DDR im Fernsehen

Las Vegas des Ostens: Friedrichstadt-Palast goes TV

Das Revuetheater wird zur Fernsehkulisse, im April starten die Dreharbeiten.
Das Revuetheater wird zur Fernsehkulisse, im April starten die Dreharbeiten.
Ein Sechsteiler aus Oliver Berbens Constantin-Schmiede setzt dem Friedrichstadtpalast ein TV-Denkmal im ZDF. Einige Faktoren lassen vermuten, dass es eine sehenswerte Mini-Serie wird.

Der Friedrichstadt-Palast gehört zu den wenigen Institutionen, die es auch in den Westen geschafft haben – rufmäßig. Nach den Irrungen und Wirrungen der Nachwendezeit steht der Palast heute auch endlich wieder für große Shows und internationales Entertainment. Ein Ort, der sich für Geschichte und Geschichten perfekt eignet… So ist es keine Überraschung, dass nach Ku’damm, KaDeWe, dem Adlon und Weißensee die Hauptstadt ein neues TV-Ereignis beheimaten darf. Hinter der Produktion Der Palast stehen Uli Edel, der als Regisseur unter anderem mit Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, Der Baader Meinhof Komplex und der bereits erwähnten TV-Saga Das Adlon erfolgreich war, die Autorin der Adlon-Serie Rodica Doehnert und Oliver Berben, der zur Zeit mit seiner Constantin Television gefühlt alles produziert, was für gute Quoten oder Kinopublikum sorgt.

Die Handlung von Der Palast klingt wie das doppelte Lottchen vor DDR-Hintergrund inklusive Ost-West-Konflikt: Die Zwillingsschwestern, die sich nicht kennen, weil die eine als Tänzerin im Osten lebt, die andere als Geschäftsfrau im Westen, beschließen bei ihrer zufälligen Begegnung 1987, die Rollen zu tauschen… Kann als Serie funktionieren, muss nicht, aber wir wollen nicht unken, sondern positiv in die Fernsehzukunft schauen. Die Hauptrollen Chris und Marlene übernimmt Svenja Jung, die sich ihr Unter-uns-Soapimage zuletzt mit Die Mitte der Welt vom Leib gespielt hat.

 

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Ein Beitrag geteilt von Constantin Film (@constantinfilm) am Feb 24, 2020 um 8:04 PST

Neben Svenja Jung werden Anja Kling, Heino Ferch, Mathias Matschke, Luise Befort und andere zu sehen sein. Oliver Berben jedenfalls freut sich auf die große Glitzer-Revue im Kontrast zum sozialistisch geprägten Alltag und der Konsumgesellschaft im Westen. „Wir erzählen auf der großen, bunten und glamourösen Bühne des Friedrichstadt-Palastes eine deutsch-deutsche Familiengeschichte, in der gezeigt wird, welche außerordentlichen Talente wir in diesem Land im Bereich der Schauspielerei, des Tanzes und der Choreographie haben“, meint Berben. Er hat ein gutes Händchen für deutsche Stoffe, die es mit amerikanischen Serien aufnehmen können: Neben der nun mehrfach erwähnten Adlon-Saga und zig Kinoerfolgen produzierte er Verbrechen nach Ferdinand Schirach, Das Sacher und Krupp. Ab dem 19. April 2020 wird erst einmal gedreht, wann die sechs Teile der neuen Serie im ZDF ausgestrahlt werden, steht (natürlich) noch nicht fest.

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