Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin

Ausflug ins Reich der Frösche

Ausflug ins Reich der Frösche
Im Buchenwald Grumsin stößt man auch außerhalb der Schutzzone des Weltnaturerbes auf Moore und grüne Pfuhle.
Grumsin / Angermünde – Im Süden der Uckermark liegt der Buchenwald Grumsin, der zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Die dortigen Moore und Seen bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum – sowie Natur- und Wanderfreunden ein lohnendes Ziel, das mit Bahn und Bus von Berlin aus in rund 80 Minuten zu erreichen ist. Umgestiegen wird in Angermünde, dessen Altstadt ebenfalls einen Besuch wert ist.

Im Sommer ist hier der ideale Ort für Tagesausflügler aus der Hauptstadt: Die Buchenwälder westlich von Angermünde spenden selbst bei hohen Temperaturen genügend Schatten für eine angenehme Wanderung, sind aber trotz ihrer Zugehörigkeit zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin noch nicht von Erholungssuchenden überlaufen. Das rund 590 Hektar große Kerngebiet, welches die UNESCO als Weltnaturerbe ausweist, darf nicht betreten werden. In dieser bewaldeten Zone mit Höhenunterschieden von bis zu 50 Metern und zahlreichen Seen, Tümpeln und Mooren soll sich die Natur ungestört entwickeln und die große Artenvielfalt erhalten bleiben. Doch auch im angrenzenden Naturschutzgebiet Redernswalde / Grumsiner Forst können Wanderer viele typische Merkmale der besonderen Landschaft erleben.

Vom Berliner Bahnhof Gesundbrunnen braucht der Regionalexpress knapp 50 Minuten nach Angermünde. Dort fährt auf dem Bahnhofsvorplatz der kleine, aber immerhin klimatisierte Bus 496 ab, der an diesem Samstagvormittag im August eine Handvoll Ausflügler an den Wolletzsee und nach Altkünkendorf bringt. Dieses kleine Örtchen mit seiner schönen neugotischen Dorfkirche und einigen hübschen Häusern liegt nur wenige hundert Meter vom Rand des Grumsiner Forsts entfernt. Geschäfte oder Restaurants gibt es hier nicht, dafür aber den Infopunkt zum Weltnaturerbe, an dem man sich auf Schautafeln über die Umgebung informieren und diverse Karten erstehen kann.

Nah am Urwald

Rund um das Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin gibt es vier sehr gut ausgeschilderte Wanderwege zwischen sieben und 22 Kilometern Länge, auf denen Besucher trotz der gesperrten Schutzzone viel von Natur und Landschaft der Region mitbekommen. Wir entscheiden uns für den gut zehn Kilometer langen Weg mit dem gelben Buchenblatt als Kennzeichen. Über ein Sträßchen gelangt der Wanderer nach rund 800 Metern zum Waldrand. Von dort geht es auf einem Waldweg weiter, nun entlang der Schutzzone des Weltnaturerbes. Hier ist Bewegung im Gras: Auf und neben dem Weg hüpfen immer wieder junge braune Frösche davon, wenn wir uns nähern – farblich bestens an das Laub angepasst..

Nach der Überquerung des Berliner Bergs – nicht mehr als ein kurzer moderater Anstieg – stößt der Wanderer auf die ersten Moore, die auch außerhalb der Schutzzone liegen. Über teilweise mit alten Kopfsteinen gepflasterte Wege beschreibt die gelbe Route nun einen Bogen. Zunächst geht es weg vom streng geschützten Kerngebiet durch das ’normale‘ Naturschutzgebiet bis zur Straße von Altkünkendorf nach Neugrimnitz, dann nach Süden am Kleinen Grumsinsee vorbei und schließlich wieder zurück nach Osten, wo die Route am Nordende des Schwarzen Sees wieder auf den Rand des Weltnaturerbes trifft. Neben dem schönen Buchenwald mit seinen einsamen Gewässern sind es vor allem die Sumpfgebiete, die uns beeindrucken. Aber auch der sich selbst überlassene Wald im Kerngebiet bietet an einigen Stellen vom Wanderweg aus tolle Einblicke.

Abstecher in die Altstadt

Vom Schwarzen See aus sind es rund 3,5 Kilometer zurück nach Altkünkendorf. Die letzten 2,5 Kilometer der Route entsprechen dem Hinweg. In gemächlichem Tempo ist die gesamte gelbe Strecke in zweieinhalb Stunden zu schaffen – es geht aber auch schneller. Wer zeitig aufgestanden ist, hat also noch einiges übrig vom Tag. Naheliegend ist deshalb, sich noch die hübsche Kleinstadt Angermünde anzuschauen – nicht nur, weil dort der Zug nach Berlin abfährt und es im Gegensatz zu Altkünkendorf diverse Einkehrmöglichkeiten gibt.

Die Altstadt von Angermünde wurde in den letzten Jahrzehnten weitgehend saniert und ist vor allem rund um den Marktplatz reizvoll. Das Rathaus und die Skulpturen auf dem Platz ziehen die Blicke auf sich, auch wenn nebenan gerade ein Straßenfest mit Ständen und Hüpfburg aufgebaut wird. Die nahe gotische Pfarrkirche St. Marien ist von innen wie von außen sehenswert und auch Teile der Stadtmauer sowie eine Burgruine gibt es zu besichtigen. In der mächtigen Franziskaner-Klosterkirche wird gerade geheiratet. Es gibt also auch in Angermünde einiges zu sehen und im Café Schmidt am Markt lohnt sich eine Kuchen-Pause. Nur eines sollte man sich abschminken: Für Einkäufe ist es am Samstagnachmittag zu spät – fast alle Geschäfte schließen bereits zur Mittagszeit. Aber dazu kommt man in der Regel auch nicht aus Berlin her.

Ausflug ins Reich der Frösche, Altkünkendorf
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