäft in der Turmstraße 29 geschlossen worden. Nun will das Unternehmen MIB AG gemeinsam mit dem Architektenteam von Granz und Zecher dem ausrangierten Bau eine frische Fassade und ein neues Konzept verpassen. Große Fenster sollen für viel Licht in den alten Räumen sorgen. C&A, Fielmann, Reno, DM und ein Supermarkt stehen bereits als Mieter in dem sanierten Altbau fest. Auch Gesundheitsdienstleister, Wohnräume und ein Fitnesstudio sind vorgesehen. Eröffnet werden solle das instandgesetzte Gebäude im Frühjahr 2013, erklärt Projektleiter Lars Neubauer. Auch für ihn habe die Turmstraße „hohes Entwicklungspotenzial“.

Hohe Investitionssummen

An der ehemaligen Schultheiss-Brauerei soll ebenfalls ein neues Einkaufszentrum entstehen. Der Bebauungsplan für das Gelände an der Perleberger Straße wird laut Christian Diesen vom Investor HLG Münster noch im Mai veröffentlicht. Das Unternehmen hatte das Grundstück 2007 erworben und will 100 Millionen Euro in die Baumaßnahmen investieren. Vor der Einreichung des Bauantrages müssten nur noch einige Kleinigkeiten geklärt werden, so Diesen. Mit dem Beginn der Arbeiten könne in den ersten Monaten des Jahres 2013 gerechnet werden. In knapp zwei Jahren Bauzeit sollen mehr als 50 Geschäfte, ein Fitnesscenter, ein Hotel und ein Kaufland-Warenhaus mit 20.000 Quadratmeter Ladenfläche entstehen.

Bereits im Entstehen begriffen ist das „Moavitalis“-Ärztehaus. Verschiedene Arztpraxen und die Filiale einer Bank sollen bald einziehen und vor einigen Tagen wurde hier, an der Turmstraße 32, von der „Königstadt Gesellschaft für Grundstücke und Industrie mbH“ das Richtfest gefeiert. Derselbe Investor möchte auch auf einem freien Gelände in der Wilhelmshavener Straße bauen. Dem Unternehmen ist trotz des hohen finanziellen Aufwands klar, dass Moabit im Wesentlichen keine wohlhabende Bevölkerung aufzuweisen hat. „Es wird kein Neubau für Luxus- und Privatpatienten“, erklärt Architekt Alexander Bertsch.

Zufriedene Anlieger

Zwei Bauprojekte müssen sich bereits an der Turmstraße bewähren. 2010 wurde das Einkaufszentrum „Moa-Bogen“ an der Stephanstraße in Betrieb genommen. Ein Lebensmittelmarkt und ein Vier-Sterne-Hotel haben sich hier angesiedelt. Und man könne zufrieden sein, beide Unternehmen würden „gut angenommen“, so heißt es. Auch die Betreiber der umgestalteten Arminius-Markthalle sehen mit Optimismus in die Zukunft. Die Geschäfte in der „Zunfthalle“ liefen seit der Eröffnung vor mehr als einem Jahr gut.

Einen Streitpunkt gibt es allerdings. Die Investoren würden an der Turmstraße gerne noch mehr Flächen für den Einzelhandel nutzen. Doch laut dem „Stadtentwicklungsplan (STEP) Zentren“ dürfen die Gewerbeflächen nur einen gewissen Anteil im Stadtgebiet einnehmen. Derzeit laufen diesbezüglich die Verhandlungen zwischen den potenziellen Bauherren, Senat und Bezirk.


Quelle: Der Tagesspiegel

Neuer Glanz für Moabit, Turmstraße, 12526 Berlin

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