Vorpremiere

Tatort: Abschied von Ritter und Stark im Babylon

Tatort: Abschied von Ritter und Stark im Babylon
In ihrem letzten gemeinsamen Fall dürfen Ritter und Stark noch mal aufs Land. Zur Foto-Galerie
Rosa-Luxemburg-Platz – Auf der großen Leinwand lief der letzte gemeinsame Fall von Dominic Raacke und Boris Aljinovic im Dienste des Berliner Tatorts bereits gut zwei Wochen vor seiner TV-Ausstrahlung. Anschließend würdigte der rbb die beiden Schauspieler für ihre 30 Einsätze als Team. Während die Folge "Großer schwarzer Vogel" überzeugen konnte, fiel der Abschied eher nüchtern aus.

Ausverkauftes Haus im Babylon Mitte, sogar die Empore wurde geöffnet: der Andrang zur Vorpremiere des 30. und letzten Tatorts mit den Darstellern Dominic Raacke und Boris Aljinovic war riesig. Bekanntlich hatte der rbb im Herbst entschieden, das Duo auf dem Höhepunkt seines Schaffens – nach zwei von der Kritik hochgelobten Episoden 2013 – in den Ruhestand zu schicken. Auf der großen Bühne des Kinos am Rosa-Luxemburg-Platz wollte der Sender den beiden nun einen würdigen Abschied bereiten.

Nach dem Abspann um kurz vor zehn hielt rbb-Programmdirektorin Claudia Nothelle eine kurze Rede und präsentierte dann einen Zusammenschnitt von Szenen aus 13 Jahren Tatort mit Raacke und Aljinovic. Im Anschluss gab es Geschenke für die beiden Darsteller: Je eine Flasche Wein des Jahrgangs 2001, als Ritter und Stark ihren ersten gemeinsamen Fall lösten. Aus dem Publikum kam warmer Applaus; dennoch wirkte die Zeremonie alles in allem eher nüchtern. Sichtbare Tränen flossen jedenfalls nicht.

Ein Fall ganz ohne Abschied

Ursprünglich war die Episode „Großer schwarzer Vogel“ nicht als Abschluss der Ritter-und-Stark-Ära geplant, doch Dominic Raacke wollte nach dem verkündeten Aus keine weitere Folge mehr drehen. Im Interview mit Radioeins betonte er am Donnerstag allerdings erneut, dass er die Entscheidung des rbb gut fände, jedoch für sich den direkten Schnitt bevorzuge. Mit Aljinovic soll es dagegen noch einen weiteren Fall geben.

Und der Film? Bei ihrem letzten gemeinsamen Tatort-Einsatz müssen Ritter und Stark den Tod eines kleinen Jungen untersuchen, der unter unglücklichen Umständen einer Briefbombe zum Opfer fällt. Die war eigentlich an die Familie Lohmann adressiert und zunächst vermuten die Kommissare den Täter unter den Hörern des Radio-Talkers Nico Lohmann. Doch mehr und mehr wird deutlich, dass der Schlüssel zur Lösung des Falls in der persönlichen Vergangenheit des Adressaten liegt.

Den Drehbuchautoren Titus Selge und Jochen Greve sowie Regisseur Alexander Dierbach, der ebenfalls vor Ort im Babylon war, ist ein starker Fall mit einigen Wendungen gelungen. Er hat seine melancholischen Momente, dreht sich um unerfüllte Träume und enttäuschte Hoffnungen. Wie die Lösung sich nach und nach aus der Vergangenheit von Nico Lohmann schält, ist schlicht gut geschrieben. Vielleicht war so ein Nicht-Abschied für das beliebte Ermittler-Duo genau das Richtige – so bleiben sie einfach mit einem guten Krimi in Erinnerung. Dominic Raacke würde das sicher unterschreiben.

Der Tatort „Großer schwarzer Vogel“ ist am Sonntag, 9.Februar um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen. Das Interview mit Dominic Raacke findest du hier auf der Seite von Radioeins.

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